Staunen über Tin Lizzy und „Adenauer”

Von: g.s.
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Das gerne „Thin Lizzy” genan
Das gerne „Tin Lizzy” genannte Ford-Modell „T” verfügt über 20 PS. Ein Hingucker - auch mal von „innen” - bei der Oldtimer-Schau. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Immendorf. Stirling Moss hat im Mai 1955 mit dem Mercedes 300 SLR die „Mille Miglia” in Italien gewonnen, und seitdem galten die „Silberfeile” in den Jahren danach als unbesiegbar.

Der originalgetreue Nachbau eines Silberpfeils und Dutzende weiterer Fahrzeuge aus dem Hause Daimler-Benz waren beim Frühjahrstreffen der Aachener Sektionen der Mercedes-Clubs „Verein der Heckflossenfreunde” und „W 201” vor und in den Berglandhallen in Immendorf ausgestellt.

„Uns geht es um die Erhaltung bestimmter Baureihen ab 1959, um die so genannten Heckflossenbauten”, erklärt der stellvertretende Regionalsprecher für den Aachener Club, Dirk Quenter. Deutschlandweit seien mehr als 5000 Mitglieder in den Mercedes-Clubs beheimatet, im Aachener Stammtisch rund 60.

Einmal im Monat treffen sich die Freunde des „Sterns” am Teuterhof in Würselen, daneben gibt es ein großes deutschlandweites Pfingstmeeting in Bayern. Die Herbstausfahrt findet 2012 im Umland von Berlin statt, und viele weitere Stammtische würden dafür sorgen, dass keine Langeweile aufkomme.

Das Frühlingstreffen in den Berglandhallen nutzten die meisten Mercedes-Freunde für ihre erste Ausfahrt in diesem Jahr.

Nicht nur rund 50 Fahrzeuge mit dem berühmten Stern konnten die Besucher bestaunen, auch andere nette Oldtimer hatten den Weg nach Immendorf gefunden. Darunter historische Gefährte von VW, Opel, Rolls Royce, Citroen oder das älteste Auto an diesem Tag: der Ford T von 1914. Das auch gerne „Tin Lizzy” genannte Ford-Modell verfügt immerhin über 20 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 75 Stundenkilometern. Seit sieben Jahren ist Alois Kochs aus Alsdorf Besitzer dieses mit Holzspeichen und Karbidlampen ausgestatteten Cabriolets.

Toller Silberpfeil

Zurück zum Silberpfeil, der in perfektem Zustand in der Berglandhalle die Blicke auf sich zog. Im Sommer 2011 hat Berglandhalleninhaber Robert Rüland als Drittbesitzer den einzigen in Deutschland vorhandenen Nachbau aus den 1970er Jahren erworben. „Es wurden zehn Mercedes 300 SLR von einem Multimillionär in Miami nachgebaut”, weiß der Oldtimersammler. Das Fahrzeug habe damals 260 000 Mark gekostet. Robert Rüland sammelt und restauriert Oldtimer und besitzt sieben Schmuckstückchen.

Vor der Halle zeigt Hans Hall aus Hillensberg nicht ohne Stolz seinen Mercedes Benz 180 D (W 120) mit Ponton-Karosserie. Das 2010 aufgearbeitete 43 PS-Gefährt mit Ölmotor aus dem Jahr 1958 bringt es immerhin auf 110 Stundenkilometer. Hans Hall fühlt sich zur Gemeinschaft der Oldtimerfans hingezogen und zeigt sich begeistert von deren Zusammenhalt. „Die Hilfsbereitschaft unter Oldtimerfreunden ist riesengroß”, sagt er und nennt ein Beispiel: Wenn einer unterwegs eine Panne habe, halte sofort ein anderer an und frage, ob er helfen könne.

Eine „Hochzeitskutsche”

Auch fuhren Walter und Helga Ludwig mit ihrem Mercedes 170 S Cabriolet B auf den Platz. Auch dieser 52 PS-starke Benz mit Baujahr 1951 erregt Aufsehen. Das Ehepaar Ludwig aus Geilenkirchen hat die Rarität 1996 erworben. Das schöne Cabriolet wird im Familien- und Freundeskreis schon mal als „Hochzeitskutsche” genutzt.

Über viele der ausgestellten Fahrzeuge gäbe es noch einiges zu berichten, zum Beispiel über dem Mercedes-Benz 600 „Adenauer” mit Vorhängen an den rückwärtigen Fenstern, der in dezentem Schwarz die Blicke auf sich zieht. Unterhaltsam allemal, und es wurde viel gefachsimpelt. Daneben wurden stündlich Oldtimer-Mitfahrten verlost - und wer würde nicht mal gerne eine Runde in einer Staatskarosse wie dem 600er drehen?
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