Teverener Heide: Grüne fordern Stopp der Arbeiten

Von: Udo Stüßer
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Jule Evertz pflanzte am Sonntagnachmittag unter dem Beifall von rund 50 Naturfreunden an der Stelle des Kahlschlags in der Teverener Heide ein Apfelbäumchen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. Nach dem Teverener Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus (CDU) fordern auch die Geilenkirchener Grünen einen unmittelbaren Stopp der Fällarbeiten im Naturschutzgebiet Teverener Heide. Es sei nicht hinnehmbar, dass der Stadtrat durch mangelhafte Informationspolitik der beteiligten Behörden und Verbände unter zeitlichen Druck gesetzt werden, erklären sie in einem Schreiben an Bürgermeister Thomas Fiedler.

Um solche wiederkehrenden Kahlschläge zu vermeiden, beantragen die Grünen eine vollständige Aufforstung der Fläche mit standortgerechten niedrig wachsenden Baum- und Straucharten. „Diese Aufforstung ist nach unserer Überzeugung vom Bundesforst im Rahmen der vertraglich vorgegebenen ordnungsgemäßen Forstwirtschaft auf Grundlage der Verträge mit der Stadt Geilenkirchen zu finanzieren.“ Vor der Ratssitzung am kommenden Mittwoch um 17 Uhr haben die Grünen Fiedler einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt.

„Die Gemeinde Onderbanken hat im Jahr 2010 in letzter Instanz erfolgreich gegen Rodungen aus dem Jahr 2006 geklagt. Diese Rodungen waren nicht rechtmäßig. Wie wird sich Onderbanken verhalten, wenn der E-3A-Verband erneut Rodungen verlangt?“, wollen Grünen-Parteichef Jürgen Benden und sein Fraktionskollege Dr. Stefan Evertz unter anderem wissen. Und: „Kann es in Zukunft zu vermehrten Starts und Landungen auf Geilenkirchener Gebiet kommen, weil auf niederländischer Seite vergleichbare Rodungen nicht ohne weiteres toleriert werden?“

Mit insgesamt 15 Fragen wird sich Thomas Fiedler beschäftigen müssen. An den Kahlschlag in der Heide zwischen den beiden Sportplätzen im Heidestadion soll jetzt ein kleines Apfelbäumchen erinnern. Unter dem Beifall von etwa 50 Naturfreunden hat die 19-jährige Studentin Jule Evertz, Tochter von Dr. Stefan Evertz, dieses Bäumchen am Sonntagnachmittag eingepflanzt. Über Facebook, E-Mail und „Flüsterpost“ hat sie zu einer stillen Demonstration in die Teverener Heide gebeten. Sie freute sich, dass so viele ihrem Aufruf gefolgt waren: „Mit dieser Aktion möchten wir deutlich machen, wie wichtig uns der Wald ist. Wir wollen zeigen, wie man mit der Natur umgehen sollte“, erklärte sie. Und. „Es fehlen hier nun so viele Bäume. Mit dieser Aktion fordern wir, dass an dieser Stelle wieder aufgeforstet wird.“ Unter den Zuschauern, Bürger und einige Kommunalpolitiker, war auch Forstwirt Wolfgang Davids, der ein privates Unternehmen betreibt.

„Wir Forstwirte fällen Bäume, um Geld zu verdienen. Die Behauptung, diese Maßnahme sei nicht kostendeckend, halte ich für Unfug. Derzeit gibt es einen regelrechten Run auf Holz“, erklärte er. Einzelne zu hoch geratene Bäume könne man aus dem Wald entfernen. „Bäume aus dem Bestand zu entfernen, ist unser tägliches Brot“, sagte er. Aber er erklärte auch: „Gekappt werden im Wald Bäume selten, diese Maßnahme ist zu teuer. Man müsste dann in jeden Baum klettern.“ Hier sei aber auch nicht auf Stock gesetzt worden, hier sei gerodet worden. „Da ist mal schnell ‘ne Ecke Wald weggekommen“, sagte er.

Übrigens: Ein Beschluss des Rates, weitere Maßnahmen in der Heide zu stoppen, scheinen auch am 26. Februar noch Sinn zu machen. Wie Wolfgang Davids erklärte, dürften Forstwirte auch nach dem 28. Februar noch im Wald fällen.

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