Theatergruppe Kreuzrath: Mit spontanem Dialog in die Kiste

Von: agsb
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Schon wieder ist die Truhe das Ziel, diesmal für Natascha. Olga hat sie außer Gefecht gesetzt. Foto: agsb

Gangelt-Kreuzrath. „Was für ein Glücksfall für uns“, lacht Michael Faßbender, selbst aktives Mitglied der Theatergruppe Kreuzrath mit Blick Richtung Martin Otto. „Der kam vor Jahren zu uns und sagte: Ich möchte mitmachen.“

Michael Faßbender steht aber in dieser Spielzeit selbst nicht aktiv auf der Bühne. Martin Otto spielt dafür den Playboy Rudi Maier, der beruflich alte Möbel aufpoliert – stets aber auch den Blick für ein hübsches „Geschoss“ offen hat. Und dann begegnet ihm sein Abenteuer mit der bildhübschen Natascha (Steffie Laugs). Aber für Einzelheiten fehlen Rudi Maier jegliche Erinnerungen, da war mehr als ein Bier zu viel im Spiel. Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Eine Truhe im Wohnzimmer von Rudi Maier wird zum zentralen Ort.

Alle Darsteller liefen spätestens bei der Premiere zur Hochform auf, wobei neben Martin Otto auch Rita Görgens augenscheinlich die Rolle ihres Lebens spielte, spontane Sprüche sehr willkommen. Mehrfach gab es starken Szenenapplaus.

Rita Görgens gibt die Ausgeflippte mit losem Mundwerk, stets auf der Suche nach Barem. Sie hat Rudi Maiers angebliches Schäferstündchen und die „Abschleppe“ mitbekommen, wittert nun das große Ding, hier an „Kohle“ zu kommen.

Rudi Maier sieht in der Truhe das Kapital zum Schweigegeld. Seine Gattin Thea (Tanja Schmölders) erhält vom listigen Möbelkäufer Lutz Hoppe (Stefan Schmölders) ein Angebot – aber nicht in Geld – für die Truhe, denn der Jüngling ist auch auf der Suche nach dem weiblichen Geschlecht. Theas Mutter Gerda (Gerda Faßbender) riecht förmlich die Kata­strophen, die aufs Haus zukommen. Sie verschwindet als Erste in der Truhe, möchte unsichtbar bleiben, aber alles mitbekommen. Rudi Maier entdeckt sie als angebliche Leiche in der Truhe – das Drama nimmt seinen Lauf.

Auch Olga verschwindet mehrmals in der Truhe, später sogar unfreiwillig, dann erwischt es auch Natascha. Aber Rudis Schwiegermutter mischt am Ende alles auf und bringt Licht in die dunkle Truhe – das Stück nimmt doch noch ein glückliches Ende.

Nach der Vorstellung wollte der Applaus kein Ende nehmen. Es standen wohl auch nicht alle Dialoge im Drehbuch, spontane Sprüche gaben diesem Stück besondere Kraft. Wie zum Beispiel: „Ich möchte wieder eine Frau und kein Klavier, das immer verstimmt ist.“ Stefan Schmölders trat auf mit Charme und Mütze, da schien Sherlock Holmes Pate zu stehen, es fehlte nur die Pfeife. Die sehr rustikale Schwiegermutter spielte Gerd Faßbender. Tanja Schmölders und Steffie Laugs überzeugten ebenso in einem starken Ensemble.

Regie führte Hans-Josef Schmölders. Hinter der Bühne waren Ursula Auer und Edeltraud Schmadalla (Maske) und Angelika Scheufens (Souffleuse) im Einsatz, das schicke Bühnenbild entstand in Teamarbeit.

Am kommenden Samstag, 5. April, steht eine weitere Vorführung ins Haus. Um 19.30 Uhr beginnt die Aufführung im Dorfzentrum Kreuzrath, Einlass ist ab 18.30 Uhr.

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