Springen oder Rutschen: Ab ins Wasser!

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
10395848.jpg
Schwimmspaß pur bietet das Gangelter Freibad, auch wenn die freie Wasserfläche im Laufe des Mittags immer kleiner wird.
10395856.jpg
Diese beiden jungen Badefreunde nahmen ihre Oma unter freundlichen Wasserbeschuss und kühlten so alle mal ab. Foto: Markus Bienwald
10395867.jpg
Abkühlung vor dem Schwimmen oder einfach nur so: eine Dusche tut in diesen Tagen immer gut. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Es gibt da ein kleines Schildchen an der Tür von Schwimmmeister Theo Sligchers. „27,0“ steht drauf, und es zeigt, dass das Wasser im großen Becken des Gangelter Freibades eine überaus angenehme Temperatur erreicht hat. Vielleicht wird es in den aktuellen heißen Tagen noch etwas mehr, das kann Theo, wie er hier nur genannt wird, nicht so genau sagen.

Was er aber weiß, ist, dass es immer erst ein, zwei Tage, nachdem die Hitzewelle begonnen hat, so richtig voll wird. „Bei 4000 ist allerdings Schluss“, sagt der sympathische Niederländer, womit er natürlich keine Temperaturzahl meint, sondern die Gesamtzahl an Besuchern in dem beliebten Badeparadies.

Damit das kühle Nass seine Wirkung so richtig entfalten kann, haben die Kinder im Planschbecken ihre kleinen mitgebrachten Wasserkanonen schon nachgeladen. Oma freut sich über die Abkühlung, die sie im Nacken trifft, und die ungewöhnlich warme Witterung der ersten Juli-Woche erträglicher macht.

Hinter den Kulissen wird derweil viel bewegt. Nicht nur die Schwimmmeister müssen ihr waches Auge immer auf die Aktion rund um die Wasserflächen gerichtet haben. Schrille Pfiffe aus ihren Pfeifen bleiben aber die Ausnahme, das warme Wetter scheint Gefühlausbrüche zu besänftigen. Auch Schweißausbrüche in der Technik sind nicht zu befürchten. Denn während die Mitarbeiter im Kassenhäuschen fleißig Tickets ausstellen, agiert die Wassertechnik unauffällig und sorgt für Badevergnügen. Und sicherlich darf auch die Heizanlage mindestens zwei Stufen niedriger laufen, denn bei prallem Sonnenschein ist die mit ihr verschaltete Solaranlage natürlich erst recht in ihrem Element.

„Die Technik macht das alles mit“, sagt Schwimmmeister Theo, „kein Problem“. Und lächelnd zieht er mit der Sonnenbrille von dannen, um einem Mann den Sonnenschirm an der Beckenumrandung per Kurbel auszufahren. Sonnenbrillen sind übrigens Pflicht, denn gerade das glitzernde Wasser schickt gerne grelle Blitze in Richtung Auge. „Weil wir immer aufpassen müssen, was gerade auf dem Wasser geschieht, hilft die Brille, um besser sehen zu können“, erklärt Theo, ehe er eine seiner vielen Runden an diesem Tag fortsetzt.

Wer so am frühen Vormittag die meist sandalenbewehrten Füße ins Bad setzt, wird sich übrigens wundern, was hier schon am Morgen los ist. „Es füllt sich gerade wieder“, sagt Theo, „Du hättest heute Morgen da sein müssen“. Da waren schon 200 Frühschwimmer im Becken, sorgten für Bewegung im Wasser, an der frischen Luft, und natürlich zu Lande. Dort werden in Richtung Mittag übrigens die grünen Flecken vor allem nahe der wunderschönen Baumbestände richtig knapp. Und als gäbe es eine Formel, mit der sich die verbleibende Restfläche blauen Wassers mit dem immer weiter sinkenden, freien Grünanteil gleichsetzen lässt, füllt sich das Freibad mit vielen Menschen, die angesichts tropischer Temperaturen nach Abkühlung gieren.

Da spritzt das Duschwasser, da wird der Hosenboden der Schwimmkleidung auf Rutsch- und Widerstandsfähigkeit getestet, da springen hier und da ein paar noch Trockene einfach so ins Wasser und genießen mit lautem „Aaaaaaah“ das kühle Nass. Und wer bei allem Plantschen, Schwimmen und Rutschen Lust auf was Leckeres bekommt, schaut bestimmt mal bei Guido Karl vorbei.

Der hilft gerade am Kiosk dem jungen Ben Schultes dabei, sich das passende Eis auszusuchen. Einen Fingerzeig später begleicht Oma Marlene Paulzen die Rechnung, und der junge Mann genießt grinsend sein Eis. Guido hat für den vollen Tag vorgesorgt. Die Firma Prospex als Betreiber sorgt regelmäßig für Nachschub. Kaffee, Kaltes und Krosses wie Chips, aber auch Gebäck gehen über die Verkaufstheke.

Den ganzen Tag geht das so, Kinder werden im Wasser mit Bällen „abgeworfen“, es wird auf der Trennleine zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich balanciert, und ab mittags wird auf dem Fünfer um die beste Arschbombe gekämpft. Für Theo ist der Akt „Freibad“ an diesem Tag zwar schon nachmittags vorbei. „Doch wenn das Telefon klingelt, bin ich gleich wieder zurück“, sagt er. Zufrieden schaut er nochmal auf das Temperaturschildchen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert