Teveren: Bürgerinitiative prangert Missstände an

Von: Udo Stüßer
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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben macht auf den Verkauf von Häusern in der Fliegerhorstsiedlung aufmerksam. „Doch mit uns spricht sie nicht“, bedauern Birgit Berchtold und Norbert Grimm von der Bürgerinitiative. Der Zustand der Siedlung ist ihnen ein Dorn im Auge. Foto: Udo Stüßer
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Sie beklagen den Zustand der Häuser, der Straßen und Gehwege. Foto: Udo Stüßer
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Und auch der Sperrmüll ist kein schöner Anblick.

Geilenkirchen-Teveren. Die Bürgerinitiative Fliegerhorstsiedlung Neu-Teveren macht mobil: Einerseits freut sie sich über die Entwicklung eines städtebaulichen Sanierungskonzeptes und wird auch an den Gesprächen beteiligt. Andererseits klagen die Sprecher der Initiative, Birgit Berchtold und Norbert Grimm.

„In den vergangenen Monaten mussten wir unabhängig von der Entwicklung des Sanierungskonzeptes feststellen, dass sich die Situation hier weiter dramatisch verschlechtert hat.“

Es sind nicht nur die bekannten Missstände, die der Initiative ein Dorn im Auge sind: Undichte Dächer, Fenster und Haustüren, Hausfassaden, die sich über einen Eimer Farbe freuen würden, ein marodes Kanalsystem und Schlaglöcher in den Straßen. Ungepflegt präsentieren sich die Grünflächen, die Wiesen wurden seit Wochen nicht mehr gemäht.

Ein Wechsel der Verwaltungsgesellschaft, so klagen die Sprecher der Initiative, bringe viele Unklarheiten. Obwohl genügend Leerstände vorhanden seien, würden interessierte Mieter keinen Zuschlag bekommen. Aufgrund einer unklaren Informations- und Inte-grationspolitik würden Unsicherheit und Irritation bei Mietern und Eigentümern entstehen, was die Ansiedlung und Integration von asylsuchenden Menschen in der Siedlung betreffe.

Was die Initiative maßlos ärgert ist, dass die Bürgermeisterkandidaten der Stadt Geilenkirchen teilweise nach eigenen Angaben nicht auf dem neuesten Stand seien, andere reagierten nicht einmal auf Anfragen. „Alle Kandidaten wollen Bürgermeister für alle sein – auch für uns? Keiner spricht über uns“, klagt Norbert Grimm. „Alle reden über Stadtmarketing und Einzelhandel, also nur über Stadtkernthemen“, fügt er hinzu. Aus diesem Grund lädt die Bürgerinitiative die Vertreter von Politik und Verwaltung, die Ortsvorsteher, Stadtverordneten und Fraktionsspitzen, aber auch interessierte Bürger zu einer Begehung der Siedlung ein. Dabei soll die Problematik bei allen derzeitigen und künftigen Entscheidungsträgern erneut in den Fokus gerückt werden. Die Begehung findet statt am Samstag, 29. August, um „fünf vor zwölf“ (11.55 Uhr) ab Bushaltestelle Neu-Teveren.

Derzeit arbeiten die Aachener Stadtplaner von MWM an einem Entwicklungskonzept für die Siedlung, die zukunftssicher gestaltet werden soll. Das Erscheinungsbild, Straßen und Grünanlagen, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, Leerstandssituation, Wohnqualität und Sauberkeit werden unter die Lupe genommen. Eine Befragung der Bewohner wird derzeit ausgewertet.

Neuen Bürgermeister messen

Die Ergebnisse sollen dann im Herbst in den Ratsgremien diskutiert werden. „Ein solches Konzept ist aber nur so gut, wie seine Teile umsetzbar sind und umgesetzt werden“, sagt Grimm. Eines steht für ihn fest: „Wir werden den neuen Bürgermeister an seinen Ergebnissen messen.“ Und falls das städtebauliche Entwicklungskonzept, das Ende des Jahres vorliegen wird, nicht den Erwartungen der rund 500 in der Siedlung lebenden Menschen entspricht, so warnt er jetzt schon: „Wir können Stress beim Land und beim Bund machen. Wir werden mit harten Bandagen kämpfen.“

Doch zunächst einmal setzt die Bürgerinitiative auf Harmonie, besonders beim ersten Siedlungsfest am Samstag, 19. September, ab 13 Uhr in der Rommelstraße. „In dieser Siedlung leben viele Menschen, die sich nicht kennen. Und wir haben auch asylsuchende Nachbarn. Wen man kennt, vor dem hat man keine Angst“, sagt Grimm, der bald von Haus zu Haus gehen will, um für das Fest zu werben. Auf jeden Fall hat die Initiative ein buntes Programm vorbereitet: Hüpfburg, Kinderanimation, Traktorrundfahrten, viel Musik, Hip-Hop- und Rap-Vorführungen sorgen für reichlich Abwechslung.

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