Tage der Ascheplätze sind gezählt

Von: Johannes Gottwald
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Während auf dem Bucksberg schon seit zwei Jahren der Ball auf dem Kunstrasen rollt, muss man sich in Boscheln und anderenorts noch häufig mit holperigen und zuweilen staubigen Aschenplätzen begnügen. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Bei älteren Fußballern wecken sie mitunter nostalgische Gefühle, den meisten Senioren- und Jugendtrainern sind sie jedoch ein Gräuel: Die Ascheplätze. In den Niederlanden sind sie gänzlich verschwunden, auch hierzulande drängen Versicherungen und Mediziner immer mehr darauf, sie abzuschaffen und durch moderne Kunstrasenplätze zu ersetzen.

Der DFB ließ in jüngster Vergangenheit umfangreiche Studien erstellen, in denen der Bau von Kunstrasenplätzen mit Nachdruck empfohlen wird. Ihre Vorteile sind beachtlich: Der Ausfall von Spielen wird reduziert, die gleichmäßige Beschaffenheit des Bodens fördert das technische Fußballspielen und nicht zuletzt verringert sich das Verletzungsrisiko erheblich. Zwar kann man sich beim Tackling Schürf- und Brandwunden zuziehen, aber die neuesten Materialien haben auch hier schon für Verbesserungen gesorgt.

Plätze umwandeln

Die Kommunen in unserer Region planen daher, die noch vorhandenen Ascheplätze mittelfristig in Kunstrasenplätze umzuwandeln. Freilich steht diesem Vorhaben die klamme Finanzlage entgegen. Nur die Stadt Übach-Palenberg nutzte im Jahre 2011 das Konjunkturprogramm der Bundesregierung und legte auf dem Bucksberg anstelle des alten Ascheplatzes eine völlig neue und moderne Sportanlage mit Tartanbahn und Kunstrasen an. Weitere Projekte lassen dagegen noch auf sich warten. So steht dem VfL Boscheln neben dem Naturrasen nur ein staubiger und holperiger Ascheplatz zur Verfügung. Etwas besser ist die Situation in Frelenberg, aber bedenklich sieht es in Scherpenseel aus, wo man bei schlechtem Wetter auf einen Nebenplatz ausweichen muss, der sich in katastrophalem Zustand befindet.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch sieht zur Zeit noch keine Möglichkeit für weitere Bauvorhaben. „Die Platzanlage am Bucksberg hat etwa eine Million Euro gekostet. Unsere Stadt muss zunächst einmal ihren finanziellen Verpflichtungen auf kommunaler Ebene nachkommen – ein Kunstrasenplatz aber gehört noch zum Ressort der freiwilligen Leistungen“. Die neue Kunstrasenanlage am Übacher Bucksberg wird jedenfalls seit ihrer Einweihung intensiv genutzt – neben der Betriebssportgemeinschaft Schafhorst vor allem vom FC Rheinland und dem VfR Übach-Palenberg. Nahezu täglich findet hier Trainings- und Spielbetrieb statt. Jugendleiter Rüdiger Köchling vom VfR hat sich der Aufgabe angenommen, für beide Vereine einen Nutzungs- und Belegungsplan zu erstellen – auch wenn das nicht immer leicht ist.

„Der Kunstrasenplatz ist super“, schwärmt Trainer Jürgen Lindholm vom FC Rheinland.

Zukunftsmusik

In Geilenkirchen befinden sich noch drei Ascheplätze – in Teveren, Bauchem und neben dem FSV-Rasenplatz.

Infolge der zentralen Lage kommt nach Ansicht des städtischen Schul- und Sportamtes zuerst die Anlage in Bauchem für einen neuen Kunstrasen in Betracht. Dies ist aber wohl noch Zukunftsmusik.

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