Übach-Palenberg-Boscheln - Sternenfeld soll Gedenkstätte für Eltern sein

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Sternenfeld soll Gedenkstätte für Eltern sein

Von: Daniel Gerhards
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Zwei Stelen mit funkelnden Sternen: Das Denkmal auf dem Sternenfeld soll den Eltern von Tod- und Fehlgeburten beim Abschied helfen. Foto: Daniel Gerhards

Übach-Palenberg-Boscheln. Auf dem Friedhof an der Friedensstraße gibt es einen Ort des Abschieds von Tod- und Fehlgeburten. Wie viele Bestattungen es geben wird, ist offen.

Es wirkt, als sei man bei einer Beerdigung. Etwa 30 Leute stehen auf dem Friedhof an der Friedensstraße. Die meisten tragen Schwarz. Niemand spricht. Dabei trauert niemand. Eigentlich freuen sich alle. Pfarrerin Angelika Krakau und Pfarrer Stephan Rüssel sprechen über Totengedenken, über die Tradition der Bestattung von Kindern.

Der Grund für die Freude bei einem so traurigen Thema ist klar: Auf dem Boschelner Friedhof gibt es nun ein Sternenfeld. Die beiden Geistlichen segnen es ein. Es soll Gedenkstätte und Bestattungsort für Tot- und Fehlgeburten sein. Das Feld ist rund 400 Quadratmeter groß. Zwischen zwei Rasenflächen führt ein Weg zu einem Gedenkstein. In die beiden Stelen sind funkelnde Sterne eingearbeitet.

Der Vorstoß, eine solche Grab- und Gedenkstätte einzurichten, kam aus der Politik. Ratsfrau Norma Kuhlmey hatte den Antrag dazu eingebracht. Im Rat sei man sich gleich einig gewesen, zuzustimmen, sagt Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Wie viele Tot- und Fehlgeburten es in Übach-Palenberg gibt und wie viele Eltern solcher Kinder ihr Kind im Sternenfeld bestatten wollen, kann Jungnitsch nicht sagen. Im benachbarten Baesweiler wurde im Herbst vergangenen Jahres ebenfalls ein Sternenfeld eingesegnet. Dort soll es im Juni die ersten Beisetzungen geben. Das Baesweiler Feld werde von Eltern, die bereits vorher eine Tod- oder Fehlgeburt hatten, allerdings schon als Gedenkstätte genutzt.

Wenn man sich mit den anwesenden Bestattern unterhält, dann erfährt man, dass es in der Vergangenheit immer wieder Eltern gab, die ihre totgeborenen Kinder bestatten wollten. Bestatterin Silvia Vieten sagt, dass sie ein solches Kind schon einmal in einem Kindergrab beigesetzt hat. Bestatterin Barbara Eilers sagt, dass sie schon Sternenkinder in den Gräbern der Oma oder des Opas beigesetzt hat. Das lasse die Stadt zu.

Doch das Feld in Übach-Palenberg soll nicht nur für Eltern da sein, die ihre totgeborenen Kinder bestatten möchten. Es soll auch eine Gedenkstätte für die Eltern sein, die auf eine Beisetzung verzichten. „Es ist ein Ort, an dem die Hinterbliebenen ihrer Trauer Ausdruck geben können und an dem sie Trost gewinnen können“, sagt Jungnitsch.

Einzelne kleine Grabstätten – wie bei Kindergräbern – soll es im Sternenfeld nicht geben. Die Kinder sollen anonym in einem Moseskörbchen beigesetzt werden. Die Beisetzungen sollen weniger feierlich als eine klassische Beerdigung ablaufen. Die enge Familie kann natürlich dabei sein, wenn sie möchte.

Eine Beisetzung auf dem Sternenfeld sei in jedem Fall würdiger als die bisherige Praxis der Krankenhäuser. Eilers hat dort einmal nachgefragt, was mit Tot- und Fehlgeburten geschieht. „Sie werden gesammelt und zusammen mit anderen Körperteilen zum Beispiel von Amputationen eingeäschert“, sagt sie.

Aus diesem Grund kann sich Vieten gut vorstellen, dass sich viele Eltern von totgeborenen Kindern eine Beisetzung wünschen. „Für die Eltern ist es schwierig, damit zurecht zu kommen“, sagt sie. Das sieht auch Jungnitsch so: „Das Sternenfeld ist ein Ort des würdigen Abschieds. Das sind wir den Toten und den Hinterbliebenen schuldig.“ Ob es dafür in Übach-Palenberg Bedarf gibt, wird sich zeigen.

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