„Starke Eltern - starke Kinder” - Forum lädt zum Elternkurs

Von: Udo Stüßer
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Sie möchten starke Eltern und
Sie möchten starke Eltern und starke Kinder: Brigitte Maas (rechts) und Katja Himstedt, hier mit Tochter Lilly. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Will ich ein gehorsames Kind? Ein glückliches Kind? Ein pflegeleichtes Kind? Die Frage, wie das Kind erzogen werden soll, muss jeder für sich beantworten. Aber eines steht fest: Das Leben mit einem Kind eröffnet Eltern schöne und bewegende Momente, bringt aber auch Augenblicke von Hilflosigkeit und Verzweiflung.

Der Elternkurs „Starke Eltern - starke Kinder” des katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung, der am Montag, 10. September, um 20 Uhr in Geilenkirchen-Gillrath, Karl-Arnold-Straße 95, startet, unterstützt Eltern und Kinder dabei, eine Familie zu sein, in der alle gerne leben, in der gestritten wird, ohne den Gesprächspartner niederzumachen, in der Menschen und Grenzen respektiert werden. Der Kurs stärkt das Selbstvertrauen der Eltern und erweitert ihre Fähigkeiten zum Zuhören, Verhandeln und Grenzen setzen.

„Man muss Kindern Grenzen setzen, aber auch Freiräume geben. Wie viel Freiraum man als Elternteil gibt, muss jeder für sich selbst ausloten. Man muss sich als Elternteil fragen: Was kann ich tolerieren?”, erklärt Diplom-Pädagogin Brigitte Maas, seit 20 Jahren Pädagogische Mitarbeiterin des Katholischen Forums in Geilenkirchen. „Wichtig ist aber auch, die einmal eingeschlagene Linie beizubehalten”, pflichtet ihr Diplom-Sozialpädagogin Katja Himstedt, die den Kurs „Starke Eltern - starke Kinder” leitet, bei.

Brigitte Maas weiter dazu: „Jeder hat andere Vorstellungen. Einige sagen, ich möchte, dass mein Kind aufs Wort hört, anderen ist es wichtig, dass das Kind lernt, seine Meinung auszudrücken.” Für die beiden Pädagoginnen gibt es kein „richtig” oder „falsch” in der Erziehung. In dem Kurs „Starke Eltern - starke Kinder” will Katja Himstedt die Konsequenzen elterlichen Handelns aufzeigen. Ratschläge gibt sie nicht. Denn: „Auch Ratschläge sind Schläge”, meint sie.

Elterliche Maßnahmen und Reaktionen des Kindes können in der Gruppe diskutiert werden. Dabei gibt Katja Himstedt lediglich Tipps, die sich in der Praxis bewährt haben. Sie erläutert Kommunikationsregeln und -hilfen und zeigt auf, wie man mit Kindern spricht, dass sie auch zuhören. Sie will aber auch Verständnis wecken, beispielsweise für das Verhalten pubertierender Kinder.

„Diese Kinder wollen Distanz und suchen gleichzeitig Nähe. Die Frage lautet: ?Wie umarme ich einen stacheligen Kaktus”, sagt Brigitte Maas. Entwicklungspädagogisch, weiß Katja Himstedt, kann die Pubertät des Jugendlichen mit der Trotzphase des Kindes gleichgesetzt werden. „Es geht um Persönlichkeitsentwicklung. Dabei wollen Jugendliche anders sein, als ihre Eltern. Dabei müssen sie sich selbst entdecken und entwickeln”, erklärt Brigitte Maas.

Haben Eltern ihre eigene Werte- und Erziehungsvorstellungen geklärt, sollten sie sich an ihre eigene Erziehung erinnern. Was hat sie geprägt? Was wollen sie ändern? Wichtig, so betonen beide, sei der Vorbildcharakter der Eltern. „Ein Vorbild dringt tiefer als Worte”, sagt Katja Himstedt. Und Brigitte Maas meint dazu: „Kinder sind der Spiegel der Eltern.”

Viele Besucher des Elternkurses „Starke Eltern - starke Kinder”, der nach einem Konzept des Deutschen Kinderschutzbundes stattfindet, haben erfahrungsgemäß Konflikte mit Kindern. Wie soll man als Elternteil reagieren, wenn die 15-jährige Tochter auch bei eisiger Kälte keine Jacke anziehen will? Wie soll man bei Streit reagieren? Beispielsweise bei der Urlaubsplanung? Vater will in die Berge, Mutter ans Meer, das Kind in einen Vergnügungspark?

Aushandeln, empfehlen beide Pädagoginnen. In diesem Jahr, wird ein Elternwunsch, im nächsten Jahr ein Kinderwunsch berücksichtigt. Und wenn das nicht hilft? „Dem Kind klarmachen, dass auch Eltern Bedürfnisse haben und dass es nicht alleine auf der Welt ist”, empfiehlt Katja Himstedt. „Kinder verstehen sehr früh, wenn Eltern ihre Bedürfnisse aussprechen.”

Besonders wichtig sei es, viel Verständnis für das Kind aufzubringen. „Wenn ich wütend bin, muss ich nicht gleich lospoltern. Ich kann doch reflektieren, warum ich so wütend bin”, sagt Brigitte Maas. Habe man ein Problemkind, reduziere man als Eltern oft alles auf das Problem. „Ich muss aber auch das Gute im Kind sehen. Man sollte all das Positive aufschreiben, damit nicht das Problem im Vordergrund steht.”

Der Kurs „Starke Eltern - starke Kinder” stärkt das Selbstbewusstsein von Müttern, Vätern und Kindern. Er hilft, den Familienalltag zu entlasten und das Miteinander zu verbessern. Er zeigt Möglichkeiten auf, Konflikte zu bewältigen und zu lösen. Das Seminar bietet Raum zum Nachdenken und zum Austausch mit anderen Müttern und Vätern. Es werden Chancen aufgezeigt, Freiräume für sich selbst zu schaffen und Kräfte aufzutanken. Auch über allgemeine Erziehungsthemen wird informiert.

Der Kurs ist eine Kombination aus Theorievermittlung und Selbsterfahrung. Das Modell anleitende Erziehung besteht aus fünf Stufen: Klärung der Wert- und Erziehungsvorstellungen in der Familie, Festigung der Identität als Erziehende, Stärkung des Selbstvertrauens zur Unterstützung kindlicher Entwicklung, Bestimmung von klaren Kommunikationsregeln in der Familie, Befähigung zur Problemerkennung und -lösung.

Anmeldung unter Telefon 02451/64363 oder 02161/980639. Die Kosten für sieben Mal drei Unterrichtsstunden belaufen sich auf 35 Euro pro Person, Paare zahlen 60 Euro.

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