Tag der Begegnung: Fußball und Currywurst ganz indonesisch

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
7899847.jpg
Zum „Tag der Begegnung“ am Freshman-Institut im Loherhof hatten Interessierte die Gelegenheit, sich mit anderen Kulturen vertraut zu machen und unter anderem Speisen aus verschiedenen Ländern zu probieren. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Sie gehören seit mehr als zehn Jahren zum Stadtbild, und sie fühlen sich hier in ihrer vorübergehenden Wahlheimat meist sehr wohl. Das sind die Studenten des Freshman-Instituts, die zur kulturellen Vielfalt und zum Image Geilenkirchens als internationale Kommune entscheidend beitragen.

Die derzeit rund 300 jungen Frauen und Männer aus 20 Ländern im Alter von 17 bis 20 Jahren bereiten sich seit dem 21. Oktober vorigen Jahres im Campus Geilenkirchen-Loherhof der Fachhochschule (FH) Aachen auf das von ihnen gewählte Studium vor. Das führt sie im Anschluss an die Universitäten und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen.

Jetzt stand der zweite „Tag der Begegnung“ am Loherhof an. Die Premiere im vergangenen Jahr hatte Erfolge gezeigt und der Bevölkerung einen Blick in andere Kulturwelten eröffnet. „Im Ausland hinterlassen die Deutschen den Eindruck, dass sie arbeitsam und zuverlässig sind“, sagte die Geschäftsführerin des Freshman-Instituts, Maria Kappenstein. „Man denkt da eher weniger an Gastfreundschaft.“

Umso erstaunter seien die Studenten dann über die herzliche Aufnahme und die Gastfreundschaft, die ihnen in Geilenkirchen entgegen gebracht werde. Maria Kappenstein nannte auch das Patenschaftsprogramm des Instituts, das sich zunehmender Beliebtheit erfreue.

„Das ist international, das ist jung, das ist dynamisch – so haben wir es gerne“, sagte Bürgermeister Thomas Fiedler und begrüßte die Studierenden im Namen der Stadt. Geilenkirchen wolle international sein – und die Stadt sei es auch. Danach griff der Ratsvorsitzende erst einmal zu einer angebotenen Currywurst, aber nach verschärftem indonesischen Rezept, bevor er einen Rundgang über das Präsentationsgelände machte.

Generell war die afrikanische und asiatische Küche an diesem Tag sehr beliebt bei den Besuchern, die allerdings nur in überschaubarer Zahl zum Loherhof gekommen waren. Die Studierenden boten etliche und für den mitteleuropäischen Gaumen eher als exotisch empfundene Speisen aus ihren Heimatländern an.

„Lasst uns heute Mathematik vergessen und Spaß haben“, hatte Maria Kappenstein am Ende ihrer Ansprache appelliert. So stand Lebensfreude an diesem Tag im Vordergrund, und die zeigte sich in Musik, Gesang, Tanz und sportlicher Betätigung. Dazu zählte auch ein Fußballturnier, das ebenfalls die Kulturen miteinander verbinden sollte.

Am Rand des Sportplatzes stand Alfons Nickels mit den beiden 18-jährigen Studenten Mikhail Polikarpov und Jingyi Chen. Das Ehepaar Christa und Alfons Nickels aus Waurichen hat seit Januar eine Patenschaft für die beiden jungen Leute aus Russland und China übernommen. Bei einem gemeinsamen Essen hatten sich die Gastgeber und Studenten erst einmal kennengelernt und sind mittlerweile gute Freunde geworden.

Viel hat das Quartett schon unternommen, und die beiden Studenten haben dabei einige deutsche Gepflogenheiten erlebt. „Hier sind die Straßen sonntags immer so leer“, nennt Mikhail im Beispiel den Unterschied zu seiner Heimatstadt Moskau. „Abends nach 18.30 Uhr fahren hier kaum noch Busse“, wirft Jingyi ein, der das quirlige Leben in Shanghai gewohnt ist.

Mikhail liebt Musik und ist ein Beethoven-Fan. Deshalb hatten Christa und Alfons Nickels ihn und Jingyi auch in eine Oper eingeladen. Das Ehepaar ermöglichte den Studenten einen viertägigen Berlin-Besuch, der sie an Stätten von historischer Bedeutung führte. Ein Grillnachmittag brachte Mikhail und Jingyi mit weiteren Freunden der Familie Nickels zusammen, und in Kürze ist noch eine Schifffahrt auf dem Rhein geplant.

Die Besucher des „Tag der Begegnung“ hatten auch Gelegenheit, sich in einigen Räumen des Freshman-Instituts umzusehen. Hier präsentierten die Studenten unter anderem von ihnen gefertigte Kunstwerke und Bilder, brachten traditionelle chinesische Instrumentalmusik, aber auch Werke am Klavier, zu Gehör.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert