Theatergruppe Beeck zeigt, wie es mittendrin im Geschlechterkrieg aussieht

Von: Renate Kolodzey
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Schon bei den Proben haben die Akteure der Komödie „Be(t)reutes Wohnen?“ viel Spaß. In etwa ab September sind die Laiendarsteller in der Regel so weit, dass sie das Stück auswendig können. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Es ist ein deftiges Stück, das den Geschlechterkrieg wiedergibt und die Probleme des Alters“, fasst Detlef Kerseboom den Inhalt der neuesten Komödie der Theatergruppe Beeck, „Be(t)reutes Wohnen?“ von Wolfgang Bräutigam, prägnant zusammen. Seit 20 Jahren ist er Geschäftsführer des Vereins und schon 22 Jahre Mitglied.

Karin Kohnen, 1. Vorsitzende, ist sogar noch länger dabei, von Anfang an – seit 1990. „Letztes Jahr konnten wir unser 25-jähriges Jubiläum feiern“, freut sie sich. „Für die Auswahl der Stücke sind immer unsere Mitglieder verantwortlich, derzeit 50 an der Zahl“, fährt sie fort, „alle lesen die infrage kommenden Texte, und der bestbewertete wird aufgeführt.“ Bisher habe dieses Verfahren stets vollauf den Geschmack des Publikums getroffen, berichtet sie zufrieden, und in den vergangenen Jahren seien sie immer wochenlang vor den Aufführungen ausverkauft gewesen.

Beim Casting für die diesjährige Inszenierung hatten sich 25 Mitglieder auf zwölf Rollen beworben. Wenn mehrere Personen eine bestimmte Rolle spielen möchten, entscheidet das Los. „Normalerweise spielen nur acht bis zehn Akteure mit“, schildert Kohnen, „so viele wie dieses Mal – zwölf – hatten wir noch nie!“

Die Glücklichen, die eine Rolle ergattern konnten, sind Manfred Walter, Hubert und Regina Mones, Friedhelm Schmitz, Angela Bings, Christa Hensen, Detlef Kerseboom, Michael Schlösser, Gerda Cüster, Petra Weyend, Gisela Jansen und Karin Kohnen, die auch Regie führt. „Karin ist sehr streng“, meint Regina Mones mit einem Augenzwinkern. Helfer hinter der Bühne sind die Souffleusen Andrea Jacobi, Gerda Ollertz und Anita Walter, in der Maske Marie Cüster, Anna Hellenbrand und Gerda Ollertz und in der Technik Jens Zimmermann.

„Wir beginnen mit den Proben stets Mitte Juni, einmal pro Woche, gegen Ende auch häufiger“, beschreibt Kohnen den Ablauf, „jedes Mal üben wir das ganze Stück zweieinhalb Stunden lang, ab September können wir es schon auswendig.“ Es sei viel Arbeit, die Texte zu lernen, doch dies sei das A und O, betont sie.

Regina Mones, eine der Laienschauspielerinnen, erinnert sich an zurückliegende Aufführungen: „Beim ersten Mal, als ich vor Publikum spielte, war ich vor Aufregung fast ohnmächtig!“ Kohnen kennt das: „Jeder hat Angst, auf die Bühne zu gehen und vor so viele Menschen zu treten.“ Zuerst sei die Stimme vielleicht zittrig, doch dann mache man einfach, was man ein halbes Jahr lang geübt habe, und dann funktioniere es prima.

Alle sind gespannt, wie das neue Stück den Zuschauern gefallen wird: Im Mittelpunkt stehen zwei Rentner, die sich eine Senioren-WG in ihr Haus holen möchten, um Hilfe im Haushalt zu haben. Eine ehemalige Lehrerin, eine Hausfrau sowie ein Ehepaar beißen an. Doch die frühere Lehrerin will, dass das Los entscheidet, wer die Hausarbeit macht – und es trifft die Männer.

Um sich davor zu drücken, stellt einer der Rentner einen gefälschten Antrag auf Pflegestufe 3, wofür sich umgehend der Medizinische Dienst der Krankenkasse zur Prüfung ansagt. Der zweite Rentner inseriert für eine Haushaltshilfe, doch die Anzeige wird irrtümlich unter „Bekanntschaften“ veröffentlicht, und bald steht eine Dame vom Begleitservice „Honeymoon“ vor der Türe. Dazu schneit ein Neffe samt seinem kranken Hamster „Susi“ ins Haus, dessen Tierärztin mit der Prüferin des Medizinischen Dienstes verwechselt wird.

Insgesamt ein heilloses Durcheinander mit vergnüglichen Verwechslungen und Wirrungen, lustigen Interaktionen mit dem Publikum und witzigen Dialogen und Sprüchen wie: „In einer Studenten-WG fragt man morgens ‚Wer ist der Neue?‘, in der Senioren-WG fragt man: ‚Wer fehlt heute?‘“ und „Wissen Sie, was Männer und Regenwolken gemeinsam haben? Wenn beide sich verziehen, kann es noch der schönste Tag werden!“

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