Geilenkirchen-Bauchem - St. Josef: Kritik trotz Rettung der Schaffrath-Fenster

St. Josef: Kritik trotz Rettung der Schaffrath-Fenster

Von: Jan Mönch
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St. Josef in Bauchem: Der Abriss steht noch dieses Frühjahr bevor. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen-Bauchem. Die Sache ist zwar zu einem guten Ende gekommen, dennoch sorgt die Rettung der Schaffrath-Fenster von St. Josef bei manchem Zeitgenossen eher für Unverständnis als für Freude. Wie schon in der Vergangenheit in anderen Fällen wird auch hier insbesondere das Kommunikationsverhalten der Verantwortlichen bemängelt.

Anfang dieses Jahres war bekanntgeworden, dass beim Abriss von St. Josef nach damaligem Stand der Dinge vier Fenster des Alsdorfer Glaskünstlers Ludwig Schaffrath zerstört werden würden. Trotz aller Bemühungen sei nichts zu machen, hieß es sinngemäß von Seiten des Bistums, der Kirchengemeinde und der gemeinnützigen Franziskusheim gGmbH, die vor Ort ein Sozialzentrum errichtet. Nach einem Bericht in unserer Zeitung („Glaskunst wandert in den Abfallcontainer“, 18. Januar) zeigte sich jedoch, dass das nicht richtig ist. Binnen drei Wochen konnte die Rettung aller Fenster vermeldet werden.

Als Reaktion auf unsere abermalige Berichterstattung meldete sich am Karnevalswochenende eine aufgebrachte Leserin: Wilma Thelen aus dem Vogelviertel. Anfang des Jahres hatte sie sich schriftlich an den Kirchenvorstand gewandt und daran erinnert, dass auch die Gemeindemitglieder in den vergangenen Jahrzehnten zum in St. Josef vorhandenen Vermögen beigetragen hätten, etwa durch Erlöse aus Pfarrfesten, Verkäufe beim Nikolausmarkt oder Papier- und Kleidersammlungen. Deshalb wollte Thelen wissen, was aus Dingen wie Orgel, Glocken, Wandleuchten und insbesondere Fenstern wird. Eine Antwort erhielt Thelen nach eigener Aussage nicht.

Dies ist schwer nachvollziehbar, weil zumindest für einen Teil der von ihr angesprochenen Gegenstände eine Verwendung gefunden worden ist, wenn auch nicht in Bauchem. Die Glocken etwa werden nach Inaugenscheinnahme durch einen Sachverständigen wohl einen Platz in einer anderen Gemeinde bekommen, für Altar und Orgel gilt wohl dasselbe. Und auch eines der Schaffrath-Fenster wird ja nun Verwendung in einer anderen Kirche finden: in St. Barbara in Herzogenrath. Die dortige Gemeinde hatte schon vor langer Zeit signalisiert, dass sie gerne eines der Fenster hätte.

Darüber hinaus zeigt sich nach dem Karnevalswochenende, dass man womöglich sogar noch ein fünftes Fenster hätte quitt werden können. So berichtete ein Unternehmer aus der Region unserer Zeitung, dass er im Januar gegenüber dem Franziskusheim Interesse geäußert habe, eines der Fenster in seinen Unternehmenssitz einzubauen. Er habe sich deshalb nach den Kosten für den Ausbau erkundigt. Doch auch der Unternehmer, der in mehreren Kommunen des Kreises Heinsberg aktiv und bekannt ist, erhielt keine Antwort. Das ist aber anscheinend zweitrangig: „Ich bin echt froh, dass die Fenster gerettet werden“, sagt er.

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