Tempo 30 in der Wolfsgasse: Ein Teilerfolg

Von: defi
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Eine Hecke begrenzt das neue Baugebiet „Niederbuscher Weg“ in Stahe. In dieser wurde der Haussperling gesichtet. Foto: Dettmar Fischer

Gangelt. Um Äpfel und Birnen, den Passer domesticus und eine Tempo-30-Zone, die das Blechschild nicht wert ist, ging es im Bauausschuss der Gemeinde Gangelt. Der Bebauungsplan „Niederbuscher Weg“ in Stahe hatte heftige Kritik der Architektin Margret Molls und der Fraktion der Unabhängigen Bürger im Rat der Gemeinde Gangelt hervorgerufen.

Diplom-Ingenieur Arnd Wilms von der VDH Projektmanagement GmbH , die für die Gemeinde Gangelt den Bebauungsplan entwickelt, gab im Ausschuss eine Stellungnahme zu den als „kritisch empfundenen“ Punkten ab.

Von einer Vorwegnahme der Abwägungsentscheidung, die Ausschuss und Rat der Gemeinde Gangelt zum Baugebiet zu treffen haben, könne keine Rede sein. Wilms argumentierte, dass zwar eine Parzellierung des Grundstücks am Niederbuscher Weg bereits erfolgt sei, diese aber alleiniges Risiko des Investors sei. Eine Vorveräußerung habe nicht stattgefunden.

Unter anderem ging Arnd Wilms auch auf den Vorwurf ein, die Bebauungsform und Baudichte sei ungewöhnlich für ein dörfliches Baugebiet in der Gemeinde Gangelt. Er verwies darauf, dass es im Bereich des Baugebietes landwirtschaftliche Gehöfte und Gewerbebetriebe gebe. Wilms: „Das gesamte Umfeld ist als Mischgebiet zu bewerten.“ Somit sei auch die Ausweisung des neuen Baugebietes als Mischgebiet schlüssig. Alle Vorgaben zum Baugebiet entsprächen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung. Den von Margret Molls aufgeführten Vergleich mit einem anderen Baugebiet in Stahe, das über mehr Grünflächen verfügt, wollte Wilms nicht gelten lassen. Beide Baugebiete lägen zwar dicht beieinander, seien aber nicht vergleichbar, da das bestehende Baugebiet am Ortsrand läge, das neue aber innerhalb des Ortes.

Für das bestehende Baugebiet „Engels-Mühle“ habe der Kreis Heinsberg den Ankauf von Ökopunkten nicht gewollt, so dass mit Bezug auf die Rodebachaue eine andere Ausgleichsfläche geschaffen wurde, als dies nun im Baugebiet Niederbuscher Weg zu fordern sei. Rainer Mansel (SPD) ergriff sodann das Wort. Als Ortsvorsteher von Stahe-Niederbusch habe er bislang keinerlei Kritik zum neuen, derzeit einzigen Neubaugebiet in Stahe-Niederbusch gehört.

Es bestehe dort für die Jugend des Ortes die Möglichkeit zu bauen. Mansel erklärte, er habe die Liste der Interessenten für die dortigen Baugrundstücke eingesehen. Alle 13 Parzellen seien entweder für junge Familien aus Stahe-Niederbusch, für Eltern, die Grundstücke für ihre Kinder kaufen möchten, oder für Eltern, die dort hinziehen möchten, um ihren Kindern ihre größeren Häuser und Grundstück zu überlassen, reserviert. Rainer Mansel in Richtung der Kritiker: „Hört auf, von Kapitalanlegern zu schwafeln.“

Mansel merkte an, dass heute doch niemand mehr große Grundstücke von 800 oder mehr Quadratmetern wolle. Sicherlich würde auch er sich wegen der Verkehrssicherheit einen Fußweg entlang des Baugebietes wünschen, doch da in der Hecke zur Straße der Passer domesticus beobachtet worden sei, der Haussperling, sei dies wohl schwer umzusetzen. Der Planer möge aber doch nach einer alternativen Möglichkeit am Rande des Baugebietes Ausschau halten. Karl-Heinz Milthaler (CDU) verwies noch einmal darauf, dass die beiden Staher Baugebiete „Engels-Mühle“ und „Niederbuscher Weg“ ganz unterschiedlich gelagert seien, damals habe der Kreis große Bedenken gegen das Baugebiet „Engels-Mühle“, das nahe der Rodebachaue liegt, gehabt.

Die Baugebiete zu vergleichen, hieße Äpfel und Birnen vergleichen, so Milthaler. Zudem könne er sich an Bauvorhaben von Bedenkenträgerin Margret Molls erinnern, „die ebenfalls groß sind und dem dörflichen Charakter auch nicht geschadet haben“.

Bei zwei Gegenstimmen der Fraktionen Unabhängige Bürger und Freie Wähler beschloss der Bauausschuss die Satzung zum Bebauungsplan „Niederbuscher Weg“.

Nur zwei Ja-Stimmen

Die Verkehrssituation Einhard-straße/Wolfsgasse in Gangelt war Gegenstand eines Antrages der Unabhängigen Bürger. Sie wollten nicht hinnehmen, dass 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer in der dortigen 30er-Zone trotz verkehrsberuhigender Maßnahmen deutlich zu schnell fahren. Nach Messungen im dortigen Bereich hatte das Straßenverkehrsamt des Kreises Heinsberg mitgeteilt, dass man zwar mit den Umbaumaßnahmen die „30“ zwar immer noch nicht erzwungen habe, „aber wir sind der Meinung, dass man auch mit einem Teilerfolg zufrieden sein soll“. Es bestehe zurzeit kein weiterer Handlungsbedarf. Bürgermeister Bernhard Tholen ging davon aus, dass sich die Verkehrssituation im Ort durch die neuen Umgehungsmöglichkeiten eh entspannen wird. Der Antrag der UB wurde bei nur zwei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt.

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