Statt Badespaß hässliche Pöbeleien und Beleidigungen

Von: hk
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Geilenkirchen. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig gegen einen 23-jährigen Angeklagten, der aus Polen stammt, in Übach-Palenberg wohnte und sich in Untersuchungshaft befindet, ist unterbrochen worden. Fortsetzung soll am 7. Oktober sein.

Staatsanwalt Lutz Dirksen hatte dem Angeklagten vorgeworfen, in der Zeit vom 24. bis 26. April dieses Jahres Straftaten begangen zu haben. „Am Heinsberger Lago Laprello hat er an diesen Tagen nicht nur Besucher angepöbelt, sondern auch angegriffen und dabei erheblich verletzt”, verlas der Staatsanwalt aus der Anklageschrift.

Beispielsweise habe er von einem Steg aus einen Besucher gefragt, ob er etwas zu trinken bekommen könne. Anschließend sei er auf die Luftmatratze dieses Besuchers gesprungen, habe ihn mit der flachen Hand und anschließend auch noch mit der Faust ins Gesicht geschlagen, „zudem hat er einen Besucher unter Wasser gedrückt.”

An einem weiteren dieser drei Tattage habe der Angeklagte mehrmals einen Mann mit der Hand ins Gesicht geschlagen, von einem Motorroller einen Spiegel abgerissen, weiterhin eine Frau beleidigt und ins Gesicht gegriffen. Der Angeklagte erklärte zu den Vorwürfen, dass er sich an nichts erinnern könne, weil er nicht nur erheblich unter Alkoholeinfluss gestanden habe, sondern auch - erstmals - Kokain geschnupft habe.

Ein weiterer Vorwurf der Staatsanwalt: „Am 25. April sollte der Angeklagte von der Heinsberger Polizei zum Geilenkirchener Gericht gebracht werden. Er versuchte zu flüchten und hat dabei einen Polizeibeamten derart gegen die Wand gedrückt, dass der sich eine Kopfverletzung zuzog.” Der Angeklagte stellte den Sachverhalt anders dar. Er habe versucht zu flüchten, ein ihn begleitender Polizist sei ihm auf den Rücken gesprungen. Aber er habe ihn abgeschüttelt und sei weggelaufen, um sich dann auf eine Bank ganz in der Nähe des Präsidiums zu setzen und zu warten, bis er wieder festgenommen würde.

Schon vorher hatte Strafverteidiger Carsten Göthel erklärt, dass sein Mandant ihm im Vorgespräch gesagt habe, dass wohl nicht alles Unsinn sei, was die Zeugen der Polizei gesagt hätten. Aber er könne sich einfach nicht erinnern.

Gehört wurde ein 23-jähriger Zeuge, der Freund des Angeklagten, gegen den ebenfalls ein Verfahren läuft. Auf den Hinweis des Richters, dass er wegen dieses Verfahrens in gleicher Sache nicht aussagen müsse, erklärte der Zeuge: „Ich sage aus.”

Er sei mit seinem Freund, dem Angeklagten, bei schönem Wetter am Lago Laprello gewesen, währenddessen sein Freund viel Alkohol getrunken habe. „Beleidigungen, die unter Jugendlichen üblich sind, die hat es da von meinem Freund gegeben. Aber von Schlägen habe ich nichts gesehen.”

Diese Aussage rief zum Schluss des ersten Verhandlungstages den Staatsanwalt auf den Plan: „Sie erwartet nicht nur ein Verfahren in dieser Sache”, kündigte Lutz Dirksen an, „auch wegen Falschaussage wird es ein weiteres Verfahren gegen Sie geben.”
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