Geilenkirchen - Tausende Besucher feiern Awacs-Jubiläum

Tausende Besucher feiern Awacs-Jubiläum

Von: Thorsten Pracht und Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
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Mit Musik über den Flugplatz: Militärkapellen sorgten für die musikalische Unterhaltung der Gäste. Foto: Udo Stüßer
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Mehr als 60 Flugzeuge und Hubschrauber wurden am Wochenende auf dem Awacs-Flugplatz ausgestellt. Foto: Udo Stüßer
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Trotz des Regens war auf dem Flugplatz auch schon am Samstag mächtig was los. Foto: Udo Stüßer
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Fernando Raimundo, Kommandeur der zweiten Squadron, und Nuria Diaz boten spanischen Spezialitäten an. Foto: Udo Stüßer
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Auf der Umgehungsstraße ging zeitweise gar nicht mehr. Foto: Udo Stüßer
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Bis nach Niederheid staute sich der Verkehr am Samstagvormittag. Erst am Mittag entspannte sich die Situation. Foto: Udo Stüßer
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Eine Modenschau entführte in vergangene Jahrzehnte. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Stundenlange Staus auf den Zufahrtsstraßen zur Nato-Airbase, dazu weitere Wartezeiten an den Eingängen zum Teverener Flugplatzgelände: Am Samstag ging rund um Geilenkirchen zeitweise gar nichts mehr. Wer zum Jubiläum des Nato-Verbandes wollte, musste richtig viel Geduld mitbringen.

„Eine Frechheit“ oder „grottenschlechte Organisation“, das waren noch Kommentare der harmloseren Art, die Nutzer in den Sozialen Netzwerken posteten. Familien kehrten um, weil die Kinder es nach mehreren Stunden des Wartens nicht mehr im Auto aushielten. Von einem „enorm hohen Verkehrsaufkommen“ sprach Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Heinsberger Polizeibehörde, am frühen Nachmittag. Da war das Schlimmste schon überstanden. „Im Moment sieht es so aus, als würde der Verkehr schneller abfließen“, erklärte Frenken.

Er führte die chaotischen Zustände auf einen hohen Besuch zurück, der „wohl vom Veranstalter im Vorfeld so nicht erwartet worden war“. Im Gespräch mit dem Nato-Verband sorgte die Polizei dafür, dass es an den Nahtstellen schneller vorwärts ging. Beispielsweise seien Zufahrten mit vorher einspuriger Verkehrsführung auf zwei Spuren erweitert worden. Diese engen „Nadelöhre“, so Frenken, hätten auf den Hauptadern B221 und B56 für enorm lange Rückstaus gesorgt. Die Polizei sei im Gespräch mit den Veranstaltern, wie man das Verkehrsproblem weiter entzerren könne, sagte Frenken.

Die Stadt hatte vorsorglich ein Feld zwischen Teveren und Grotenrath angemietet, das als zusätzlicher Parkplatz freigegeben wurde. Das entspannte die Situation vor dem Haupttor, das eigentlich von Besuchern nicht zur Einfahrt auf den Flugplatz genutzt werden sollte.

Frenken mahnt Anreisende am Samstagnachmittag sowie am Sonntag dennoch, sich „auf Wartezeiten einzurichten“. Für stundenlange Wartezeiten am Eingang sorgten die besonders intensiven Kontrollen: Frauen mussten anfangs ihre Handtaschen ganz ausschütten, die Kameras der Besucher wurden genau unter die Lupe genommen.

„Die Lage hat sich entspannt. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei ist die Lage unter Kontrolle“, erklärte Brigadegeneral Karsten Stoye, Kommandeur des Awacs-Verbandes, kurz nach Mittag und warb um Verständnis: „Wir müssen eine Balance finden zwischen der Sicherheit einerseits und dem Erlebnisempfinden der Bürger andererseits“, sagte er.

Schließlich könne man nicht alle Besucher ohne Kontrolle passieren lassen, damit es schneller gehe. Allerdings wurde das Wachpersonal an den Kontrollstellen erhöht, wodurch sich die Wartezeiten erheblich reduzierten. „Wegen des schlechten Wetters sind am Samstag wesentlich mehr Menschen mit dem Auto gekommen, als wir eingeplant haben“, erklärte Johannes Glowka, Sprecher des Verbandes.

Um Verständnis warb auch Bürgermeister Georg Schmitz: „Nach all den Anschlägen in der Vergangenheit muss man strengere Kontrollen in Kauf nehmen. Schließlich geht es um die Sicherheit der Menschen. Will man die Gefahr auf sich nehmen, dass eine Bombe hochgeht? Oder will man bessere Kontrollen?“ Schmitz erinnerte daran , dass auch bei vorherigen Festen auf der Awacs-Basis die Verkehrslage mehr als angespannt war. „Vor fünf Jahren staute sich der Verkehr auf der Umgehungsstraße bis Immendorf und in der anderen Richtung bis Blauenstein vor Heinsberg.“

Am Sonntag war die Verkehrslage nicht ganz so angespannt: Am Vormittag staute sich der Verkehr auf der L 42 bis zur Abfahrt zur Umgehungsstraße vor Geilenkirchen, vor dem Nordtor herrschte der Stau nur noch bis Gillrath. Viele Besucher waren vorgewarnt und nutzten den vom Awacs-Verband eingerichteten Shuttle-Service vom Bahnhof zum Flugplatz. Deshalb gab es am Sonntagmittag kaum noch einen Parkplatz in der Geilenkirchener Innenstadt. Der Parkplatz des Rewe Centers war ebenso wie das Parkhaus voll.

Sicherlich taten viele in den Sozialen Netzwerken ihren Unmut kund. Es gab aber auch positive Stimmen von Menschen, die Verständnis hatten und von einem „gelungenen und informativen Tag“ sprachen.

Mehr als 60 Militärflugzeuge und Hubschrauber aus den Nato-Staaten, vom Bomber bis zum Jagdflugzeug, zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Natürlich konnte man, wenn man lange Wartezeiten in Kauf nahm, ein Awacs-Flugzeug von innen besichtigen.

Bei einer Militärausstellung wurde die Technik der Flugabwehr präsentiert. Und Militärkapellen ließen sich nicht vom Regen abhalten, sondern marschierten musizierend über den Platz. Der Mitglieder des Silver Wings Square Dance Clubs tanzten auf Zuruf des Ansagers (Caller) ihre Figuren, und eine Modenschau auf der Bühne ließ Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte aufkommen.

Nicht zu vergessen die kulinarischen Genüsse, mit denen die beteiligten Nationen aufwarteten. Während man am Imbissstand bis zu einer Stunde für eine Portion Pommes oder Bratwurst anstehen musste, waren spanische Oliven, griechischer Honig, amerikanisches Popcorn, niederländische Waffeln, türkisches Eis und ungarische Wurst schneller zu haben. Viele Länder wollten sich an diesem Wochenende von ihrer Schokoladenseite zeigen: Norwegen warb mit der Schönheit der Natur, und Griechenland präsentierte sich als Urlaubsinsel.

Am Stand der Griechen gab es sogar eine Urlaubsreise für zwei Personen zu gewinnen. Die Engländer waren nicht nur mit einer Awacs E-3D gekommen, sondern hatten auch Konfitüre, Tee und viel Süßes im Gepäck.

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