Stadt will Vereine mit Prämien belohnen

Von: Udo Stüßer
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Die intensive Bewässerung eines Sportplatzes kostet Geld: Die Fußballer in Geilenkirchen werden sich sicherlich künftig Gedanken darüber machen, wie viel Wasser sie verbrauchen. Foto: imago/imagobroker

Geilenkirchen. Stehen Geilenkirchens Sportler nur fünf Minuten unter der Dusche, belastet das die Stadtkasse mit 1,20 Euro pro Person. Und eine Stunde Flutlicht schlägt sogar mit 23,50 Euro zu Buche. Für die 82 städtischen Gebäude sind pro Jahr im Haushalt eine Million Euro an Energiekosten veranschlagt.

Diese Kosten will Bürgermeister Thomas Fiedler senken. Allerdings will er dabei neue Wege gehen. Er will nicht die Vereine zur Kasse bitten, sondern eine Verhaltensänderung erreichen: Duschwasser nicht verplempern, Licht nicht anlassen, Heizung etwas niedriger stellen. Bis zu zehn Prozent könnten eingespart werden. Dafür will er die Vereine belohnen. Bereits im kommenden Jahr könnte es für die Vereine, die Energie sparen, einige hundert Euro geben.

„Es soll keiner frieren, und Volleyball soll nicht im Dunkeln gespielt werden. Aber die Vereine sollen Verantwortung übernehmen“, erklärt er und meint weiter: „Ich möchte die Menschen belohnen und nicht bestrafen. Diese Prämien für Vereine sind intelligent angelegtes Geld.“ Fiedler weiß, dass die Kommunen einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dabei auch noch Geld sparen können. Für die Erstellung eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes hat er mit Erfolg Fördergelder in Höhe von 40 000 Euro beim Bundesumweltministerium beantragt.

An der Ausschreibung haben sich eine Reihe von Ingenieurbüros beteiligt, den Zuschlag hat schließlich die Aachener Adapton GmbH erhalten. Zunächst einmal werden nun Daten über den gesamten Energieverbrauch, nicht nur in den öffentlichen Gebäuden, gesammelt.

In einem ersten Workshop wurden Unternehmer, Kreishandwerkerschaft und Banken an einen Tisch geholt. Hier ging es um die energetische Sanierung von Gebäuden, neue Technik, Beratungsstruktur und Finanzierung. Nun hat Thomas Fiedler auch die größten Sportvereine der Stadt eingeladen, um den kommunalen Klimaschutz nach vorne zu bringen.

Den vielerorts beschrittenen Weg, die Vereine an den Kosten zu beteiligen, wollte Fiedler keinesfalls gehen. „Schließlich leisten die Vereine gute Jugendarbeit. Und wir wollen die Jugend für den Klimaschutz mit der Hilfe der Vereine sensibilisieren“, sagt Fiedler und lobt die Bereitschaft der Sportler, Energie einzusparen.

Bessere Regeltechnik

Allerdings müssen diese Einsparungen auch messbar sein. „Zunächst einmal müssen wir den derzeitigen Energieverbrauch messen. Dann werden wir gemeinsam mit den Vereinen ein Ziel definieren, wie viel Energie in welchem Zeitraum eingespart werden kann. Dafür müssen wir aber Schritt für Schritt die Regel- und Messtechnik verbessern“, erklärt Fiedler.

Während die Clubs aus ihren Reihen jetzt jeweils einen Energiebeauftragten als Ansprechpartner für die Stadt benennen sollen, will die Verwaltung einen Investitionsplan für die Einführung besserer Mess- und Regeltechnik in Sportstätten entwickeln.

„Das geht natürlich nur Schritt für Schritt, unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt, weil wir in der Kreditaufnahme eingeschränkt sind“, sagt Fiedler.

Wird das Ziel erreicht, können vielleicht schon Ende 2014 die ersten Prämien an die Geilenkirchener Sportvereine ausgezahlt werden.

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