Gangelt-Birgden - Symbolische Baumpflanzung: Mit „Spiel(t)räumen“ bis nach Berlin

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Symbolische Baumpflanzung: Mit „Spiel(t)räumen“ bis nach Berlin

Von: agsb
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Kinder, Jugendliche, Initiatoren und Ehrengäste gemeinsam bei der Sache für die „Spiel(t)räume“. Auf dem Gelände des naturnahen Spiel- und Erlebnisraums wurde symbolisch der erste Baum, eine Linde, gepflanzt. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin...“, ist sich Jürgen Hagen, Vorsitzender des Vereins „Abenteuerspielplatz Spiel(t)räume Birgden“ sicher. Es geht um die Teilnahme am bundesdeutschen Projekt „Gemeinsam stark sein“. 23 Ideen sind dafür auserwählt worden, die Sieger werden in Berlin ausgezeichnet. Der naturnahe Spiel- und Erlebnisraum hätte aus Vorstandssicht das Potenzial dazu.

Bei herrlichem Herbstwetter hatte der Verein am Wochenende zum Spatenstich der beginnenden Pflanzaktion geladen, die Resonanz war überwältigend. Viele Kinder hatten bereits Schaufel dabei, zeigten sich bei einer anschließenden Pflanzaktion voller Tatendrang. Brigitte Mols hatte 2011 zur 50-Jahrfeier „Unser Dorf hat Zukunft“ in Ludwigsburg der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft als Kreisvorsitzende eine Linde bekommen und reichte sie jetzt dem Verein weiter.

Die Linde soll ein Symbol für das Gelände werden. In den kommenden Wochen werden 950 Gehölze in die Erde gebracht: fünf Laubbäume (Linde, Esche), elf Obstbäume und zwölf Kopfweiden.

Ein weiter Weg

Bürgermeister Bernhard Tholen hat die Schirmherrschaft übernommen, sah etwas Einzigartiges in Birgden entstehen. „Es war ein weiter Weg, bis es Wirklichkeit wurde“, blickte Tholen zurück und freute sich, dass hier viele ehrenamtliches Engagement zeigen. „Der Verein ist auf gutem Weg“, so Tholen weiter. Der Bürgermeister verkündete, dass dieser Raum als „gemeindlichen Platz“ ausschildert wird, um hier auch die Versicherungsfrage abzuklären.

Gabriele Eucken von der Bezirksregierung Köln sprach von einem großartigen Projekt und war sich sicher, dass hier etwas Einzigartiges für Birgden und die Gemeinde entstehen kann. „Die Bezirksregierung hat selbst alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass hier bei den Fördergeldern keine Steine in den Weg gelegt werden. Die Förderrichtlinien und Anforderungen sind hoch, denn die EU möchte schon wissen, wohin das Geld geht. Aber wir haben das gemeinsam gemeistert.

Die Profinalität des Projekts hat alle überzeugt. Die EU beteiligt sich mit rund 30.000 Euro, und ich denke, das ist gutangelegtes Geld.“ Vera Lauber, Regionalmanagerin der Leaderregion „Der Selfkant“, freute sich ebenso wie Birgdens Ortsvorsteher Stefan Palloks, dass auf der rund 11.000 Quadratmeter großen Fläche dieser naturnaher Spiel- und Erlebnisraum entsteht.

Die Projektidee entstand vor dem Hintergrund fehlender Spielräume für Kinder, Rückzugszugs- und Gestaltungsräume für Jugendliche, aber auch Begegnungsorte für Senioren. Ein Spielort für Jung und Alt, im Grunde ein naturnaher Spiel- und Erlebnisraum - so die Vision der Birgdener KAB-Frauen um Gertrud Grotthaus.

Das war im Jahr 2010, und die Idee wurde nicht mehr losgelassen. Man hinterfragte, wie Kinder und Jugendliche am liebsten in der Natur spielen möchten. Notiert wurden unter anderen Baumhäuser, klettern, verstecken im Gebüsch, schlicht die Natur erleben. Alles ohne Internet.

Die befragten Senioren wünschten sich einen Ort, an dem sie sich eben mit diesen Kindern und Jugendlichen treffen und Kontakte knüpfen könnten, dazu auch selbst Spielmöglichkeiten bekommen. Aus der Idee wurde ein Plan, der im Handlungsfeldforum der Leader­region „Der Selfkant“ erfolgreich vorgestellt und als Förderungswürdig angenommen wurde.

Eine erforderliche Co-Finanzierung nach Richtlinien einer Leaderförderung aus Mitteln der europäischen Gemeinschaft wurde seitens der Gemeinde übernommen. Es folgte ein langer Weg der Bürokratie, 2011 wurde der Verein „Spiel(t)räume Birgden“ gegründet. Workshops mit Kindern und Jugendlichen wurden realisiert, die Idee ausgearbeitet. „Uns war wichtig, die Kinder und Jugendlichen sowie Senioren mit in den Planungen einzubeziehen“, so Vorsitzender Jürgen Hagen. Ein Grundstück im Gewerbegebiet am Ortseingang von Gillrath kommend war schnell gefunden.

Alle Hürden wurden vom Verein erfolgreich genommen und Vorschriften erfüllt; auf dem Rübenacker starteten vor Monaten die Arbeiten. Unterstützung kam vom Naturschutzbund (Nabu), aus dem Rübenfeld wurde mehr und mehr eine sichtbar abgegrenzte Fläche.

Die Kinder der Schule der Begegnung übernahmen die Patenschaft für die große Obstbaumwiese über den Bundeswettbewerb „Gemeinsam stark sein“ der deutschen Vernetzungsstelle ländliche Räume in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Podestplatz im Blick

„23 Projekte aus ganz Deutschland, drei aus NRW, sind ausgewählt worden, und wir sind dabei. Darauf sind wir richtig stolz“, so Jürgen Hagen. Die jeweiligen Sieger werden auf der „Grünen Woche“ in Berlin ausgezeichnet. Drei Projekte werden prämiert - und die Birgdener wollen mit auf das Podest.

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