Geilenkirchen - Toter Bussard in Geilenkirchen noch ein Einzelfall

Toter Bussard in Geilenkirchen noch ein Einzelfall

Von: Christoph Classen
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Trauriger Fund: Wilhelm Bauer entdeckte auf seiner Terrasse einen toten Bussard. Foto: Classen

Geilenkirchen. An diesem Vormittag war es der Jäger selbst, der Federn lassen musste. Aber das wussten die Vögel nicht, die wie so oft Wilhelm Bauers Terrasse angesteuert hatten, weil sie dort sicher sein können, etwas zu essen zu bekommen. Eigentlich war alles wie immer.

Bauer brachte das Futter raus, die Vögel kamen - und plötzlich gab es aufgeregtes Geschrei. „Deswegen habe ich dann nachgesehen”, sagt Bauer. Schnell entdeckte er den Grund für die Unruhe. In einer Ecke von Bauers Terrasse saß ein Bussard. „Ganz reglos. Der hat nur die Augen auf und zu gemacht”, erinnert sich der Geilenkirchener. Er legte ihm ein paar Sonnenblumenkerne hin. Die rührte der Bussard nicht mehr an, wenige Stunden später war er tot. Erklären kann Bauer sich das nicht: „Der hat eigentlich einen gesunden Eindruck gemacht, war sauber und gepflegt.”

Verendete Greifvögel werden derzeit öfters gefunden. In Düren etwa waren es in der Zeit rund um den Jahreswechsel sieben. Ein Ehepaar entdeckte während eines Spazierganges mehrere tote Bussarde. Weil ihnen das seltsam vorkam, riefen sie die Polizei. Die fand weitere tote Vögel und daneben Hinweise auf vergiftete Köder.

Der Bussard, der auf Bauers Terrasse starb, ist in Geilenkirchen bislang ein Einzelfall. „Wenn man einen verendeten Greifvogel findet, sollte man erstmal genau hinschauen”, rät Ulrich Hollwitz, Sprecher des Kreises Heinsberg. Futter im Maul oder in unmittelbarer Nähe des Tieres sei ein sicheres Zeichen dafür, dass der Vogel vergiftet worden sei. „Oder wenn er ganz untypisch tot im Baum hängt”, sagt Hollwitz.

Er warnt davor, das Tier mit bloßen Händen anzufassen: „Das Gift kann auch für den Menschen gefährlich sein; kann durch die Haut wirken.” Wird ein Vogel gefunden, bei dem alle Anzeichen auf eine Vergiftung hindeuten, sollte die Polizei informiert werden, sagt Hollwitz: „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand.” Soll heißen: Auch der Täter muss Federn lassen.
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