„Springmaus”-Improvisationstheater gastiert im Schulzentrum

Von: est
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Die „Springmaus” in bester M
Die „Springmaus” in bester Manier: Ina (Vera Passy) wartet darauf, dass der Ladebalken ihres PC vollen Status erreicht, damit sie endlich auf die „Zumba”-Seite gehen kann. Den Vorgang spielen Norbert Frieling und Bühnenpartnerin (Bild) mit Hingabe. Foto: est

Übach-Palenberg. Das Pädagogische Zentrum an der Otto-von-Hubach-Straße ist bis in die letzte Stuhlreihe gefüllt. Aus der Region und weit über deren Grenzen hinweg ströhmen die Leute in den Saal, denn das Improvisationstheater „Springmaus” lädt zum neuen Programm ein. „S-Faktor - Springmaus sucht die Superstory”, lautet die Parole des heutigen Abends.

Weil einer der vier Schauspieler noch auf der Autobahn festhängt, bleibt vor Beginn noch Zeit für einige wesentliche Fragen: Improvisationstheater, was ist das eigentlich? Norbert Frieling, einer der vier Darsteller erklärt es: „Ihr sagt uns was, wir machen das, und dann können wir alle lachen.”

Das Tier im Nachbarn

Bei diesem Theater ist es besonders wichtig, dass die Zuschauer ebenfalls mitmachen. Deshalb sollten sich Darsteller und Zuschauer ersteinmal ein wenig näherkommen. Dazu leitet Norbert Frieling „vertrauensbildende Maßnahmen” ein. Die Zuschauer müssen auf Kommando brüllen, dem Sitznachbarn beichten, an welches Tier er ihn spontan erinnert und vieles mehr.

Der Schauspieler gesellt sich hinunter, von der Bühne ins Publikum, um sich einige Kandidaten herauszupicken. „Oh, jetzt haben wieder alle Angst, gucken unauffällig weg und hoffen, dass ich vorbeigehe.” Er amüsiert sich ebenfalls. Zufälligerweise fällt seine Wahl auf Dieter, der heute Geburtstag hat und im gesamten Saal ertönt ein vielstimmiges „Happy Birthday”.

Nach diesem Aufwärmen warten die Gäste gespannt auf den im Stau steckenden vierten Schauspieler und den Beginn des Programms. „Ich denke, mich erwartet ein super netter und lustiger Abend. Vor zwei Jahren war ich schon mal bei einer Springmaus-Aufführung in Würselen”, erzählt Armin Offermanns. „Damals habe ich meinen Freunden gesagt, wenn die nochmal hier in der Gegend sind, müssen wir da unbedingt hin, und deshalb bin ich heute mit den selben Leuten hier wie damals.” Auch seinen Sohn hat der 45-Jährige mitgebracht. „Ich bin heute zum ersten mal hier. Mein Vater hat mir vorgeschwärmt wie spannend das anzusehen sein soll und hat mich dann heute mitgeschleppt,” lacht der 14-jährige Jonas Offermanns.

Auch Ralf Zanders (49) aus Übach-Palenberg ließ sich schon mehrfach begeistern. „Ich habe diese Gruppe jetzt schon mehrmals gesehen, und es ist immer wieder lustig,” erklärt er. „Nie weiß man im Voraus, was kommt bei diesem Schauspiel raus, was meiner Meinung nach auch sehr viel von Sprache lebt.” Seine Frau Ingrid (44) möchte „einfach nur Spaß haben und lachen können”. Besonders die musikalisch improvisierten Teile beeindrucken sie immer wieder. „Das gleiche Lied in den verschiedensten Stilrichtungen zu präsentieren, finde ich eine erstaunliche Leistung”, und so hofft sie, dass auch das neue Programm ein voller Erfolg wird.

In diesem Programm versuchen die vier Schauspieler des Tour-Ensembles die „Superstory” zu finden. Also den so genannten „S-Faktor” eines improvisierten Stückes möglichst weit nach oben zu bekommen. Dazu fungieren die Zuschauer als Jury. Jeder Schauspieler holt sich aus dem Publikum seinen Input. Vera Passy erklärt Peter und Sabine aus Reihe fünf zu ihren Hauptcharakteren. Sie stellt gemeinsam mit den drei weiteren Schauspielern Norbert Brieling, Gilly Alfeo und Alexis Kara die Arbeit der beiden Protagonisten vor.

Dass es im Berufsleben von Peter als Mediengestalter unerwartete Wendungen gibt und dass Sabine als Heilpädagogin mal das Gedicht „Heut Spaghetti nur mit Brot, morgen seid ihr alle tot” zu hören bekommt, hätten die beiden Kandidaten aus Reihe fünf wohl nie für möglich gehalten. Die Zuschauer sind begeistert, die Jury-Punkte fallen hoch aus.

Karnevals-Mystery

Auch die Geschichte von Hans, dem Schornsteinfeger, der früher wegen dess Messweins Priester werden wollte, erhält ein gutes Votum. Doch am Ende siegt die Geschichte von Ina, die in einem Mystery-Thriller die unheimlichen Machenschaften des Übacher Karnevals-Vereins aufdeckt. Auch dass es „in Waldfeucht eine Fabrik gibt, die Menschen zu Keksen verarbeitet”, war eine Theorie, weshalb ihr Zumba-Lehrer plötzlich vom Erdboden verschwunden war.

Gilly Alfeo besticht auch am Piano mit außergewöhnlichem Talent. Eine vielstimmige Kombination aus „Schatzi, schenk mir ein Foto”, „Schornsteinfeger ging spaziern” und „Ai Se Eu Te Pego” („Nossa, Nossa”) beeindruckt die Zuschauer.
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