Strafanzeigen wegen Leserbrief: Georg Schmitz schweigt weiter

Von: Jan Mönch
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Er äußert sich zu den Geschehnissen mit keinem Wort: Georg Schmitz. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Ein Gespräch zwischen Geilenkirchens Stadtverwaltung und den von ihr angezeigten fünf Leserbriefschreibern wird nicht stattfinden – jedenfalls nicht unter den nach wie vor gegebenen Umständen.

Dies machte einer der Autoren des Leserbriefs gegenüber unserer Zeitung deutlich. Aus der Gruppe heraus seien unabhängig voneinander zwei Rechtsanwälte konsultiert worden, beide hätten den Ratschlag erteilt, aufgrund der anhängigen Anzeige bis auf Weiteres gar nichts zu tun.

Dabei habe man durchaus Interesse an einem Gespräch mit der Verwaltung, sagte der Leserbriefschreiber am Mittwoch. Durch die Anzeige habe sich das Thema aber verselbstständigt. Er und seine vier Mitstreiter seien darin übereingekommen, einem Gespräch nur dann zuzustimmen, wenn eine der folgenden drei Bedingungen erfüllt ist. Erste Möglichkeit: Die Stadt zieht die Anzeige zurück.

Zweite Möglichkeit: Die Staatsanwaltschaft eröffnet ein Verfahren und gibt Akteneinsicht. Dritte Möglichkeit: Die Staatsanwaltschaft schmettert die Anzeige ab. „Tritt keine dieser Voraussetzungen ein, besteht ja die Gefahr, dass wir uns in einem Gespräch selbst belasten“, sagte der Beecker. „Wir wissen ja bisher nicht einmal, was uns vorgeworfen wird. Wir bewegen uns im luftleeren Raum.“

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung juristische Schritte gegen die fünf Einwohner von Beeck eingeleitet hatte, nachdem diese sich im Zusammenhang mit der Schließung der dortigen Löscheinheit der Freiwilligen Feuerwehr kritisch insbesondere in Richtung des Stadtbrandmeisters geäußert und dessen Rücktritt ins Spiel gebracht hatten.

Seitdem ist die zwar hart, aber innerhalb der Grenzen einer gesunden Diskussionskultur geführte Debatte um die Löscheinheit völlig aus dem Ruder gelaufen. Der Erste Beigeordnete Herbert Brunen, der die Anzeige unterschrieben hatte, hat mittlerweile eingeräumt, wohl übers Ziel hinausgeschossen zu sein, und den fünf Beeckern das nun de facto zurückgewiesene Gesprächsangebot unterbreitet.

Und Bürgermeister Georg Schmitz lässt seit dem Wochenende einen Fragenkatalog zum Thema unbeantwortet, mit dem unter anderem geklärt werden soll, wie die Anzeige verwaltungsintern zustande gekommen ist und wieso er dies geduldet hat. Auch er hat bislang offenbar keinen Grund gesehen, die unangenehme Geschichte zu beenden.

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