„The Stones Tribute Band“ begeistert mit Können und großer Show

Von: Stefan Reiners
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Mit einer tollen Show und mit Können begeisterte die „Stones Tribute Band“ die Besucher in der Übach-Palenberger Rockfabrik. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. In der Rockfabrik eroberten die Rolling Stones die Bühne. Genauer gesagt die schon 1990 gegründete „The Stones Tribute Band“, eine Formation aus sechs professionellen Musikern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die besten Livestücke aus dem Repertoire der Rocklegenden in möglichst identischer Spielweise und mit identischen Instrumenten unter das Volk zu bringen und lebendig zu halten.

Dass ihnen das geglückt ist, zeigte sich recht schnell. Nach „Brown Sugar“ zur Eröffnung brauchte Frontmann Frank Henkes nur ein einziges Mal kurz darauf hinzuweisen, dass die „freie Fläche vor der Bühne zum Tanzen gedacht ist“, als auch schon der vielzitierte „Bus“ gekommen zu sein schien, der einen Haufen – meist weiblicher – Fans direkt auf die Tanzfläche brachte. Und da blieben sie. Bis zum Schluss.

„Näher am Original geht nicht“, so sagt es die Tribute Band über sich selbst. Das ist natürlich optisch nicht immer einfach. Fehlende Haarpracht bei Keith Richard kann mittels Perücke (mit klassischen Stirntuch!) reguliert werden. Über die gegenüber von „Spargeltarzan“ Mick Jagger wohlstandsnäher ausgeprägte Statur von Frank Henkes kann man hinwegsehen, zumal er sich nicht, wie sein Vorbild, die Klamotten vom Leibe reißt. Aber die nahezu mumifizierten Faltenschluchten, die das Leben in die Haut der echten Altrocker eingebrannt hat, sind einfach nicht zu imitieren. Braucht auch keiner.

Die selbstauferlegte Detailverliebtheit der Tribute Band geht trotzdem so weit, dass sogar das Baujahr der Gitarren stimmen muss und die von Keith Richard bevorzugte sogenannte „Open G“ Stimmung seines Instruments konsequent umgesetzt wird. Dabei werden die Saiten der Gitarre teilweise tiefer gestimmt oder gleich ganz entfernt, weil nicht benötigt.

Werden sie dann doch einmal gebraucht, muss eben der zweite – in dieser Besetzung ausnahmsweise einmal absolut gleichberechtigte – Gitarrist übernehmen. Keith Richards und Ron Wood, die „Stones Originale“, wollten sich selber auch nie festlegen, wer von beiden der bessere Musiker sei, aber „zusammen seien sie unschlagbar“. Bei „The Stones Tribute“ übernahmen deren Parts Patrick „Paddy Boy“ Zimmermann (Keith) und „Piet“ Fädrich (Ron).

Sie teilten sich die Songs entsprechend ihrer Vorbilder untereinander auf, und da sie ausdrücklich ausschließlich die Live–Aufnahmen coverten, hatte jeder von beiden ausreichend Gelegenheit sich auszuzeichnen. Es störte niemanden, dass beide Gitarristen die jeweiligen Originale an musikalischem Können dabei klar übertrafen. Der erdige, bluesige Stil der Rolling Stones blieb bestehen und wurde klar rübergebracht.

Frank „Elwood“ Henkes hatte als „Mick“ auch richtig „Hummeln im Hintern“ und gab zwei Stunden Vollgas. Ob es denn tatsächlich die von „Maroon 5“ besungenen originalen „Moves like Jagger“ waren, war nicht von Belang. Energiegeladen und ausgeflippt war es allemal. Zur Verstärkung – und wie wohl bei den Livekonzerten der Rolling Stones nicht unüblich – war mit Sven Rossenbach ein exquisiter Saxofonist dabei, der zahlreiche Glanzmomente bei den großzügig angelegten Improvisationsteilen setzen konnte. Dafür wurde er von den bis zuletzt ungebrochen intensiv mitgehenden Fans gebührend gefeiert.

Um die Zuschauer bei Laune zu halten, wurde ordentlich Show geboten. Neben dem Sänger ging auch Gitarrist „Paddy Boy“ während seiner Soli gleich mehrfach dank kabelloser Funkverbindung durch die Reihen der Tanzenden. Mehr Publikumsnähe kann man nicht bieten. Auf die Aufzählung der einzelnen Stones-Hits aus wirklich allen Jahrzehnten darf hier verzichtet werden. Es war alles dabei. Neu war allerdings, dass der erste Song, den die „Rolling Stones“ (unter diesem Bandnamen) 1962 öffentlich spielten „Every-body needs somebody to love“ lautete. So jedenfalls die Info von Frank „Elwood“ Henkes.

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