Stadt informiert über Zukunft des Bauchemer Quartiers

Von: Manfred Hahn
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Der geplante Abriss von St. Josef spielt bei der Bauchemer Quartiersentwicklung eine zentrale Rolle. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen-Bauchem. Eine Reihe von interessierten Bürgern, aber auch einige Kommunalpolitiker um Bürgermeister Georg Schmitz ließen sich am Samstag im Quartierbüro Bauchem über den Stand der Quartiersentwicklung in ihrem Stadtteil und über das Projekt Sozialzentrum Bauchem unterrichten.

Bei der Begrüßung wies Beigeordneter Herbert Brunen darauf hin, dass das Geilenkirchener Konzept zur Quartiersentwicklung sich als einziges derartiges Vorhaben im Kreis Heinsberg durchgesetzt habe und deshalb auch vom Land gefördert werde. Da bei jeder Förderung jedoch auch ein Eigenanteil zu leisten ist, sei man froh darüber, in der gemeinnützigen Franziskusheim GmbH einen Partner gefunden zu haben.

Dieser Partner finanziert gemeinsam mit dem Land je zur Hälfte auch den Einsatz der Quartiersentwicklerin Melanie Hafers-Weinberg, die – befristet bis 2018 – das Projekt betreut. Wie schon im Geilenkirchener Sozialausschuss schilderte sie die für das Projekt wichtige demografische Situation im Stadtteil Bauchen: Hier ist mit mehr als 20 Prozent der Anteil der 40- bis 45-Jährigen recht hoch, vor allem aber der der 60- bis 65-Jährigen. Beide Altersgruppen spielen, so Hafers-Weinberg, in den nächsten Jahren sowohl als Nutzer als auch als ehrenamtlich Tätige für das Quartier eine große Rolle.

Die Quartiersentwicklung teilt die Planerin in vier Entwicklungsfelder auf: Die Versorgung von Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu Arzt, Apotheke oder Pflegeeinrichtungen, das Wohnen, zu dem neben altersgerechten und barrierefreien Wohnungen auch das Umfeld mit Grünanlagen oder öffentlichen Toiletten zählt, das Erleben der Gemeinschaft mit Veranstaltungen und einem Treffpunkt sowie als vierter Schritt die Möglichkeit, sich selbst in das Geschehen einzubringen, wobei zum Beispiel die Vereine ebenso gefordert seien wie die Kirche oder Religionsgemeinschaften.

Gemeinsam mit Günter Kirschbaum von der Bürgergruppe Bauchem als ehrenamtlichem Partner stellte Melanie Hafers-Weinberg dann die brandneue Internetseite zur Quartiersentwicklung vor. Unter www.quartier-bauchem.de bietet diese Seite Informationen über Veranstaltungen und Vereine, aber auch über das wirtschaftliche Stadtteilleben mit Nachrichten über Geschäfte, Firmen und Handwerksbetriebe.

Wichtig ist den Machern des Internetauftritts, dass dieser offen ist. „Jeder kann und soll hier mitmachen“, sagen Melanie Hafers-Weinberg und Günter Kirschbaum. Vernetzt ist die Seite schon jetzt zum Beispiel mit den Bauchemer Vereinen, und sie soll erweitert werden und noch mehr Service bieten. So ist zum Beispiel die Aufnahme eines Fahrplans für Bauchemer Haltestellen beabsichtigt.

Einen Ausblick auf den Zeitplan gab Hanno Frenken als Geschäftsführer des Franziskusheims. Der erste Bauabschnitt soll Anfang 2017 begonnen und Mitte 2018 abgeschlossen werden. Auf der Fläche des jetzigen Kirchengeländes werden die Tagespflege und die ambulanten Dienste entstehen, was für die bestehenden Einrichtungen einen vorübergehenden Umzug bedeutet. Platz bietet der erste Abschnitt auch für den Hospizdienst Camino, für 18 geförderte und seniorengerechte Wohnungen sowie für ein Herzstück des künftigen Bauchem, nämlich für den offenen Quartierstreffpunkt mit Außengastronomie.

Als Bauherr, so Hanno Frenken, sei das Franziskusheim auch bereit, den Platz für eine Arztpraxis und eine Apotheke anzubieten. Eingeplant seien 50 Parkplätze, wobei man sich noch Gedanken darüber machen müsse, wie man vermeidet, dass diese von den Schülern der benachbarten Berufsschule blockiert werden. Beim zweiten Bauabschnitt, also etwa ab Mitte 2018, werden 35 für Senioren geeignete Wohnungen entstehen, welche die Kirchengemeinde als Eigentumswohnungen vermarktet. Probleme durch Weitervermietung an jüngere Bewohner hält man für beherrschbar, zumal ein kleiner Anteil an jungen Familien ein Quartier beleben könnte.

Wie Hanno Frenken betonte, wird bei der Entwicklung des Quartiers der Punkt Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Mit der Bauweise „Passiv plus“ will man in der Energieversorgung autark bleiben können. „Wir werden eine Klimaschutzsiedlung bauen“, sagte Frenken. Für die Zukunft denke man auch daran, den Klimaschutzgedanken mit der Anschaffung von E-Fahrzeugen auf den Wagenpark der Pflegeeinrichtungen auszudehnen.

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