Stadtpokalschießen: Diskussionen über den Schützenempfang

Von: g.s.
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Im Gereonhaus wurden den Bruderschaftsdelegierten die Trophäen der Meisterschaft übergeben (Bild). Das übernahmen gern Ortsvorsteher Leonhard Kuhn (r.), Bezirksbundesmeister Josef Kouchen (M.), neben ihm Bezirkspräses Pfarrer Winfried Müller, Schießmeister Rudi Baumanns (2.v.l.) und Andreas Tegtmeyer (4.v.l.). Die Bruderschaftsjugend vertrat (vorn) Pascal Strehl. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. Der seitens der Stadt aufgegebene Schützenempfang der Stadt Geilenkirchen zog sich wie ein Roter Faden durch die Veranstaltung anlässlich der Ehrung der Sieger im Stadtpokalschießen in Würm. Auch hier wurde angeregt über das Für und Wider diskutiert.

Bisher hatte diese Ehrung im Rahmen des städtischen Schützenempfangs im Haus Basten oder im Festzelt stattgefunden. Damit den siegreichen Mannschaften die ihnen zustehende Auszeichnung auch jetzt in gebührendem Rahmen in Empfang nehmen konnten, hatte Bezirksbundesmeister Josef Kouchen die Bruderschaften zur Siegerehrung in das Gereonhaus eingeladen.

Im Kreise der Brudermeister, Könige und Kaiser sowie Vertreter der siegreichen Schützenbruderschaften fühlten sich auch Bezirkspräses Winfried Müller, Ortsvorsteher Leonhard Kuhn und der Initiator des Geilenkirchener Oktoberfestes, Joffe Dahlen, wohl. „Wir Schützen, die Brauchtum und Tradition pflegen, haben kürzlich in Immendorf den Stadtpokal ausgeschossen”, wies Josef Kouchen auf die Situation hin. Für die Sieger, die es gleich zu ehren gelte, stünden die Pokale bereits bereit.

Josef Kouchen dankte der Immendorfer Bruderschaft für die Bereitstellung ihres Schießstandes für den Wettbewerb und hob das Engagement des Bezirksschießmeister Rudi Baumanns und Ehrenbezirksjungschützenmeisters Andreas Tegtmeyer bei der Organisation hervor. „Schützenbruder werden ist nicht schwer, aber Schützenbruder bleiben um so mehr”, umschrieb Josef Kouchen die jahrzehntelange Mitgliedschaft der engagierten „alten Hasen”.

Pfarrer Winfried Müller rüttelte die Anwesenden mit einer Analyse der heutigen Gesellschaft auf. Es sei teilweise eine kranke Gesellschaft, nur auf materielle Werte ausgerichtet. Wenn der Mensch nicht zur Besinnung komme, sei er bald ein toter Mensch. Es gelte wieder aus alter Wurzel neue Kraft zu schöpfen. „Die Schützen übernehmen die Aufgabe, alte Werte zu schützen und das Brauchtum hochzuhalten”, so der Geistliche. Traditionen müssten aus dem Glauben heraus gelebt werden.

Auch Ortsvorsteher Leonhard Kuhn richtete Worte an die Gesellschaft. „Schützen fühlten sich immer der Gemeinschaft verpflichtet. Bürgersinn und Gemeinwohl waren für sie keine Fremdworte, sondern bedeuteten eine Lebenseinstellung”, so der Vize-Bürgermeister. Nicht so sehr die äußere Form der Feste der Bruderschaften sei wesentlich. Vielmehr die Tatsache, dass das Schützenwesen Menschen aus nah und fern, Menschen jeden Alters und jeglicher gesellschaftlicher Stellung zu einer großen Gemeinschaft zusammenführe.

Joffe Dahlen kam auf die Anfänge des Schützenempfangs zu sprechen, der seit der kommunalen Neugliederung 1972 im Rahmen des Oktoberfestes realisiert werde. Im Laufe von rund 600 Jahren hätten viele Bürgermeister den Schützenrock getragen und die Schützen zumeist ihren Versammlungsraum im Gewandhaus, vergleichbar mit dem heutigen Rathaus, abgehalten. „Das zeigt die Verbundenheit von Schützen und Stadt”, so Joffe Dahlen. „Wir sind nicht ohne Grund in Würm und nicht im Haus Basten.”

Der mit allen Ehren ausgezeichnete Geilenkirchener Schützenbruder zeigte Verständnis für die Reaktion der St.-Johannes-Bruderschaft aus Hünshoven auf die Absage des Schützenempfangs von Bürgermeister Thomas Fiedler und fragte sich, ob man bei der Stadt „die Hausaufgaben gemacht” habe. Er konnte aber auch Positives vermelden, nachdem er zuvor mit Thomas Fiedler gesprochen habe: „Der Bürgermeister hat mir versichert, dass er nach dieser Unterbrechung am Schützenempfang festhalten will.” In welcher Form, darüber müsse noch geredet werden.

Pfarrer Winfried Müller, Bezirksbundesmeister Josef Kouchen, Ehrenjungschützenmeister Andreas Tegtmeyer, Schießmeister Rudi Baumanns und Ortsvorsteher Leonhard Kuhn nahmen abschließend die Ehrung der Sieger des Stadtpokalschießens vor. Beim Schießen um den dritten Platz siegte die St. Petri- und Pauli-Schützenbruderschaft Immendorf mit 18 Treffern.

Den vierten Platz belegten die St.-Josef-Schützen Müllendorf (17 Treffer). Den zweiten Platz belegten die Vereinigten St. Sebastianus- und Junggesellenschützenbruderschaften Geilenkirchen. Beim Durchgang um Platz 1 gewann die St.-Gereon-Schützenbruderschaft Würm mit 18 Treffern.
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