Stadtführerin Monika Tholen: Über Gangelt kennt sie viele Geschichten

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:
12089451.jpg
Natürlich gehört auch die Sage vom „Gangelter Muhrepenn“ zum Repertoire der Stadtführungen, die Monika Tholen anbietet. Gerne passt sie die Führungen aber auch individuell an die Gruppen an. Foto: Karl-Heinz Hamacher
12089454.jpg
Bilder von Gangelt, wie es früher einmal ausgesehen hat: Das Bruchtor ...
12089458.jpg
... der alte Stadtkern ...
12089456.jpg
... und eine Aufnahme von einem Tabakladen zu der Zeit, als es in Gangelt noch legal „Drogen“ zu kaufen gab.

Gangelt. „Was Sie da rüberbringen, ist pure Heimatliebe!“ Wenn Monika Tholen, seit rund elf Jahren Stadtführerin in Gangelt, solche Komplimente von ihren Gäste hört, dann ist das für sie der größte Lohn, dann weiß sie, dass sie wieder alles richtig gemacht hat und sie die Historie des alten Burgstädtchens gut gemischt und in passend Happen serviert hat.

Geboren in Bonn, kam Monika Tholen schon als kleines Mädchen nach Gangelt und lernte diesen Landstrich früh lieben. Damals wie heute gab und gibt es einen Fixpunkt in ihrem Leben und in ihrer Arbeit: die Pfarrkirche St. Nikolaus. Eine Ausbildung als Drogistin absolvierte sie im familieneigenen Betrieb genau gegenüber dem Gotteshaus. Dazu gesellten sich zuerst ein Ehemann, dann ein Sohn und später die Schwiegertochter und zwei Enkel.

„Der Ortskern, das ist für mich ein besonderes Stück Heimat“, erzählt sie, um dann einzugrenzen: „Ich habe immer die Kirche gesehen – das ist ein Teil meines Lebens.“ Kein Wunder, dass sie heute darüber nachdenkt, vom zentrumsfernen Luisenring wieder in die „City“ zu ziehen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Die Geschichte Gangelts ist im Laufe der Jahre ein Teil von Monika Tholen geworden. Was lag da näher, als die Nachfolge von Dr. Martin Achten (1931-2009) anzutreten, der viele Jahre in fast wissenschaftlicher Manier die Geschichte des Ortes erforscht hat und auch immer wieder Führungen angeboten hat. Besonders stolz ist Monika Tholen darauf, dass Achten bei ihrer ersten eigenverantwortlichen Führung noch dabei sein konnte.

Von ihm hat sie viel gelernt, Gangelts großer Chronist Kritzraedt war ihr ein Lehrmeister und mit dem Heimatdichter Peter Staas verbindet sie eine besondere Liebe. Sein Blick auf den Ort, auf die Landschaft drumherum und vor allem seine wunderbare Eigenschaft, „dem Gangelter aufs Maul zu schauen“, hat er in Mundartgedichte gegossen, die Monika Tholen in meisterlicher Manier vorzutragen weiß.

Monika Tholen zählt nicht genau nach, aber es sind im Laufe eines Jahre sehr viele Gäste, die sie in den verschiedensten Zusammenstellungen zu einer ihrer zahlreichen Touren begrüßen kann. Die Selfkantbahn, der Wildpark und das Freibad sind Ausflugsziele, die oft einen flüchtigen Eindruck im Rahmen der Freizeitgestaltung hinterlassen.

Monika Tholen hat häufig mit Menschen zu tun, die irgendeine Beziehungen zu Gangelt haben. Und hier wird sie immer wieder von Gästen, die teilweise die Tränen in den Augen haben, darauf angesprochen, dass sie mit ihrer Führung die Seele gewärmt und alte Erinnerungen geweckt habe. Tholens Touren sind immer individuell.

Oft werden Führungen nach Empfehlungen durch andere Teilnehmer gebucht. Sie begleitet Schülergruppen, denen aufgetragen wurde, die Heimatgeschichte zu erforschen, gerne kommen Heimatvereine, für die Monika Tholen dann ein wandelndes Geschichtsbuch ist. Auch Familientreffen stehen hoch im Kurs, und immer wieder kommen Gruppen, die ihren Urlaub in Gangelt mit einer Führung verbinden.„Wichtig ist es bei allen Gruppen, die Leute einfach nach ihren Wünschen zu fragen.“ Die Tour wird dann in Windeseile im Kopf genau darauf zugeschnitten.

Es gibt allerdings Grundfesten, an denen nicht gerüttelt wird. Möglichst wird St. Nikolaus besucht, für die Erwachsenen gibt es grundsätzlich während der Tour einen Schluck „Ritterblut“, einen süffigen Likör, und für Kinder holt sie dann, wenn sie die Sage vom „Gangelter Muhrepenn“ erzählt, eine kleine Möhre aus der Tasche.

So, da ist sich der Nachwuchs dann einig, macht Geschichtsunterricht richtig Spaß. Einen legendären Ruf genießen die Nachtwächterführungen. Auch hier geht es um Geschichte, allerdings in gelebter Form. Monika Tholen in ihrem wunderbaren Kostüm findet auch immer wieder Mitstreiter, die sich mittelalterlich kleiden und mit Laternen der Gruppe voran an den Gangelter Baudenkmälern vorbeimarschieren.

Höhepunkt ist dabei oft die Rittergruppe der Familie Zeise, die in Rüstung eines der Tore versperrt und dabei ein kleines Schauspiel aufführt.

Monika Tholen ist immer bereit, auf spezielle Terminwünsche einzugehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert