Stadtsportverband macht Geilenkirchener Frauen stark

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Der Stadtsportverband Geilenkirchen, der FC Germania Bauchem, der Budo Sport Club Geilenkirchen und die Tai-shindokan-Akademie wollen Geilenkirchener Frauen stark und wehrhaft machen. In einem „Frauen-Fitness-Wellness-Kampfkunsttraining“, das an fünf Samstagen in der Turnhalle des Berufskollegs in Geilenkirchen stattfindet, stehen die Freude an der Bewegung, die Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit und Selbstverteidigung im Vordergrund.

Der Großmeister japanischer Kampfkünste Tom Klein, Trainer an der Taishindokan-Akademie und Inhaber mehrerer Meistergrade in vielen verschiedenen Kampfkünsten, will in dem Kurs das Selbstbewusstsein der Frauen stärken und einfache und alltagstaugliche Selbstverteidigungstechniken vermitteln.

Seit 45 Jahren trainiert der 52-jährige Tom Klein Kampfsport, unter anderem wurde er von japanischen Meistern unterrichtet. Seit 20 Jahren bietet er Selbstbehauptungskurse für Kinder in verschiedenen Grundschulen an. „Besonders nach den Vorfällen in Köln in der Silvesternacht ist bei vielen Frauen das Bedürfnis entstanden, für solche Situationen gewappnet zu sein“, erklärt Klein. Nachdem bereits ein vom Kreissportbund Anfang des Jahres angebotener Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs in Kleingladbach großen Anklang gefunden hat, will nun auch der Stadtsportverband mit dazu beitragen, dass die Lady Lions gegen sexuelle Übergriffe, Gewalttaten, Überfälle und andere Formen der Kriminalität gewappnet sind.

„Zunächst einmal wollen wir den Frauen die Berührungsängste zur Selbstverteidigung nehmen“, erklärt Heinz-Josef von St. Vieth, Vorstandsmitglied des Stadtsportbundes. Zunächst einmal geht es in dem Kurs darum, mit der Körpersprache einen Angriff zu verhindern. „Die Täter suchen sich meist schwache Opfer aus, die sich vermeindlich nicht wehren. Deshalb macht die Kommunikation bereits 70 bis 80 Prozent der Abwehr aus“, erklärt Polizeihauptkommissar Tom Klein, der auch Verhaltenswissenschaften studiert hat und Dozent für soziale Kompetenz an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Duisburg ist. „Eine aufrechte Körperhaltung, selbstsicheres Auftreten, eine klare und deutliche Tonlage signalisieren, dass man keine Angst hat“, sagt Klein und denkt da an manche zierliche Kollegin im Polizeidienst, die sich auch dem muskulösen Schläger gegenüber Respekt verschafft. „Wer selbstsicher auftritt, hat grundsätzlich mehr Erfolg“, sagt auch von St. Vieth.

Bei einem Angriff wirken, so Klein, oft bereits kurze, klare und deutliche Aussagen: „Stop!“ und „Nein!“ seien klare Ansagen in Richtung Angreifer. „Lange Aussagen funktionieren nicht“, weiß Klein.

Eine gewisse Grundfitness erhalten die Kursteilnehmerinnen beim Taibo, also bei Schlag- und Tritttechniken zur Musik, bevor es um verbale und nonverbale Selbstbehauptungsübungen geht. Im dritten Teil einer jeden Doppelstunde werden die Frauen an die Kampfkunst Taijitsu herangeführt. „Dies aber immer im Zusammenhang mit dem Notwehrparagrafen“, betont der Polizist Tom Klein. Beim abschließenden Yoga soll eine Einheit zwischen Körper und Geist geschaffen werden.

Die Frauen erfahren, dass sich auch in den meisten Damenhandtaschen eine Waffe befindet: „Auch ein Lippenstift oder Deospray kann als Abwehrmittel eingesetzt werden“, sagt Klein, der übrigens beim FC Germania Bauchem seit drei Jahren die Little Lions in einer Kinderselbstverteidigungsgruppe stark macht.

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