Taufen von Asylbewerbern sind kein großes Thema

Von: jpm/lbe
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Taufen von Asylbewerbern sind vielerorts in Deutschland ein großes Thema – im Kreis Heinsberg offenbar weniger. Foto: dpa

Geilenkirchen/Aachen. Die Berichte über Massentaufen von Asylbewerbern nehmen seit Beginn des Jahres zu. In einigen deutschen Städten werden bis zu 100 Menschen zur gleichen Zeit getauft. Im Heinsberger Südkreis hingegen spielt das Thema offenbar eine weit geringere Rolle – wenngleich es auch hier nicht unbekannt ist.

Verlässliche Zahlen gibt es allerdings nicht. Denn einerseits wird der Aufenthaltsstatus eines Täuflings bei den Kirchen nicht erfasst. Ebenso wenig bekommen die Verwaltungen es zwingend mit, wenn ein Asylbewerber sich taufen lassen will. Bleiben die Auskünfte von Mitarbeitern der Verwaltungen und Kirchen, um sich zumindest einen groben Überblick zu verschaffen.

Ein Ehepaar aus dem Iran, das in Geilenkirchen lebt, hat es geschafft, in die Evangelische Kirche aufgenommen zu werden. Es konnte offenbar glaubhaft nachweisen, den Glauben auch in der Heimat schon gelebt und bereits in diese Richtung engagiert gewesen zu sein.

Keine signifikante Zunahme

Auch in Aachen können das Bistum und der Evangelische Kirchenkreis von Taufanfragen einiger Asylbewerber berichten. „Es gibt einzelne Taufen, aber es ist nicht die große Masse“, sagt Redmer Studemund, Vorsitzender des Gesamtpresbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen und Pfarrer in Aachen-Burtscheid.

„Von den Gemeinden und unseren Flüchtlingsseelsorgern wissen wir von vereinzelten Anfragen. Von einer signifikanten Zunahme kann aus unserer Sicht keine Rede sein“, sagt Anja Klingbeil von der Pressestelle des Bistums Aachen. Man freue sich jedoch sehr darüber, wenn sich Menschen – egal welcher Herkunft – mit dem Glauben auseinandersetzten und sich bewusst für das Christentum entschieden. „Die Anfragen nehmen wir ernst und begleiten die Menschen pastoral“, ergänzt sie.

Nachrangiger Grund

Natürlich gibt es auch Asylbewerber, die in dem Eintritt in eine der Kirchen eine Möglichkeit sehen, die Aussichten auf eine Bewilligung des Asylantrags zu erreichen. Das funktioniert aber nicht, egal ob es mit der Taufe nun klappt oder nicht: Die Behörden betrachten den Eintritt in die Evangelische oder in die Katholische Kirche als nachrangigen Asylgrund, der zudem erst während des Aufenthalts in Deutschland geschaffen wurde, erklärt Yvonne Wolf aus der Geilenkirchener Stadtverwaltung.

Das Bistum Aachen hat für die Seelsorge und besondere Begleitung eine „Handreichung“, also eine Empfehlung, entwickelt: „Wenn Flüchtlinge nach der Taufe fragen“ heißt sie und ist auf der Webseite des Bistums zu finden.

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