Geilenkirchen-Teveren - Teile des Flugsimulators sind für den Schrott zu schade

Teile des Flugsimulators sind für den Schrott zu schade

Von: red
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Eine Rarität wechselt von Gei
Eine Rarität wechselt von Geilenkirchen nach München. Brigadegeneral Burkhard Pototzky (2.v.r.) überreicht das Instrumentenpanel einer Boeing 707 Dr. Ludwig Dorn (2.v.l.), Kurator für Luftfahrt im Deutschen Museum in der bayerischen Landeshauptstadt, und Flugzeugrestaurator Harald Scholpp (r.). Initiator der Gabe war Oberstleutnant Gero Ronneberger (l.), Chef der Flugsimulation, in der Mitte Oberst Marco Francesco dAsta, der Training Wing Commander. Foto: Nato E-3A-Verband

Geilenkirchen-Teveren. Museumsreif - das gibt es auch im besten Sinne des Wortes. Der Nato E-3A-Verband übergab Flugzeugteile dem Deutschen Museum in München. Vor wenigen Wochen hatte der Kommandeur des Nato ­E-3A-Verbandes, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, diverse Flugzeugteile dem Deutschen Museum in München überlassen.

Symbolisch überreichte er auf der Nato-Air Base in Geilenkirchen einem Vertreter des weltberühmten naturwissenschaftlich-technischen Museums ein Instrumentenpanel. Weitere Cockpit-Teile sollen später ausgewählt und dem Deutschen Museum übergeben werden.

Im Dezember 2011 hatte der Nato E-3A-Verband sein letztes Ausbildungs- und Transportflugzeug (Trainer Cargo Aircraft/TCA) außer Dienst gestellt. Bei den TCA-Maschinen, die viele Jahre im Dienst der Nato flogen, handelte es sich um modifizierte Boeing 707-320 C. Flugzeuge vom Typ Boeing 707 waren allerdings nicht nur militärisch genutzt, sondern auch von zivilen Fluggesellschaften gekauft worden. Auf diese Weise konnten zivile und militärische Flugzeugbesatzungen die selben Simulatoren zur Ausbildung nutzen.

Auch auf der Basis in Geilenkirchen stand lange Zeit ein solcher Simulator, der zuvor der Lufthansa gehört hatte. Einige Flugzeugteile aus diesem ehemaligen Lufthansa-Modell konnte man später in einer neuen Experimentanlage verbauen, andere hingegen waren eindeutig „museumsreif”.

„Einfach verschrotten wollten wir diese Teile aus unserem guten alten Lufthansa-Cockpit nicht”, sagt General Pototzky. „Viel zu schade, denn die alten Original-Instrumente haben mittlerweile Seltenheitswert.”

Es lässt sich nicht leugnen: Im Laufe von fünf Jahrzehnten ist aus einer einst begehrten „fliegenden Lady” eine betagte Dame geworden, beurteilt der Verband in Geilenkirchen. Als die Boeing 707 Ende der 1950er Jahre auf den Markt kam, war sie ein Prestige-Objekt ziviler Fluggesellschaften.

In „Kanzlermaschinen”

Auch viele Staaten setzten die Boeing 707 als Regierungsflugzeug ein. So waren zwei der TCA, die in Geilenkirchen stationiert waren, zuvor so genannte „Kanzlermaschinen” der Bundesrepublik Deutschland gewesen und wurden von der Flugbereitschaft der Luftwaffe geflogen.

Für das Deutsche Museum in München sind die Außerdienststellung der TCA und vor allem der Umbau des alten Simulators ein Glücksfall. Denn im Museum steht das Cockpit einer Boeing 707 aus dem Jahr 1959. Nur fehlen in diesem Cockpit noch einige Original-Instrumente und Bauteile, die schon lange nicht mehr hergestellt werden.

Mit den Teilen aus dem alten Lufthansa-Simulator kann das Museum nun das historische Boeing 707-Cockpit komplettieren, und luftfahrtinteressierte Besucher aus aller Welt können in der bayerischen Landeshauptstadt hoffentlich bald ein komplett erhaltenes 707-Cockpit einer Original-Boeing bewundern.

„Für luftfahrtinteressierte Besucher”, ist Burkhard Pototzky überzeugt, „wird dieses Ausstellungsstück sicherlich ein Highlight im Museum an der Isar sein.”
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