Strippen ziehen für den sozialen Einsatz

Von: Wilfried Rhein
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Die verschiedenen Trägereinri
Die verschiedenen Trägereinrichtungen waren bei der Eröffnung vertreten. Von links Thomas Bindels, Leiterin Danuta Dorosz, Johannes Eschweiler, Alfons Bäumer, Marie Luise Moors, Gottfried Küppers, Lutz Braunöler, die Geistlichen Ralf Linnartz und Gottfried Maria Graaff sowie Bürgermeister Thomas Fiedler. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die KAB - „ein Schatz in der Region”. Regionaldekan Gottfried Maria Graaff sprach der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung dieses Lob aus und beschrieb sie weiter als „Institution, die viele Menschen zusammenbringen kann”. Anlass war die Eröffnung der Beratungsstelle für Erwerbslose in der Geilenkirchener Innenstadt.

KAB-Diözesansekretär Alfons Bäumer verband vor Vertretern des Katholikenrats, dem Caritasverband, des Amos e.V., des Büros der Regionaldekane sowie weiterer Träger-Delegierter auch aus der KAB-Region Heinsberg die Hoffnung, dass man jenen mehr Aufmerksamkeit schenken möge, die wirkliche Nähe brauchen.

Geilenkirchen sei ein guter Platz, Anfragen aufzunehmen. Und die Erfahrung lehre, dass es viele Anfragen aus diesem Teil der Region gebe, bestätigte Lutz Braunöhler, Vorsitzender des Katholikenrats. Erreicht werden soll, dass - stets in Verbindung mit der aktuellen Sozialgesetzgebung - die Leistungsbezieher „auf alltagspraktischer Ebene” ihre Situation durch eine unabhängige Beratungsstelle verbessern können.

Unabhängigkeit, das ist vor allem das Stichwort für die Leiterin der Beratungsstelle in der Konrad-Adenauer-Straße 68, unweit des Bahnübergangs. Diplom Sozialpädagogin Danuta Dorosz sieht den Vorteil in dieser Einrichtung in der Chance, „Vernetzungen im Sinn der Menschen, die Hilfe brauchen, herzustellen”. Diese Adresse sei ein guter Platz für soziale Hilfe, zwar auf gesetzlicher Grundlage in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit, aber ohne Zwang und mit dem besonderen Vertrauensschutz der gemeinsamen Träger, vornweg der Berufsverband der KAB.

„Die Einrichtung der neuen Erwerbslosenberatungsstelle ist möglich geworden, nachdem über mehrere Jahre Männer und Frauen in der Region Heinsberg überlegt haben, wie unsere Kirche auch hier für Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und auch daher unserer Hilfe bedürfen, ein Angebot der Beratungshilfe schaffen kann”, schickte Alfons Bäumer der offiziellen Eröffnung am Montagmittag voraus. Seit Jahresbeginn fördert das Land Nordrhein-Westfalen mit Geld aus dem Sozialfonds der Europäischen Union (ESF) diese Beratungsstellen. Eine gibt es bereits in Erkelenz, nun nimmt die in Geilenkirchen ihre Arbeit auf.

So lobte Bürgermeister Thomas Fiedler die „treffliche Wahl des Ortes”. Kirche bedeute auch sozialen Einsatz und das Anpacken aktueller Probleme. „Nutzen Sie die anderen Partner des Arbeitsmarktes, die Arbeitgeber”, appellierte der Ratsvorsitzende, denn „direkter Kontakt schafft beste Gelegenheit.”

Dass die Erwerbslosenberatung jedem Ratsuchenden diene, unterstrich die KAB anlässlich der Eröffnung. Unter den vielen tausend Menschen, die im Kreis Heinsberg keine Arbeit finden, benötige eine große Anzahl einen anderen Zugang der Hilfe, wie es in einem Jobcenter aufgrund der Rechtsform nicht umfänglich anbieten könnten. Ein gutes Zusammenspiel von Erwerbslosenberatungsstelle und Jobcenter sowie anderen Beratungseinrichtungen werde dem Einzelnen, der mit ihm verbundenen Familie wie auch dem Gemeinwohl aller zu Gute kommen.

„Diese Institution kann viele Menschen zusammenbringen”, erkannte Regionaldekan Graaff. Es gelte, in die gleiche Richtung zu rudern. Das schaffe Vertrauen, das biete auch Trost, sagte der Pfarrer aus Gangelt, segnete die hellen, freundlich eingerichteten Räume und überreichte der Leiterin Danuta Dorosz ein kunstvoll gefertigtes Kreuz aus Glaselementen.

In den Segen stimmte auch Ralf Linnartz ein, der Diözesan-Präses der KAB. Er forderte pragmatisch auf, hier „die Strippen zu ziehen, um Menschen Mut zu machen”. Ein Ziel der Beratungsstelle schloss Ralf Linnartz sogar in seine Fürbitten ein: „Perspektiven entdecken für das Leben.”

Die Beratungsstelle für Erwerbslose in der Geilenkirchener Konrad-Adenauer-Straße 68 ist geöffnet montags 9.30 bis 12.30 und 13 bis 15 Uhr, dienstags 8.30 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr, donnerstags 8.30 bis 12 Uhr. Terminabsprachen mit der Leiterin Danuta Dorosz vorläufig erbeten unter Telefon 0157/83297560.
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