Tihange und Doel: Informieren, aber ohne Hysterie zu verbreiten

Von: Markus Bienwald
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Europaabgeordnete Sabine Verheyen im Carolus-Magnus-Centrum. Foto: Markus Bienwald
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CDU-Stadtverbandsvorsitzender Oliver Walther, die Referentin und Europaabgeordnete Sabine Verheyen, CDU-Kreisverbandsvorsitzender Bernd Krückel und Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (v.l.) beim Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gleich an zwei aufeinander folgenden Tagen war das Thema Abschaltung der belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel ein Thema in der früheren Bergbaugemeinde.

Während die weiterführenden Schulen am Schulzentrum in der Comenius-straße dabei vor allem die medizinischen Aspekte und den Protest gegen den weiteren Betrieb in den Fokus nahmen, skizzierte die CDU mit der Referentin und Europaabgeordneten Sabine Verheyen dazu die politischen Aspekte.

Die Veranstaltung der Schulen versammelte dabei im weitläufigen Pädagogischen Zentrum rund 60 Gäste. Als Referenten waren hier Lars Vollpracht vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie und der Allgemeinmediziner Dr. Wilhelm Duisberg.

Unterstützt von viel Informationsmaterial – beispielsweise auch zur sofortigen Einnahme von Jod-Tabletten – ging es bei der Schulveranstaltung vor allem darum, aufzuklären. Wie die Region auf einen atomaren Unfall vorbereitet ist, was bei einem Super-Gau konkret passieren würde und welche Folgen die Vorfälle für die Kinder hätten, stand im Fokus.

Informieren, ohne aber Hysterie verbreiten zu wollen, war das erklärte und erreichte Ziel des Abends.

Welche politischen Dimensionen die Frage nach einer Abschaltung der Atomkraftwerke in Tihange und Doel hat, stellte Sabine Verheyen, Mitglied des Europaparlaments, in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) dar.

Sie wünschte sich im Wesentlichen mehr Kompetenzen bei der Europäischen Union, um über einen Betrieb bei als bedenklich eingestuften Reaktoren ein Wörtchen mitreden zu können. „Die Auswirkungen eines Störfalls machen schließlich auch nicht an den Landesgrenzen Halt“, betonte sie. Da sei es nicht mehr nachvollziehbar, wenn die Entscheidungsgewalt über Wohl oder Wehe in Sachen AKW-Betrieb alleine noch den als unabhängig eingestuften Organisationen der Mitgliedsländer oblägen.

„Wir wollen niemandem vorschreiben, welchen Energiemix er in seinem Land bevorzugt, aber die Sicherheit der Bürger muss Vorrang haben“, sagte sie.

Dass Belgien in der Frage pro oder contra Atomkraft selbst auch gespalten sei, verheimlichte sie nicht. Dass es aber auch Menschen in Belgien gebe, die sich auf die offiziellen Stellungnahmen verlassen, der Betrieb der Kraftwerke sei sicher, machte sie auch klar.

Allerdings gebe es einige Punkte, die zumindest Zweifel an der Sicherheit der Reaktoren zuließen. Einstimmig war der Applaus für die Ausführungen schließlich an dem Punkt, an dem ausdrücklich dazu eingeladen wurde, sich an der regionalen Menschenkette gegen einen weiteren Betrieb von Tihange und Doel am Sonntag, 25. Juni, zu beteiligen.

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