Tag des offenen Denkmals: Ein Blick in die Geschichte

Von: Dettmar Fischer
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Martin Heinrichs (r.) empfing zum Tag des offenen Denkmals die Besucher in der Wassermühle Zweibrüggen. Foto: Dettmar Fischer

Übach-Palenberg. Wenn Hans Hansen mal keine Besucher in der alten Katholischen Kirche auf dem Frelenberger Hügel empfängt, sitzt er vor der Kirchentür und genießt einen wunderbaren Ausblick auf das Wurmtal. Am Tag des offenen Denkmals war es mit der Beschaulichkeit aber eher schlecht bestellt, was Hans Hansen aber durchaus freute, denn das Interesse der Gäste an der schönen, kleinen Kirche, die ihren schönen Standort einem „dummen“ Esel verdankt, war groß.

Hansen gehört zum Kirchenvorstand von St. Dionysius Frelenberg, und er engagiert sich ehrenamtlich zusammen mit Freunden für den Erhalt der alten Kirche. Warum tut er das? Hans Hansen lacht: „Aus Spaß an der Freud.“ Und er fügt etwas ernster hinzu: „In meinen Augen geht von solchen Dingen zu viel unter.“

Von solchen Dingen berichtet Hansen beim Denkmaltag gerne. Ein solches Ding war zum Beispiel der schwarze Altar, der vom damaligen Pfarrer zerhackt wurde, weil nebenan ein moderner Sakralbau errichtet worden war, der 1960 in Dienst genommen wurde. Eine kleine Anekdote, die Hans Hansen zu seinem schönen Aussichtsplatz verhalf, erzählt vom Frelenberger Esel.

Dem Esel ist auch ein Denkmal gewidmet, das steht ein paar Meter weiter vor der neuen Kirche. Und wenn Hansen Besucher vor sich hat, von denen er glaubt, dass die Sage vom Esel ihnen neu sein könnte, legt er los.

Ganz kurz nur: Der Esel soll mit einem Sack beladen auf den Frelenberger Berg gelaufen sein und erst oben auf dem Berg seine Last abgeworfen haben. Mit diesem Esels-Orakel sollen die alten Frelenberger den Ort zum Bau der heutigen Alten Kirche bestimmt haben. Hansen findet jedenfalls die Wahl des Esels gar nicht dumm, auch wenn die Frelenberger beim Steineschleppen auf den Berg geflucht haben dürften.

Die Geschichte der alten Kirche geht auf das 15./16. Jahrhundert zurück, die einfache Saalkirche aus Bruchsteinen errichtet, wurde im 17. Jahrhundert erweitert. Im 19. Jahrhundert wurden Chor, Sakristei und die Vorhalle vor dem Turm errichtet.

Auch im Wurmtal gelegen ist die Wassermühle Zweibrüggen. Dort trat Hausherr Martin Heinrichs zum Denkmaltag in die Fußstapfen seiner Frau Berti Davids-Heinrichs, die als Gästeführerin bekannt ist, an diesem Tag aber leider verhindert war.

Martin Heinrichs freute sich sehr über die vielen Besucher, denen er gerne die Relikte der Wassermühle, die bereits 1450 als Kornmühle erwähnt wird, zeigte. Das Mühlwerk im Erdgeschoss ist noch sehr gut zu sehen. Da wurden Erinnerungen an die alten Zeiten wach, ein älterer Herr: „Für zwölf Zentner Weizen haben wir damals 48 Mark bekommen.“ Lang ist es her.

Das hölzerne Zahnrad wurde genau unter die Lupe genommen. Martin Heinrichs gestand aber: „Das Wasserrad draußen ist etwas tricky.“ Zwar liegt die Wassermühle Zweibrüggen immer noch idyllisch an der Wurm, doch speist das Wasser der Wurm nach der Begradigung 1974 leider nicht mehr das Mühlrad. So hat Heinrichs eine Konstruktion erdacht, die mit ein paar Tricks, ein beschaulich plätscherndes Mühlrad inszeniert. Martin Heinrichs: „Teile des Mühlrades haben wir im ganzen Garten verstreut gefunden und restaurieren lassen.“

Von einem heute wunderbar gepflegten Garten umgeben, bot die Wassermühle Zweibrüggen den Besuchern beim Tag des offenen Denkmals auch ein wenig Romantik in Erinnerung an die damals sicherlich nicht nur guten alten Zeiten.

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