Streusalz sollte auf der Fahrbahn kleben

Von: Wilfried Rhein
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Aus der Lagerhalle für das Streusalz wird Horst von St. Vith (oben) mit seinem Großräumfahrzeug per Radlader bedient. Kollege Uwe Wirtz bunkert derweil von Hand ein Gemisch aus Lavakorn und Salz für den Einsatz auf Rad- und Gehwegen; v.l. Friedel Mannheims und Udo Langendorf.

Übach-Palenberg. Im Sommer schon ist alles klar für den Winterdienst. Die Lagerbestände der Streumittel sind bekannt, Bestellungen zum Auffüllen oder für das Zwischenlager gehen raus. Jetzt kann die kalte Jahreszeit kommen – oder sich Zeit lassen. Für Friedel Mannheims (56), Leiter des Technischen Betriebs der Stadt Übach-Palenberg, und Udo Langendorf (52) vom Baubetrieb ist das unerheblich.

So lange der Schnee nicht zentimeterhoch die Grünflächen der Stadt bedeckt, kann in großem Umfang noch „Laub geerntet“ werden, wie Udo Langendorf es ausdrückt. Wann es für den Betriebshof der Stadt Übach-Palenberg ernst wird mit der Sicherungspflicht durch rechtzeitiges Abstreuen von Gefahrenstellen, kriegen die Männer in der Daimlerstraße etwa drei Tage zuvor auf den Schirm.

Das ist wörtlich zu nehmen. denn Friedel Mannheims und Kollegen haben keine geheime Datenbank, um polare Wetterschübe vor den anderen zu erfahren. Die üblichen meteorologischen Dienste lassen sich im Internet finden. „Und wenn es alles nicht zusammenpasst, dann fragen wir im Tower bei Awacs nach. Die sind für das hiesige Wetter absolut exakt“, lobt der Technische Leiter. Auf drei Tage, „alles andere ist Kaffeesatz-Leserei“.

Auch deshalb sind sich die Männer vom Betriebsamt ziemlich sicher, dass am Dienstag, Mittwoch und auch noch in den Donnerstag hinein mit Schneefällen zu rechnen ist. Winterlich soll es bleiben. Klare Ansage für den „Bereitschaftsführer“ der Technischen Dienste, sich wie vorgesehen um 4 Uhr früh auf den Weg zu machen, eine erste Inspektion der Straßen vorzunehmen. Wenn nötig, wird die wöchentlich wechselnde Bereitschaftsschicht angerufen, die in der Daimlerstraße die Fahrzeuge besetzt und laut Plan räumt und streut. Zweimal 45 Kilometer misst für die bis zu 17-Tonnen-Großfahrzeuge die Direktstrecken. Da geht es um Steigungen, Buslinien und ähnliche Prioritäten.

Phase zwei beginnt mit den Nebenstrecken und für die Anlieger, die für den Winterdienst zahlen. Auch daran sind die drei Großräumer, Neupreis runde 150 000 Euro, beteiligt, aber auch zwei Traktoren und vor allem die drei Klein-Lkw, die sogar auf Rad- und Gehwege passen. Maximal 20 Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs sind, je nach Anforderung, in den Winterdienst einbezogen. „Das ist die Zeit für Überstunden“, weiß Udo Langendorf mit 23-jähriger Berufserfahrung.

Dass man aktuell Probleme bekommen könnte, weil das Salz aufgrund feuchtwarmer Luft verklumpt wäre, weist Mannheims zurück: „Das ist uns noch nie passiert.“ Das Salz wird zudem vor dem Streuteller mit flüssiger Sole aus Tanks vermischt. „Dann klebt es besser auf der Straße“, wissen die Experten. Und auf den Wegen leistet der Granulat-Salz-Mix aus der Transportwalze ebenso ganze Arbeit.

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