Geilenkirchen - St. Elisabeth: Erstmals 10.000 stationäre Patienten

St. Elisabeth: Erstmals 10.000 stationäre Patienten

Von: Udo Stüßer
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Im Laufe der Jahre wurde das K
Im Laufe der Jahre wurde das Krankenhaus ständig erweitert. Im Vordergrund ist der jüngste Neubau zu sehen, in dem die Chefärzte und deren Behandlungsräume untergebracht sind. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Wenn Schwester Oberin Maria Barbara das Verwaltungsgebäude des St.-Elisabeth-Krankenhauses betritt, schallt ihr ein fröhliches Krächzen entgegen: Papagei Roby ist seit 50 Jahren ihr treuer Wegbegleiter in der Klinik.

Seit einem halben Jahrhundert lebt er in seinem Käfig und begrüßt die Besucher, freut sich über so manche Nuss, die ihm zugesteckt wird. Von den gewaltigen Veränderungen um ihn herum, besonders in den vergangenen Jahrzehnten, hat Roby natürlich nichts bekommen.

Spürbar wurde die Entwicklung des Hauses aber in diesen Jahren für viele Mitarbeiter und hunderttausende Patienten. Das Geilenkirchener Krankenhaus hat sich von einer kleinen Pflegestation zu einem hochmodernen, leistungsfähigen Krankenhaus mit überregionaler Bedeutung entwickelt.


Im Jahre 1872 kamen Schwester Oberin Augustine Sauren und zwei Mitschwestern vom Aachener Orden der Christenserinnen auf Bitten von Pfarrer und Dechant Martin Heyden nach Geilenkirchen und gründeten an der heutigen Martin-Heyden-Straße eine Pflegestation. Neben der ambulanten Pflege gab es hier auch schon einige wenige Betten.

„Die Hausärzte in der Region behandelten in diesem Haus ihre Patienten”, blickt Oberin Maria Barbara, die über Jahrzehnte als Ordensschwester und Managerin die Geschicke des Hauses geleitet hat, auf die Anfänge zurück.

Im Jahre 1902 wurde das Haus schon auf 125 Betten erweitert. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Haus als Lazarett genutzt. Da der Bedarf an Krankenschwestern und Pflegern wuchs, wurde nach dem Krieg eine eigene Krankenpflegeschule gegründet, in der auch heute noch 75 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Erst im Jahre 1930 gab es mit dem Chirurgen Dr. Josef Dreeßen einen Chefarzt in der Klinik.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus fast völlig zerstört. Nach Kriegsende wurde es von den Schwestern wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrzehnten bis zum heutigen Tag ständig erweitert.

Mit 569 Mitarbeitern ist das Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus heute der größte zivile Arbeitgeber in der Stadt. Neben den 69 Ärzten arbeiten hier Krankenschwestern, Pfleger, Verwaltungsmitarbeiter, medizinische Fachangestellte, Techniker und Küchenpersonal. Derzeit werden hier 82 junge Menschen ausgebildet, davon 75 in der Krankenpflegeschule.

„Im vergangenen Jahr hatten wir erstmals 10.000 stationäre Patienten. Hinzu kommen noch rund 25 000 ambulante Patienten”, erklärt Geschäftsführer Stefan Bienert. Während sich Schwester Maria Barbara über „eine gute Auslastung” freut, zeigt sich auch Verwaltungsdirektor Roland Brudermanns „mit der Entwicklung sehr zufrieden”. Im Jahre 1950 waren es noch 2232 stationäre Patienten.

Stefan Bienert weist bei dieser Gelegenheit auch auf den medizinischen Fortschritt besonders in den letzten Jahren hin: Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten lag 1950 noch bei 15,6 Tagen, bis 1970 ist sie nur auf 14,4 Tage gesunken. „Vor zehn Jahren hatten wir noch eine durchschnittliche Verweildauer von neun Tagen, und im vergangenen Jahr lag sie bei 6,4 Tagen. Früher waren bei einer Operation Schnitte von 15 Zentimetern keine Seltenheit, heute reichen Schnitte von einigen Millimetern. Das ist medizinischer Fortschritt zum Wohle des Patienten”, sagt Brudermanns.

Weniger Geld gibt es für die Kliniken dadurch nicht: „Früher wurde nach Liegedauer mit den Kassen abgerechnet. Aber vor Jahren schon wurde ein neues Finanzierungssystem eingeführt, in dem Pauschalen für jede Behandlung gezahlt werden. Jetzt muss effizient und strukturiert behandelt werden”, erklärt der Geschäftsführer.

34 Millionen Euro umfasst heute der Etat des Geilenkirchener Krankenhauses, 65 Prozent sind Personalkosten. Auch wenn vor zehn Jahren ein eigenes Blockheizkraftwerk errichtet wurde, liegt die jährliche Stromrechnung bei 300.000 und die Gasrechnung bei 220.000 Euro. „Und wenn aus irgendeinem Grund die Gasversorgung nicht funktioniert, können wir die Heizung auf Öl umstellen. Deshalb haben wir ständig 100.000 Liter Öl als Reserve”, erklärt Bienert.

Natürlich muss das Krankenhaus auch ständig in medizinische Geräte investieren. „Als letzte Investition im vergangenen Jahr haben wir unter anderem einen 3D C-Bogen, ein Röntgengerät für den Operationssaal, für 220.000 Euro angeschafft”, sagt Bienert.

Spricht man mit der Verwaltungsspitze über Geld, fordert sie ein größeres Entgegenkommen der Politik. „Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr alleine die Personalkostensteigerung wieder über der die das Budget erhöhenden Veränderungsrate in Höhe von 1,48 Prozent liegen wird. Und diese Schere geht immer weiter auf”, fordert Bienert eine Anpassung der Budgetberechnung.

Seit 31 Jahren ist das Geilenkirchener Krankenhaus Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen. Hunderte Medizinstudenten wurden hier ausgebildet und auf ihr Examen vorbereitet.

Vor 140 Jahren kamen drei Ordensschwestern nach Geilenkirchen und legten den Grundstein für das Geilenkirchener Krankenhaus. Als Maria Barbara 1948 in die Klinik kam, waren rund 20 Ordensschwestern in der Verwaltung, in der Küche, in der Krankenpflegeschule und auf den Stationen beschäftigt. Im Laufe der Jahre wurden die Ordensschwestern weniger.

140 Jahre nach der Gründung sind es wieder nur drei Schwestern, die in der Klinik tätig sind. Neben Maria Barbara, seit 1965 Oberin und heute noch in der Verwaltung tätig, sind es die Hygienefachkraft Schwester Marietta und Schwester Arnolda, zuständig für Krankenbesuche.
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