Geilenkirchen - Stadtmarketing: Kritik an den Vorschlägen zur Organisation

Stadtmarketing: Kritik an den Vorschlägen zur Organisation

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Für die von Bürgermeister Thomas Fiedler vorgelegten Vorschläge zur Neuorganisation des Stadtmarketings gab es im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Kritik: „Es fehlt ein Konzept, eine Zielsetzung gibt es nach wie vor nicht“, bedauerte CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff.

 „Das Thema Stadtmarketing hatten wir schon. Wir von der CDU wollten es damals anders organisieren. Nach der Kommunalwahl haben wir aber einen anderen Bürgermeister bekommen, der es zur Chefsache gemacht hat“, erklärte er und kritisierte in Richtung des Ausschussvorsitzenden Jürgen Benden (Grüne): „Das war bei den Stadtverordneten immer einer der begehrtesten Ausschüsse, weil hier die Stadtentwicklung entschieden wurde. Jetzt werden hier nur noch die Bebauungspläne abgenickt, manchmal bekommen wir noch nicht einmal eine Tagesordnung zusammen.“ Wolff forderte, den Ausschuss wieder zu beleben. Benden konterte: „Ich freue mich auf die Anträge der CDU, bisher habe ich noch keine gesehen.“ Die Verwaltungsvorlage beinhalte mehr Fragen als Antworten, kritisierte auch Nils Kasper (FDP). Und: „Wir können doch kein Gremium schaffen, von dem wir nicht wissen, was es macht. Und wer bestimmt die Personen, die in dem Gremium sitzen?“ Gabi Kals-Deußen (SPD) bezeichnete schließlich die Verwaltungsvorlage als „substanzlos“.

Thomas Fiedler zeigte dem Ausschuss den Konflikt auf: „Entweder Sie wollen ein vorgefertiges Konzept, oder Sie entwerfen das Konzept mit? Ich wollte Ihnen nichts Fertiges vorlegen.“ Mit dem vor Jahren eingerichteten Marketing-Lenkungskreis seien nicht alle zufrieden gewesen, dessen Möglichkeiten seien nicht ausreichend von den Stadtverordneten genutzt worden. „Wenn wir uns ernst nehmen, müssen wir uns selbst Gedanken machen. Die Politik ist in Gänze dazu bereit, daran zu arbeiten. Und dann können wir uns immer noch Experten dazuholen“, entgegnete Wolff. Kritik kam auch von Karl-Peter Conrads: „Es kam einmal eine Excel-Tabelle über Leerstände in der Stadt. Ich hatte mit einer Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen gerechnet oder mit einem Kulturfest auf der Burg.“ Thomas Fiedler stellte fest, dass in der ganzen Diskussion Wirtschaftsförderung und Marketing gleich gesetzt würden. „Wirtschaftsförderung ist nicht Marketing. Wirtschaftsförderung muss diskret ablaufen. Für Maßnahmen des Marketings haben wir allerdings kein Geld.“ Die Stadt müsse sich vermarkten, das Konzept könne nicht im Aussschuss erstellt werden, betonte Joachim Möhring (SPD). Dafür brauche man ein kleines Gremium. „Die Ratsfraktionen können über ihre Vertreter ihre Ideen in das Gremium einbringen.“

Auch Rainer Jansen (Grüne) gestand, dass man in diesem Ausschuss kein Konzept erarbeiten könne. „Das können wir nicht, das kann die Verwaltung nicht. In Geilenkirchen ist noch nie Stadtmarketing gemacht worden.“ So sah es auch Möhring: „Wir haben nicht die Fachkompetenz, wir brauchen dazu Fachleute. Das ist auch nicht unsere Aufgabe.“ Nach langer Diskussion über Stadtmarketing fragte man sich allerdings, was Marketing überhaupt ist. Dazu soll in einer der nächsten Sitzungen ein Experte gehört werden. Deshalb wurde in der Ausschuss-Sitzung nicht abgestimmt. „Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt. Wir werden noch oft über Stadtmarketing reden“, sagte Benden.

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