Stadtteil-Treff: Mancher Wunsch vom Fest vor der Erfüllung

Von: g.s.
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Karin Döpgen, Major Marcy Spi
Karin Döpgen, Major Marcy Spiers (v.l.) und Corporal Robin Smith (r.) überreichen Birgit Gerhards vom Geilenkirchener Jugendamt die Spende der kanadischen Einheit. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Birgit Gerhards und Michael Goebbels vom Jugendamt der Stadt Geilenkirchen erinnerten sich an den Samstag zuvor, als beim ersten Stadtteilfest in der Lütticherstraße rund 250 Gäste die Veranstaltung besuchten.

Etwas enttäuscht waren sie deshalb schon, als die zweite Ausgabe in der Goethestraße am Wochenende nicht auf die erwartete Resonanz stieß.

Auch Sozialpädagogin Ulla Aichner vom Franz-von-Sales-Haus in Tripsrath und Gangway-Koordinatorin Barbara Kramer hätten sich mehr Interesse gewünscht, zumal im angesprochenen Bereich von Goethe-, Heine-, Arndt-, Schiller- und Gerhart-Hauptmann-Straße weitaus mehr Menschen beheimatet sind als im „Lütticher-Viertel”.

Die Organisatoren hatten sich wieder viel Mühe gegeben und sogar ein Partyzelt aufgebaut. „Toleranz stärken - Kompetenz fördern”, lautet der Oberbegriff eines bundesweiten und vom Bund mitfinanzierten Programms, dem sich auch die Stadt Geilenkirchen angeschlossen hat. „Ziel ist es, dass wir alle miteinander auskommen”, brachte es Ulla Aichner bei ihrer Begrüßung auf den Punkt.

Die beiden Straßenfeste in Wohngebieten mit hohem Migrationsanteil sind erst der Anfang einer ganzen Reihe von Projekten, die in einem geförderten Zeitraum von drei Jahren in der Stadt umgesetzt werden sollen. Etwa 150 überwiegend deutsche Kinder und Jugendliche waren beim „Goethe­straßenfest” angesprochen, und von denen ließen sich prozentual zur Anzahl der Viertelbewohner nur wenige blicken. Vielmehr waren es Familienmitglieder mit Wurzeln in Sri Lanka, Polen, Spanien oder dem Irak, die vorbeischauten.

Bürgermeister am Kornett

Bürgermeister Thomas Fiedler und seine Rathausmitarbeiterin wie auch Vorsitzende des Musikvereins Würm, Verena Vieten, brachten weihnachtliche Klänge ins Spiel. Während der Verwaltungschef auf seinem Kornett-Horn blies, was das alte Instrument hergab, kamen die Klänge von Verena Vieten aus einer Trompete, die ihr Chef ihr kürzlich geschenkt hatte.

Peter Barwinski, Leiter des Franz-von-Sales-Hauses, dokumentierte die Ereignisse um das Stadtteilfest mit seiner Kamera, während Samantha (9) und Marie (10) ihre Wünsche in Form eines kleinen „malerischen Kunstwerks” zu Papier brachten. „Ich wünsche mir mehr Freunde”, war bei Samantha zu lesen. „Ich wünsche mir ein Klettergerüst für den Spielplatz”, lautete der Wunsch von Marie. Im Namen der Bewohner des Viertels bedankte sich Lisa-Michelle Feldhäuser (15) bei den Organisatoren der Veranstaltung und wünschte allen ein frohes Weihnachtsfest.

Aufgelockert wurde das Ereignis durch eine Hip-Hop-Vorführung der Zille-Dancers. Chris, Reymond und Roby haben sich den Namen „Fantastiqz Inc.” gegeben, und so fantastisch wie ihr Name war auch ihre Tanzdarbietung. Das Trommler- und Pfeiferkorps Bauchem brachte am Nachmittag noch kräftige Töne in die Goethestraße und lieferte somit einen Beitrag zum Gelingen des Festes.

Kanadische Einheit spendete

Über eine Spende in Höhe von 2000 Euro freute sich Birgit Gerhards vom städtischen Jugendamt der Stadt Geilenkirchen, auch Koordinatorin der Sozialen Dienste. Major Marcy Spiers und Corporal Robin Smith von der „Canadian Support Unit Europe” in der Selfkantkaserne waren parallel zur Straßenveranstaltung in Begleitung von Dolmetscherin Karin Döpgen ins Rathaus gekommen und überbrachten den Scheck.

Das Jahr über haben die in und um Geilenkirchen lebenden Kanadier der Einheit für wohltätige Zwecke gesammelt. Zu sammeln und zu spenden sei in Kanada Tradition, erklärte Marcy Spiers. Im vorigen Jahr brachten die Kanadier auch Spielzeug und andere Sachen für Kinder.

Diesmal gab es wieder Bares. Davon war Birgit Gerhards sehr angetan, denn es müssen noch allerhand Projekte finanziell unterstützt werden. Sie wird gemeinsam mit den Kollegen beraten, wie das Geld „gut angelegt” werden kann und was gekauft werden muss, hieß es. Unter anderem sollen damit aber auch Freizeitmaßnahmen für bedürftige Kinder unterstützt werden.

Schon jetzt ist klar, dass ein Teil den mehr als 100 Kindern in der Lütticher Straße in Form von Spielgeräten zugute kommen wird. Wie beim aktuellen Stadtteilfest von einer „Wunschliste” erfahren, könnten nun einige Hoffnungen in Erfüllung gehen. Beim vorigen Stadtteilfest waren bereits 3000 Euro gespendet worden, die aus einer Geschäftseröffnung in der Innenstadt stammten. Zwischenzeitlich haben sich weitere Sponsoren gemeldet, die diesen Betrag aufstocken wollen. „Wir können wahrscheinlich einen kompletten Spielplatz in der Lütticher Straße einrichten”, sieht Birgit Gerhards optimistisch in die Zukunft.
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