Tollkühne Männer auf rasenden Kisten

Von: Georg Schmitz
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Im Schlepptau: Dieser freundliche Motorradfahrer hilft einem Bobbycar-Piloten auf die Sprünge. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Die Teilnehmer des Niederrheinischen Radwandertages mögen sich am Sonntag gewundert haben, begegneten ihnen doch in der Bocketzgracht in Teveren „eigenartige Mini-Gefährte” mit denen tatsächlich erwachsene Menschen voller Begeisterung den Berg runter sausten.

Bobbycarfahren nennt man die Gaudi, die beim Wettbewerb um die beste „Selfkant-Idee” vor wenigen Wochen als „neuer Event” und bester Vorschlag mit einem Preis gekürt wurde.

Was der Ideengeber aber vergessen hatte: Die Teveraner praktizieren ihre Bobbycar-Rennen nunmehr bereits im dritten Jahr. Alles begann mit einem Witz: Ein Dutzend Jugendlicher aus Geilenkirchen hatte sich die kleinen, eigentlich für Kinder gedachten Plastikautos unter „den Allerwertesten geschnallt” und war damit zum Cheeseburger-Kauf am Autoschalter bei McDonalds in Übach vorgefahren.

Das erwies sich als ein derart durchschlagender Erfolg und besonderes „Aha-Erlebnis”, dass man sich entschloss, das Bobbycar fortan öfter als Fortbewegungsmittel zu nutzen. Gesagt, getan. Unter dem Namen „Bobbycar Racing Team” nahmen 2008 ein Dutzend Mädels und Jungs die Planung für das erste Teverener Bobbycar-Rennen auf. Das Ereignis wurde ein toller Erfolg. Im März 2009 startete die Organisation für das 2. offizielle Bobbycar- Rennen.

Strohballen und Auffangnetze

Am Sonntag fiel der Startschuss, nachdem zuvor die Strecke entsprechend den „Regularien für Bobbycar-Rennen” präpariert worden war. Die zur Rennstrecke deklarierte Bocketzgracht hatte das Bobbycar Racing Team als „Puffer” für die anrollenden Rennteilnehmer mit Strohballen und Auffangnetzen ausgestattet.

Als es dann losging, mag sich der ahnungslose Spaziergänger gewundert haben über die teilweise modifizierten, fantasievollen Gefährte, die die abschüssige Bocketzgracht im rasanten Tempo hinunter sausten. Durch leichte äußerliche Veränderungen hatten einige Teilnehmer aus dem Original-Plastikauto eine „wahre Höllenmaschine” gezaubert. Da kann ein Bobbycar schnell mal bis zu 40 Stundenkilometer erreichen.

Für alle Fälle stand deshalb das „Bobby Car Rescue Team” in Person der Johanniter Unfallhilfe bereit. Natürlich auch, um eine eigene Mannschaft gleichen Namens mit einem „Miniatur-Rettungswagen” auf die Piste zu schicken. Dann kamen sie die rund 250 Meter lange „Rennstrecke” herabgeflitzt, die Bobbycars auf Skateboard-Basis oder mit Inliner-Rädern. Die vielen Zuschauer waren begeistert und feuerten die 32 Teilnehmer, die fast ebenso viele Gefährte auf die Piste brachten, kräftig an.

Passende Sprüche parat

Die Zuschauer mussten derweil mit Essen und Trinken natürlich bei Laune gehalten werden. Das geschah im Fahrerlager kurz hinter der Zieleinfahrt mit Kaffee und Kuchen, Gulaschtopf, Grillschnitzel, Würstchen und kühlen Getränken. Moderator Armin Philippen hatte immer ein paar passende Sprüche parat und nahm zwischendurch auch noch selber am Rennen teil.

Gestartet wurde in den Rennklassen „Kids” (Kinder von 6 bis 14 Jahren, „Racing” (Erwachsene mit Original Bobbycar) und „Freestyle/Kreativ”, bei der tatsächlich der Fantasie der Gestalter keine Grenzen gesetzt waren. Bei den Erwachsenen traten nach erfolgter Erster Runde die vier Schnellsten gegeneinander an, um schließlich den Sieger zu ermitteln.

Für die Kinder hatte man die Strecke ein wenig verkürzt, weil die „Leichtgewichte” es aufgrund des zum Ende hin nachlassenden Gefälles und trotz Anlauf von der zwei Meter hohen Startrampe nicht bis zum eigentlichen Ziel geschafft hätten. Elf Kinder nahmen am Rennen teil, die Racing-Klasse wartete mit 14 Männern und einer Frau auf und sechs „Wagemutige” hatten sich der Kreativklasse verpflichtet. Hier die ersten beiden Sieger, Kinder: 1. Lutz Langohr; 2. Moritz Meyer. Racing-Klasse: 1. Thomas Muhr, der die Strecke in 39 Sekunden bewältigte. 2. Tommy vom Biker-Triker Team Selfkant mit 41 Sekunden.

Die Kreativ-Klasse

In der Kreativ-Klasse konnte „BCRT 112”, alias Bobbycar Rescue Team mit Daniel Cleven und „Co-Pilot” Dominic Küsters ihren Titel aus dem letzten Jahr verteidigen. Zweiter wurden Christoph Meyer und Heiner Dyong. In ungezwungener Atmosphäre und mit musikalischer Untermalung durch das Musikcorps St. Josef Teveren feierten Teilnehmer und Gäste noch gemeinsam den Erfolg.
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