Star-Autoren lesen aus ihrem Thriller „Fremd“

Von: Renate Kolodzey
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Die Lesung der Star-Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel aus ihrem gemeinsamen Werk „Fremd“ im Haus Basten sorgte für Begeisterung bei den Besuchern. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Auf diese Veranstaltung der Anton-Heinen-Volkshochschule (VHS) des Kreises Heinsberg im Haus Basten hatten sich viele Bücherfreunde schon lange gefreut: die Lesung der Star-Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel aus ihrem ersten gemeinsam verfassten Thriller „Fremd“.

Extra aus Wien beziehungsweise Trier waren sie hierfür angereist.

Bei fast frühlingshaften Temperaturen begrüßte Ingo Rümke, Fachbereichsleiter der VHS, gut gelaunt die Besucher und „zwei der berühmtesten und besten Autoren, was das Genre Jugend- und Kriminalliteratur betrifft“ .

Die 47-jährige Autorin meinte lächelnd, „Fremd“ sei ein wirklich ‚taufrisches‘ Buch, da es erst vor drei Tagen erschienen sei, und die anwesenden Geilenkirchener seien die ersten, denen sie und ihr Kollege etwas daraus vorlesen würden. Sie bat um Nachsicht, da es ihr wegen ihres Wiener Dialekts etwas schwer fiele, den Namen der Stadt, besonders, was das ‚ch“ beträfe, perfekt auszusprechen, was die Zuhörer mit Schmunzeln quittierten. Ihr 53-jähriger Co-Autor Strobel erklärte, Poznanski und er selbst würden „die ersten beiden Kapitel aus besagtem Buch vorlesen – und vielleicht den Schluss?“ „Nein, nein“, beeilte er sich, augenzwinkernd zu versichern, „Sie sollen es ja selbst lesen – und dann ist es nicht mehr so spannend!“

„Fremd“ schildert eine seltsam beängstigende Situation, zunächst aus der Sichtweise der Frau – geschrieben und gelesen von Poznanski –, dann aus der des Mannes – geschrieben und gelesen von Strobel: Eine Frau ist allein zu Hause. Vor ihr steht plötzlich ein Mann, der behauptet, ihr Lebensgefährte zu sein. Sie ist sicher, ihn nicht zu kennen, doch er beschwört sie, Vernunft anzunehmen, er wohne doch bei ihr. Sie hat Todesangst, schleudert schließlich einen Briefbeschwerer nach ihm. Er ist fassungslos, glaubt allmählich selbst, verrückt zu sein, besonders, als er sieht, dass all seine Sachen nicht mehr im Hause sind.

Stürmischer Applaus

Mitreißend und sehr unterschiedlich im Ton lasen die Verfasser ihre Texte: Poznanski leise, angsterfüllt, verschreckt und verängstigt wie ihre Romanfigur, Strobel fassungslos, entsetzt, drängend, von Schmerz gepeinigt wie sein Protagonist. Das Publikum hing wie gebannt an beider Lippen, denn sie vollbrachten das Kunststück, mit feinfühlig beschriebenen Details die einzelnen Szenen hautnah und unglaublich spannend für die Zuhörer zum Leben zu erwecken. „Es ist jetzt so aufregend – ich kann nicht mehr weiterlesen!“, meinte Strobel nach dem zweiten Kapitel und setzte schelmisch, aber bestimmt den Schlusspunkt. Nach stürmischem Applaus war der Abend jedoch noch lange nicht zu Ende, denn die Gäste konnten nun Fragen stellen.

Dialog mit dem Publikum

„Wer von Ihnen beiden hatte die Idee zu dieser Story?“, wollte jemand wissen. „Nach einer Buchmesse hatten wir uns über Kollegen, die zu zweit schreiben, unterhalten und wollten es auch einmal versuchen“, erinnerte sich Poznanski. „Ich schrieb ein Kapitel, Arno schrieb eins, und es begann, Spaß zu machen. Der Reiz an der ganzen Sache war, dass wir nicht wussten, was der andere schreibt. Man musste aber immer auf den anderen eingehen und kannte nicht das Ende.“ „Es war alles gleichberechtigt“, hob Strobel hervor, „ich habe alles gemacht, was Ursula gesagt hat!“

Zum Amüsement des Publikums berichteten die Autoren Kurioses von ihrer Zusammenarbeit und lasen aus Mails vor, die sie sich während der Schreibphase geschickt hatten. Poznanskis witzige Sticheleien und Strobels originelle Ausreden, wenn ein Manuskript nicht schnell genug fertig war, brachten die Besucher immer wieder zum Lachen. Zum Schluss erfüllten die Wienerin und der Saarländer bereitwillig alle Signierwünsche ihres begeisterten Publikums.

„Ich fand die Veranstaltung eine gute Mischung aus Vorlesen und Dialog mit dem Publikum, und vor allem hat mich die interne Kommunikation zwischen den beiden Autoren fasziniert“, meinte im Anschluss Dirk Naumann aus Geilenkirchen, einer der begeisterten Besucher. „Eine abwechslungsreiche, witzige Lesung, und es ist toll, dass zwei so bekannte Autoren auch in einen kleinen Ort wie Geilenkirchen kommen“, lobte auch Bernd Hahnel aus Baesweiler.

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