Tafel sammelt Paketspenden für schöne Bescherung

Von: Markus Bienwald
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Großes Bild: Monika Bodden (links) und Christel Krampen arbeiten nicht nur bei der Tafel in Übach-Palenberg, sie spendeten auch. Kleines Bild: Karin Herper, Marlene Hermanns, Michaela Bündgens und Irmgard Dieteren (v.l.) nahmen sich in Gangelt der Weihnachtspakete an. Foto: Markus Bienwald
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Bei so viel guter Laune wie in der Annahmestelle der Tafel in Geilenkirchen mit Karin Popierz, Kirsten Kurzweg, Doris Heutz, Rita Henz, Marcia Mazzeo, Roswitha Leick und Thomas Schiffmann kann nichts schiefgehen.

Gangelt/Geilenkirchen/Übach-Palenberg. „Guten Morgen!“, sagt Kirsten Kurzweg schnell zu der jungen Frau, die gerade mit einem frisch gepackten Paket durch die Tür in den Saal des Gemeindezentrums geht. „Einfach hier abstellen“, lautet die freundliche Aufforderung, der die Einladung auf einen gerade frisch aufgebrühten Kaffee folgt.

Letzteren haben sich Kirsten Kurzweg, Roswitha Leick, Rita Henz, Doris Heutz, Karin Popierz, Marcia Mazzeo sowie Thomas Schiffmann und Uwe Meins redlich verdient. Sie alle standen am Mittwoch in der Annahmestelle der von unserer Zeitung mitgetragenen Weihnachtspaket-Aktion der Übach-Palenberger Tafel, um auch in Geilenkirchen die Paketspenden anzunehmen.

Das macht Spaß, es bringt viele Kontakte und auch die Chemie in der Gruppe, die im evangelischen Gemeindezentrum die Pakete annimmt und sortiert, stimmt. „Ich bin Vollrentner, ich habe sonst nichts anderes zu tun“, erklärt Thomas Schiffmann, während aus dem kleinen, leicht verbeulten CD-Radio schwungvolle Weihnachtslieder erklingen. Unter die Leute zu kommen ist aber nur ein Vorteil derjenigen, die hier nicht nur zur Weihnachtszeit mitmachen, um den Tafel-Kunden den Tisch zu decken. „Vorher hat man uns geholfen, jetzt helfe ich mit“, sagt eine andere Helferin in Gangelt. Dort waren schon kurz nach dem Startschuss der Paketannahme um 11 Uhr einige Bänke der evangelischen Friedenskirche mit prall gefüllten Lebensmittelpaketen belegt. Kaffee war darin, Nudeln, Dosen, haltbare Lebensmittel, hier und da ein Stück Käse, aber auch Wein. „Den müssen wir leider aussortieren“, so Karin Herper, die mit Marlene Hermanns, Michaela Bündgens und Irmgard Dieteren am Mittwoch in Gangelt die Pakete annahm.

Aussortiert wird auch, weil Alkohol nicht weitergegeben wird, das ist Grundsatz der Tafel. Was aber gerne weitergegeben wird, das sind die kleinen Beigaben der Spender, beispielsweise selbst geschriebene Karten zu Weihnachten oder auch Stofftiere. Von denen gibt es in Geilenkirchen eine ganze Fensterbank voll. „Die bekommen morgen die Familien mit Kindern, wenn sie ihre Pakete holen“, so Kirsten Kurzweg.

Zufrieden mit der Resonanz sind die Menschen auch in der ein wenig zur Nikolauswerkstatt umfunktionierten, ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums. Früher kamen hier die Arbeitskräfte aus halb Europa hin, um den Lohn der harten Arbeitswoche abzuholen. Heute kommen Menschen, die bedürftig sind, auch ein Teil der aktuell rund 400 Flüchtlinge in der Stadt. „Wir knacken die 200“, sagt Tafel-Vorsitzende Roswitha Bischhaus, womit sie allerdings nicht die Zahl von Kunden meinte, die um die 1000 liegt und sich durch die Berechnung von Bedarfsgemeinschaften in Übach-Palenberg, Geilenkirchen, Birgden und Saeffelen so um die Versorgung von gut und gerne 2500 Menschen kümmert. Nein, Roswitha Bischhaus meint Pakete, denn immerhin sind sie das freiwillig angelieferte Kapital, mit dem die Kunden versorgt werden.

198 Pakete waren es 2014 in Übach-Palenberg, ob es in diesem Jahr tatsächlich sogar noch mehr werden, wird sich zeigen. „Was besonders hilft, sind die Tüten von verschiedenen Lebensmittelmärkten“, sagt sie. Denn bei einer steigenden Anzahl von zu versorgenden Einzelpersonen in einem zahlenmäßig stabilen Kundenkreis der Tafel, bringt die Problematik, dass gerade Ein-Mann-Pakete mehr Abnehmer finden werden. „Dazu haben wir durch die steigende Zahl von Flüchtlingen auch das Problem, dass die natürlich andere Ernährungsgewohnheiten mitbringen“, sagt Dieter Bischhaus, zweiter Vorsitzender der Übach-Palenberger Tafel. Bei den Flüchtlingen seien Zucker, Mehl und Öl gefragt, was bei den Stammkunden der Tafel eher nicht der Fall sei. Durch Improvisation kann aber alles so umgepackt werden, dass für jeden das Passende dabei sein wird, wenn am heutigen Donnerstag ab 10 Uhr die Abgabe- zu Ausgabestellen werden.

Dann werden sich auch Monika Bodden und Christel Krampen wieder die Tafel-Schürze umbinden, um freiwillig mitzuhelfen. Gespendet haben sie auch, nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ein Paket. „Wir haben doch alles im Überfluss, da geben wir auch gerne“, bringt Monika den Grund für ihre Hilfsbereitschaft auf den Punkt. Und ein nettes Wort, das Helfen in der Gemeinschaft und das gute Gefühl, mit dem eigenen Tagwerk etwas zu einem positiven Gesellschaftsbild beizutragen, gibt es für sie noch gratis dazu. So wie den Kaffee für alle, die sich am Mittwoch auf den Weg machten, um mit Gaben anderen Menschen zur Weihnachtszeit ihr ganz persönliches Hilfspaket zu schnüren.

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