„Theater Starter“: Ein Kater und ein Sack voller Rebhühner

Von: Renate Kolodzey
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Puppenspieler Daniel Wagner begeisterte mit seinem frechen, weißen Kater, der sogar sprechen kann, die Kindergartenkinder. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Das Theater Zitadelle aus Berlin gastierte kürzlich im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Geilenkirchen und der Initiative „Theater Starter“ mit seiner Aufführung „Die gestiefelte Katze“ in der Realschule.

Organisiert hatte die Veranstaltung Rebecca Rahmen vom Kulturamt, und sie wies darauf hin, dass der Puppenspieler Daniel Wagner (39), der das Stück präsentiere, bereits zum vierten Male in Geilenkirchen auftrete.

Wagner ist gebürtiger Berliner und betonte, er stamme aus einer Puppenspielerfamilie, auch seine Eltern hätten diesen Beruf schon ausgeübt. An der renommierten Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin habe er vier Jahre lang „Puppenspielkunst“ studiert. Seit 2002, als er sein Diplom erhielt, gebe er Gastspiele – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Dänemark und England. Er spiele die Stücke auch im Abendprogramm – teils komplett auf Englisch.

Selbst ausgedacht

Das heutige Märchen habe er sich selbst ausgedacht. Im letzten November sei die Premiere gewesen, und inzwischen habe es sogar einen Preis bekommen. Er spiele es mit einer sogenannten „Klappmaulfigur“, sie könne den Mund auf- und zuklappen. Auch Marionetten und Tischfiguren habe er neben den übrigen Kulissen mitgebracht.

Auf das 40-minütige Abenteuer der Katze warteten nun gespannt rund 100 Jungen und Mädchen im Kindergartenalter, teils auf dem Schoß ihrer Mama – sicher ist sicher. Schon ging der Vorhang auf, und ein Zauberer mit langem Umhang und spitzem Zauberhut trat auf die Bühne. Kunstfertig ließ er Tücher erscheinen und wieder verschwinden. Ebenso Mäuse – doch nicht alles klappte. „Ich muss noch ein bisschen üben“, meinte er achselzuckend, doch die Kinder sahen großzügig darüber hinweg und kommentierten tröstend: „Ist nicht schlimm!“

Nun wird aus dem Zauberer ein armer Müllersjunge mit Berliner Dialekt, der dem jungen Publikum erzählt, wem er seinen wertvollen Besitz, unter anderem die „coole Hütte“, wie er sein Haus bezeichnet, zu verdanken hat – nämlich seiner Katze. Das kam so: Sein Vater lag auf dem Sterbebett und wollte sich von seinen drei Söhnen verabschieden. Zu ihm, Fritz, sagte er: „Du bist der Jüngste, daher bekommst du den K….!“ – dann starb er.

Fritz verriet, dass sein Vater einen weißen Kater meinte. Dieser unterhielt sich plötzlich mit den Kindern, was Fritz erstaunte, und er fragte: „Du kannst sprechen?“ „Ja – wenn‘s sein muss! Ich habe eine Idee, wie wir schnell zu Geld kommen können – und ich zu einem Katzenklo mit Toilettenspülung!“ Die kleinen Gäste jauchzten vor Vergnügen – und jetzt verlangte der Kater gar noch „Stiefel für meine Nackedei-Füße!“

Sie gingen in einen türkischen Schuhladen, dessen lustiger Inhaber ihm prima Stiefel anfertigte, womit das Felltier sofort begann, wie Michael Jackson zu tanzen, natürlich mit passender Musik, was die Kinder zum fröhlichen Mitwippen animierte. „Und jetzt auf in den Wald, Rebhühner fangen. Der König isst gerne Rebhühner, wusstest Du das nicht? Dumm jeborn, nischt dazujelernt und den Rest vergessen!“, motzte der Kater frech seinen Herrn an. Außerdem solle dieser sich ab jetzt „Graf von Karrabas“ nennen.

„Wir hatten keine Angst“

Schnell war der Sack voller Rebhühner, und der gestiefelte Kater lief ins Schloss zu „König Rudolf Eckstein, dem Großzügigen“. Auch seine heiratsfähige Tochter „Prinzessin Katharina Maria Eckstein, alles muss versteckt sein“, war da. Der Diener des Königs kündigte den Vierbeiner an: „Am Eingang steht eine gestiefelte Kotze!“ „Eine Kotze?“ „Eine große Miezekotze mit weißem Fell!“ Die Kinder kringelten sich vor Lachen und sprangen teils von ihren Sitzen. „Lass die Miezekotze rein!“ „Miau!“ „Ach, eine große Katze – da bin ich aber erleichtert!“

Dem König mundeten die Rebhühner trefflich und der Kater fing mit einer List den bösen Zauberer „Sagrotan“, was der Puppenspieler als Schattenspiel darstellte, und am Schluss bekam „Graf von Karrabas“ natürlich seine Prinzessin und alle lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Tom (7) und Leo (5) Wardeh sowie Hannes Gering (6) aus Wassenberg fanden besonders toll, „dass der Kater so clever war“, und sie hatten „überhaupt keine Angst!“

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