Übach-Palenberg - Technischer Betrieb: Mehr als nur die Kerle mit den Laubbläsern

Technischer Betrieb: Mehr als nur die Kerle mit den Laubbläsern

Von: Jan Mönch
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Bahn frei für die „Männer in Orange“: Bis der Schnee fällt gehört Laubbeseitigung für den Bauhof zum Alltag. Foto: Markus Bienwald
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„Es macht aber Spaß“, sagt der stellvertretende Betriebsleiter Udo Langendorf. Wenn es etwas zu organisieren gibt blüht er regelrecht auf. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Zwei Arbeitsgeräte sind für Udo Langendorf besonders wichtig: Der orange Bulli mit Pritsche und das mobile Telefon. „Ohne geht es nicht“, sagt der stellvertretende Leiter des Technischen Betriebes. Die Zeiten im Büro der Einrichtung, die früher einmal der „Bauhof“ war und bei den Bürgern immer noch so heißt, sind aber auch wichtig.

Wer ein wenig Ruhe auch im Job sucht, ist hier sicherlich falsch. Doch der 52-Jährige scheint erst richtig aufzublühen, wenn es so richtig etwas zu organisieren gibt. „Heute Morgen haben wir noch ein wenig gestreut“, erzählt er. Nichts Besonderes, schließlich lässt der erste Schnee noch auf sich warten. Aber aufgrund der klirrend kalten Nacht wurden „die üblichen Verdächtigen“ – Brücken wie über das Wurmtal und Berganstiege wie in Marienberg – aufgesucht, um mit Salz rutschigen Gegebenheiten zuvorzukommen. „Wir sind eben eine bergige Stadt.“ Seit über 20 Jahren ist er im Team dabei, kennt Leute, Einsatzfahrzeuge und natürlich auch den Jahreskalender beinahe auswendig. Ein anspruchsvoller Job, der ihn auch abseits der von der elektronischen Stechuhr geregelten Arbeitszeiten fordert. „Es macht aber Spaß“, sagt Langendorf.

Ein Job, der fordert

Das gilt auch, weil der Beruf ihn und die 25 Mitarbeiter des Technischen Betriebes immer wieder neu fordert. Aktuell ist es die „Laubernte“, die Udo Langendorf tatsächlich so nennt. „Neben dem täglichen Arbeitsaufgebot sind die Männer dabei, die Straßen und Plätze vom restlichen Laub des Herbstes zu reinigen“, erklärt er. Dazu gibt es die nicht von allen Anwohnern geschätzten Laubbläser und „städtische Staubsauger“, die für eine schnelle Abfuhr des ehemaligen Grüns sorgen, um beispielsweise Unfällen durch rutschiges Laub zuvorzukommen. Aber auch neue Projekte in der Stadt mit den zwei Herzen werden durch die fleißigen Hände vom Technischen Betrieb der Stadt begleitet. Sie setzen beispielsweise Bäume entlang eines neuen Weges, haben von der Planung über die Ausführung bis zur Pflege die turnusmäßig wiederkehrenden städtischen Baumpflanzaktionen unter sich und sorgen derzeit an einem neuen Markt in Scherpenseel mit einer Rindenmulch-Füllung für eine ansehnliche Anlagengestaltung.

Um alldies umsetzen zu können, ist beste Planung und bestes Material unbedingte Voraussetzung. 16 Fahrzeuge mit allerlei Spezialmaterial stehen zur Verfügung. „Und das ist auch nötig”, weiß Langendorf. Während er plant und kalkuliert, bimmelt sein Handy beinahe ununterbrochen. „Die Männer sind an vielen Baustellen in der Stadt unterwegs“, sagt er, und da brauchen sie natürlich manchmal auch die Tipps von der Leitung. Und das nicht nur im Frühjahr und Sommer, wenn viele Menschen die Mitarbeiter des Technischen Betriebes bei ihrer Arbeit, beispielsweise in Grünanlagen, beobachten können. „Egal, zu welcher Jahreszeit, wir laufen immer auf vollen Touren”, weiß Udo Langendorf. Er ist ein alter Hase im Geschäft, weiß genau, worauf es ankommt. „Wir sind schon mal an Heiligabend 15 Stunden lang ohne Pause gefahren, um Schnee zu räumen”, berichtet er. Natürlich wurden in dieser Zeit nicht nur die Salzlager nachgefüllt oder die Schneebretter, wie die Schneepflüge an den Fahrzeugen offiziell heißen, kontrolliert. Denn schon wenn die Tannenbäume das erste Mal geschmückt werden, stehen die Vorbereitungen für den Frühling an. „Da heißt es, Rasenmäher warten, Kehrmaschinen nachsehen oder auch die Tretboote für den See im Naherholungsgebiet Wurmtal wieder fit für die kommende Saison zu machen.“

Dass die Bürger von der Arbeit des Betriebes innerhalb der Zäune auf dem Hof in der Daimlerstraße nichts mitbekommen, liegt auf der Hand. Dass sie umgekehrt erwarten, dass die „Männer in Orange” immer mit dem richtigen und funktionierenden Werkzeug anrücken, wenn einer der immerhin über 8000 Bäume zu schneiden oder das Straßenpflaster zu reparieren ist, ist ebenso klar.

„Manche Arbeiten müssen aber auch mittelfristig geplant werden“, erklärt Langendorf. So gibt es derzeit für die Menschen an der Roermonder Straße in Boscheln einen ungewohnten Anblick, denn alle Bäume entlang der ebenso breiten wie viel befahrenen Straße wurden intensiv beschnitten. „Das ist nur alle paar Jahre möglich“, so Langendorf weiter, „denn wir müssen ja alle Bäume im Stadtgebiet im Blick haben.“ Und jede Jahreszeit hat ihre intensiven Arbeiten, das weiß er aus Erfahrung. „Dazu kommt nach langen Wintern auch die Straßenunterhaltung, die sehr viel unserer Arbeit ausmacht”, schließt der Fachmann.

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