Tourismus in Gangelt: Prospex hat daran großen Anteil

Von: dawin
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Die Betriebswirtin Virginia Feld und ihr Team haben am Gangelter Naherholungsbereich immer alle Hände voll zu tun. Foto: B. Hamacher

Gangelt. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Das fragte kein Geringerer als Johann Wolfgang Goethe, wenngleich der Dichterfürst auch ein bekennender Italien-Freund war. Nun ja, südländisch temperiert muten die Hitzegrade zuweilen auch in unseren Breiten an.

Und das Wohlgefühl, das einen in der Toskana überkommt, kann der Entspannung Suchende auch hierzulande finden. Das Gute offenbart sich einem sozusagen vor der Haustür – und hat obendrein mediterranes Flair. Nicht umsonst ist der Naherholungsbereich in Gangelt, vor allem in der Zeit der Sommerferien, von Besuchern aus Nah und Fern so stark frequentiert. Das Schwimmbad, in Regie der Gemeinde, ist sicherlich nur einer der Garanten dafür.

Weitere Attraktionen an gleicher Stelle, die privat und ebenfalls erfolgreich gemanagt werden, sind das Infocenter mit Café und Bistro, der Minigolfplatz, der Kahnweiher, der Fahrradverleih und der Wohnmobilstellplatz. Dahinter verbirgt sich ein funktionierender Dienstleistungsapparat, und dahinter wiederum Menschen, die sich kümmern, dass andere ihren Spaß haben. Die Prospex gGmbH, die Werkstatt für psychisch behinderte Menschen, betreibt seit einigen Jahren – mit Ausnahme des Freibades – den Naherholungsbereich. Dessen Grundstücke und Anlagen sind allerdings nach wie vor im Eigentum der Kommune.

Das Freizeitrevier, dessen zentraler Punkt das Infocenter ist, ist vor allem, aber nicht nur an Sommertagen ein willkommenes Ausflugsziel. Wie viele Besucher es übers Jahr anlockt, kann Virginia Feld nicht genau sagen. „Auf jeden Fall mehrere Hundert an Spitzentagen“, schätzt sie. Für sie ist das nicht nur eine nüchterne Bilanzzahl, sondern auch die Bestätigung der Arbeit, die das Prospex-Team an den 365 Tagen im Jahr abliefert. Die studierte Betriebswirtin leitet eine Gruppe von acht bis zehn Beschäftigten, die für den reibungslosen Ablauf des Erholungsbetriebs am Rodebach sorgt. Die Besonderheit: Bei den Mitarbeitern handelt es sich um Menschen mit einer psychischen Behinderung.

Idyllischer Kahnweiher

Nicht allein der materielle Wert ihrer Arbeit zählt, sondern auch der ideelle. „Es ist wichtig, dass sie mit anderen Personen kommunizieren können, dass sie eine Aufgabe haben und ihr Selbstwertgefühl stärken können“, beschreibt Virginia Feld das Konzept, das Prospex mit seinen verschiedenen Projekten für psychisch Behinderte verfolgt.

In Gangelt geht die Zielsetzung auf: „Zwischen den Gästen und unserem Personal gibt es keinerlei Probleme. Die Resonanz ist positiv. Auf beiden Seiten“, betont die Gruppenleiterin. Die Mitarbeiter servieren frische Getränke, Kaffee und Kuchen im Café, das von seinen zwei Außenterrassen aus einen Blick auf den idyllischen Kahnweiher freigibt; sie betreuen und pflegen den Minigolf-Platz, sie verleihen Fahrräder, sie vermieten Ruderboote und verwalten den Betrieb auf dem Wohnmobilstellplatz. Auch im Infocenter ist das Prospex-Team mit Rat und Tat zur Stelle, dort sind touristische Informationen über Natur und Landschaft, über Routen für Wanderer und Radler, über Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten in der Region erhältlich.

„Das Publikum, das hier Erholung und Unterhaltung sucht, ist bunt gemischt. Es sind Rentner ebenso dabei wie junge Familien mit Kindern“, erklärt Feld. Die Gäste kommen aus der Umgebung. Und, man staune, auch „von weiter her“. Man glaubt es ihr, auch ohne statistischen Beleg. Denn die Sprachen, die rund um den Kahnweiher zu vernehmen sind, lassen erahnen, woher die Besucher kommen: aus den Niederlanden natürlich, auch aus Belgien und aus anderen deutschen Bundesländern.

Man muss festhalten: Gangelt ist, zumindest touristisch betrachtet, längst eine gute und über den Kreis Heinsberg hinaus bekannte Adresse, woran die Prospex-Mitarbeiter wesentlichen Anteil haben.

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