Stadtmarketing: Motivation ist treibende Kraft

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Im Geilenkirchener Ratssaal weht so manches Mal ein rauer Wind. Besonders Bürgermeister Georg Schmitz musste sich am Donnerstagabend bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Kritik gefallen lassen.

Eingangs hatte Beigeordneter Herbert Brunen ein neues Kapitel in der schier endlosen Geschichte des Stadtmarketings vorgestellt, das auf breite Zustimmung in den Fraktionen stieß.

Dann aber meldete sich Gabi Kals-Deußen, Fraktionschefin von „Für GK!“, zu Wort: „Ich bin fassungslos“, erklärte sie. „Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing sind die wichtigsten Themen in unserer Stadt. Dass der Bürgermeister da nicht eingebunden ist, ist ein Unding. Das ist Chefsache. Die Präsentation hätte in seine Hand gehört“, kritisierte sie. Das sah auch Wilhelm-Josef Wolff, Fraktionsmitglied von „Geilenkirchen bewegen! und FDP“ so: „Wo steht der Bürgermeister beim Thema Wirtschaftsförderung? Macht er mit? Ist er nur Zuschauer?“ Der in die Kritik geratene Schmitz wies lediglich auf seine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderin Susanne Köppl hin.

Jürgen Benden, Fraktionschef der Grünen, ging bei der Gelegenheit auf einen Bericht in unserer Zeitung von Donnerstag ein, in dem Awacs-Kommandeur Karsten Stoye Probleme bei der Aufstellung eines Flugzeuges in der Stadt sieht. „Das Nato-Museum ist zu den Akten gelegt. Dieses Hirngespinst ist raus aus der Stadt“, sagte Benden. Daraufhin meldete sich Manfred Schumacher (CDU) zu Wort: „Jetzt wird so lange über eine gute Sache gesprochen, bis sie schlecht dasteht.“

Was Manfred Schumacher eine „gute Sache“ nannte, hatte zuvor Beigeordneter Herbert Brunen vorgestellt. Das Thema Stadtmarketing, so erklärte er, habe man bereits vor 15 Jahren mit professioneller Unterstützung angepackt. Es habe viele Initiativen gegeben, Arbeitskreise seien gebildet worden. „Diese Initiative wollen wir nun fortsetzen und in der Verwaltung einen neuen Stellenwert geben“, so Brunen.

Ziel sei, die positiven Merkmale der Stadt herauszustellen, zu erweitern und positiv zu vermarkten. „Wir müssen die Stadt in positivem Licht dastehen lassen. Wir müssen die Stadt mit den Augen des Kunden sehen und danach handeln“, erklärt er. Bislang gebe es viele Aktivitäten in der Stadt, sagte Brunen und hob den Kunsthandwerkermarkt, den Pfingstmarkt, das Weinfest, die Culinara, Herbstkirmes und Nikolausmarkt hervor. „Aktionskreis und Stadt haben jeder für sich alleine die Initiative ergriffen. Es gab keine einheitliche Organisationsform.“

Kräfte gebündelt

Neu sei jetzt die Bündelung aller dem Stadtmarketing zugehörigen Aktionen über die Verwaltung der Stadt in enger Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren. Stadtmarketing wird künftig in der Verwaltung organisiert, hier sollen Strukturen verbunden und das Knowhow zusammengeführt werden. Dafür soll nun ein neues Amt für Bildung und Wirtschaft gegründet werden. Der Bereich Wirtschaft bestehe künftig aus dem Referat Wirtschaftsförderung, neu seien jetzt die Bereiche Stadtmarketing, Koordination der Arbeitskreise, Zusammenarbeit mit dem Aktionskreis und Öffentlichkeitsarbeit. Der Aktionskreis, so Brunen, sei wichtigster Partner.

„Das Budget der Wirtschaftsförderung war gleich Null. Stehen denn jetzt Gelder zur Verfügung? Geld ist die wichtigste Voraussetzung für diese Arbeit. Geht das wirklich mit dem gleichen Personal?“, fragte Wilhelm-Josef Wolff.

In diesem Jahr würden keine Finanzen für Stadtmarketing zur Verfügung stehen, antwortete Brunen. Allerdings werde der Aktionskreis sein Budget künftig teilweise für Stadtmarketing einsetzen. Das Personal in dem neu geschaffenen Amt Bildung und Wirtschaft werde nicht aufgestockt, es werde lediglich das Know-how zusammengeführt. „Motivation ist die treibende Kraft.“

Lob kam von der SPD: „Das ist der richtige Weg. Wir haben jetzt einen neu ausgerichteten und gut aufgestellten Aktionskreis.“ Und Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden meinte: „Lange ist das Stadtmarketing vernachlässigt worden. Nun ist der Wille bei allen da. Es kann aber nur von Erfolg gekrönt sein, wenn Wirtschaftsförderin Susanne Köppl absolute Freiheit hat.“

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