Geilenkirchen - Teddys und Spiele für Flüchtlingskinder

Teddys und Spiele für Flüchtlingskinder

Von: Markus Bienwald
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Über 250 Tüten und Kartons und rund 400 Gesellschaftsspiele und Puzzles kamen zusammen bei der spontanen Hilfs- und Sammelaktion für Flüchtlingskinder, die nun am Bischöflichen Gymnasium St. Ursula stattfand. Foto: Markus Bienwald
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Die Schüler Mattea Piepers, Hannah Tholen, Britta Gehlen sowie Birgit Ritterbecks vom Deutschen Roten Kreuz und ihre Tochter Lea koordinierten die Hilfe für Flüchtlingskinder. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. „Die Kinder haben doch etwas Besseres verdient“, sagt Lea Ritterbecks voller Überzeugung, „denn wir haben alles, aber die Flüchtlingskinder haben nichts.“ Aus diesem Grund hat sie mit ihren Klassenkameradinnen Britta Gehlen, Mattea Piepers und Hannah Tholen aus der Klasse 8e des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula eine spontane Hilfsaktion gestartet.

„Wir sind einfach zu Herrn Pallaske gegangen und haben gefragt, ob nicht auch an unserer Schule Hilfe geleistet werden kann“, so die Schülerin.

Da sich die Schülervertretung ohnehin sehr für Menschen in Not engagiert, kam vom Schulleiter sehr schnell grünes Licht für die Aktion. Der Erfolg war gleich in Metern messbar, denn in der Pausenhalle des altehrwürdigen Schulgebäudes stapelten sich die Hilfsgüter am Dienstagmorgen bis unter die Decke.

Über 250 Tüten und Kartons, rund 400 Gesellschaftsspiele und Puzzles kamen zusammen. „Ein wahnsinniger Erfolg“, freute sich auch Schulleiter Jürgen Pallaske. Ihn begeisterte nicht nur das riesige Engagement, mit dem die Schüler das angingen, sondern auch die Spendenbereitschaft von Schülern und Eltern.

„Ich war gleich am Morgen hier, es war richtig was los“, sagte eine Mutter. Und die Schüler gaben an, dass sie es gerne sehen, wenn sie mit ihrer Hilfe andere Menschen zum Lächeln bringen können. „Jeder hat ein Recht darauf zu leben und seine Bedürfnisse zu stillen“, meinte Mattea Piepers.

Die vier 13- und 14-jährigen Schülerinnen hatten zu Beginn ihrer spontanen Idee, die bei der Schulleitung direkt auf fruchtbaren Boden fiel, nicht damit gerechnet, gleich so einen überwältigen Erfolg zu feiern. „Es war uns nicht so klar, dass gleich am ersten Tag so viel Hilfe kommt“, sagte Lea Ritterbecks.

Wie gut, dass ihre Mutter Birgit beim Deutschen Roten Kreuz arbeitet, so konnte die Hilfe gleich in die richtigen Bahnen gelenkt werden. „Aber das können wir kaum alles auf einmal mitnehmen“, sagte sie, als sie mit einem Kollegen und einem Sprinter am Vormittag mit dem Verladen der Hilfsgüter begann. Die Spenden sind übrigens vor allem auf Kinder ausgerichtet, und das war auch das Ziel der vier ehrenamtlichen Helferinnen.

Da gab es eine ganze Reihe von Spielen, Spielwaren, Teddys, aber auch Kleidung und Teile fürs Kinderzimmer. „Den Abtransport der anderen Hilfsgüter müssen wir allerdings mit dem Technischen Hilfswerk absprechen, mit dem wir in diesem Fall eng zusammenarbeiten“, so Birgit Ritterbecks weiter.

Und so war auch durch die Hilfe zahlreicher Schüler, die Säcke, Kartons, aber auch lose Gesammeltes verluden, der vergleichsweise kleine Bus schnell gefüllt.

Das Ziel der Hilfsgüter ist dann erst einmal Heinsberg, wo in einem großen Lager sortiert und koordiniert wird, was wann wo an wen ausgegeben werden soll. Doch mit diesem ersten Tag der Hilfe ist die Reihe von Aktionen, die Lea Ritterbecks, Britta Gehlen, Mattea Piepers und Hannah Tholen – die übrigens alle aus der Gemeinde Gangelt stammen – noch lange nicht vorbei.

So wurde nicht nur am Dienstag und am gestrigen Mittwoch gesammelt. „Wir verkaufen auch Kuchen für den guten Zweck“, kündigte Britta Gehlen an. Gegen einen kleinen Obolus können sich Lehrer und Mitschüler in Pausen mit köstlichem Backwerk eindecken, der Erlös wandert dann in die großen Spendenboxen. Und auch die waren schon am Premierentag bestens gefüllt.

„Die Spendensammlung ergab schon am Morgen die stattliche Summe von 350 Euro“, ergänzte Schulleiter Pallaske, am Abend hatte sich die Summe schon um 100 Euro erhöht, wie sein Stellvertreter Bernward Coers mitteilte. „Der Erlös wird den Flüchtlingskindern in Form von Spielen, Malutensilien und sonstigen dringend benötigen Materialien zukommen“, schloss Lea Ritterbecks.

Es solle aber nicht bei dieser einmaligen Aktion bleiben, betonte Jürgen Pallaske. Beabsichtigt ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch für Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen, um die Hilfe zu koordinieren. „Ich bin überzeugt, dass wir alle als Schulgemeinschaft nach Kräften bereit sind, ein auffallendes Zeichen zu setzen, wenn es darum geht, Menschen zu helfen, die in Not sind“, meinte Jürgen Pallaske abschließend.

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