Stadt will nicht länger mit Enwor zusammenarbeiten

Von: jpm
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Die Gründung einer eigenen Wasserversorgungsgesellschaft soll den Übach-Palenberger Haushalt entlasten. Unser Symbolbild zeigt einen Wasserzähler. Foto: Daniel Gerhards

Übach-Palenberg. Der Rat der Stadt Übach-Palenberg wird sich am Donnerstagabend im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung mit den Wasserkonzessionen auseinandersetzen. Offenbar ist die Stadt nicht gewillt, die im Sommer kommenden Jahres auslaufenden Verträge mit dem Herzogenrather Versorger Enwor zu verlängern.

Vielmehr wird nach Informationen unserer Zeitung die Möglichkeit ins Auge gefasst, den Haushalt durch Gründung einer eigenen Versorgungsgesellschaft erheblich zu entlasten. Hierzu soll eng mit den Kreiswasserwerken zusammengearbeitet werden.

Herbert Pagel von Enwor bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass die Verträge zum 3. Juni 2016 auslaufen und gekündigt sind. Sein Haus würde diese gerne verlängern und habe der Stadt dementsprechend ein vierteiliges Angebot unterbreitet, bestehend aus Lieferung, Pacht, technischer Betriebsführung und kaufmännischer Betriebsführung. Es müsse hierbei nicht zwingend das komplette „Paket“ angenommen werden.

Bislang jedenfalls habe Enwor keine Antwort erhalten. „Wenn die Stadt eine Möglichkeit für sich sieht, finanzielle Vorteile zu generieren, verschließen wir uns dem nicht“, so Pagel. Aktuell nimmt Enwor 2,11 Euro pro Kubikmeter Wasser, 1,2 Millionen davon flössen binnen eines Jahres aus den rund 7000 bis 8000 Übach-Palenberger Anschlüssen.

Negative Konsequenzen?

Gleichwohl wäre das Ende des Vertragsverhältnisses für das Unternehmen ein herber Schlag. Wie Pagel selbst berichtet, hat er sämtliche Ratsleute angeschrieben und auf mögliche negative Konsequenzen aufmerksam gemacht. Diese hält er beispielsweise durch die chemischen Verhältnisse im Leitungssystem für möglich, die sich schlagartig ändern würden, wenn anderes Wasser einflösse. Während es sich bei dem Enwor-Wasser um Eifeler Oberflächenwasser handelt, kommt als Alternative nach Informationen unserer Zeitung Brunnenwasser aus den Niederlanden infrage.

Auch ist laut Pagel nicht abzusehen, wie das Leitungssystem reagiert, wenn sich plötzlich die Fließrichtungen des Wassers ändern. Während Enwor das Wasser aus Richtung Baesweiler nach Übach und aus Richtung Herzogenrath nach Palenberg einspeist, würde ein Anbieterwechsel dies vermutlich ändern. Ob diese Warnungen ihre Berechtigung haben oder nicht, müssen Rat und Verwaltung einschätzen. Auf der Hand liegt freilich, dass Enwor ein starkes geschäftliches Interesse daran hat, das Vertragsverhältnis fortzusetzen.

Heute Abend sollen die Ratsmitglieder unter anderem über den durch einen Anbieterwechsel zu erwartenden Einfluss auf die Wasserqualität unterrichtet werden. Eine weitere Frage ist, wie mit dem unter den Füßen der Übach-Palenberger verlaufende Leitungssystem verfahren würde, das gepachtet oder gekauft werden müsste. Der Eigentümer heißt – Enwor.

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