Sportler, Trainer und Betreuer mit Leib und Seele

Von: Markus Bienwald
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Übungen am Kasten dienen der Koordination und der Vorbereitung aufs Hürdenlaufen. Foto: Markus Bienwald
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Hürdentechnik erlernen leicht gemacht: Mit Spaß überwindet der Läufer-Nachwuchs die Trainingshürden. Foto: Markus Bienwald
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Bälle oder Ringe sind die ersten Gegenstände, die Nachwuchs-Leichtathleten zum Trainieren nutzen. Foto: Markus Bienwald
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Stolz auf die gute Stimmung im Verein: Vorsitzender Wolfgang Gudduschat. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. In der Vereinswelt gehen die Gespenster um: Mitgliederschwund und Überalterung heißen sie, bringen gerade bei Sportvereinen, die ja auf der aktiven Seite des Vereinslebens stehen sollten, weitreichende Probleme mit sich. Das gilt sicherlich auch für einige Vereine in Übach-Palenberg, die Auswege in der Fusionierung mit anderen Vereinen oder auch in Spielgemeinschaften, beispielsweise im Fußball, sehen.

Doch wer einmal das Trainingsprogramm mit den Jugendlichen bei den Leichtathleten des SV Schlafhorst verfolgt, der bekommt einen lebendigen Eindruck davon, dass es auch andere Situationen geben kann. „Wir haben zum Glück eine sehr breit aufgestellte Kinder- und Jugendabteilung“, so der Vorsitzende Wolfgang Gudduschat. „Das liegt vor allem daran, dass hier die Ehrenamtler, die Trainer, die Betreuer und auch das Vorstandsteam mit Leib und Seele bei der Sache sind“, lobt er.

Damit will er nicht denjenigen unnötig Honig ums Maul schmieren, die sich Woche für Woche die Zeit nehmen, um die teils technisch sehr anspruchsvollen Disziplinen in der Halle und auch beim Freilufttraining zu vermitteln. Vielmehr geht es Gudduschat darum, zu zeigen, dass es abseits der oft zu Recht veröffentlichten Sorgen und Nöte der Vereine gerade im Nachwuchsbereich auch positive Signale geben kann. „Da sind wir wirklich ein paar der wenigen Glücklichen“, konstatiert er.

Nicht nur als Ratsmitglied der Stadt Übach-Palenberg, sondern auch aus vielen Jahrzehnten der Vereinsarbeit weiß er aber, dass einfach viele Faktoren zusammenpassen müssen. Da müssen die Rahmenbedingungen stimmen, Sportstätten verfügbar sein und die Stadt bei der Bereitstellung mitspielen. Und da muss natürlich überhaupt erst einmal das Interesse der jungen Menschen an der Bewegung und am Sport geweckt werden.

Wie das geht, zeigt ein kleiner Rundblick beim Hallentraining. In der Mehrfach-Turnhalle am Schulzentrum an der Comeniusstraße kümmern sich nicht etwa nur eine Handvoll Trainer und Betreuer um rund 50 Kinder und Jugendliche.

Vielmehr kommt hier ein ausgefeiltes System zum Einsatz, ähnlich wie beim Zirkeltraining, das verschiedene Stationen zu verschiedenen Disziplinen anbietet.

„Wir haben in jeder Disziplin und für jede Altersklasse die passenden Fachleute“, so Gudduschat. Er selbst ist als Vorsitzender und ehemaliger Werfer auch ausgebildeter Übungsleiter für die Senioren. Anke Piepers, Silke Schleider, Rilana Dente, Laura Gruchow und Franziska Flecken sind bei den Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und zehn Jahren dabei, wenn es ums passende Training geht.

Zur Tätigkeit als Übungsleiter sind sie ganz unterschiedlich gekommen. So waren sie alle schon mal sportlich aktiv, wenngleich nicht alle bei der Leichtathletik. Silke Schleider beispielsweise war Turnerin und Tanzsportlerin, ist dann über ihre talentierte Tochter auf den Verein aufmerksam geworden und verbindet nun ihr Ehrenamt mit dem gemeinsamen Sporterlebnis mit ihrer Tochter beim SV Schlafhorst.

Medizinstudentin Laura Gruchow ist schon mit sieben Jahren zum Verein gekommen, hält bei den Jugendsportabzeichen einen bis heute einzigartigen Rekord. „So viele Goldene wie Laura hat sonst niemand“, berichtet Wolfgang Gudduschat. Über Michael und Jutta Strauss, Holger Ernst, Klaus Dittmar, Eva Zilgens, Alfred und Lukas Reinhardt und Dieter Tobies hinaus gibt es immer wieder Menschen, die sich für das Training auch auf der anderen Seite der Trillerpfeife entscheiden.

„Klar ist aber bei aller Disziplin, die beispielsweise bei unserer Leistungsgruppe einfach nötig ist, dass auch der Spaß nicht zu kurz kommen darf“, sagt Gudduschat. Auch das lässt sich bei einem Gastspiel beim Training immer wieder beobachten.

Denn die Kinder sind zwar mit Eifer und Einsatz bei der Sache, dürfen in den Pausen und abseits des Trainings aber einfach auch mal Kind sein, spielen und sich in der Gruppe auch ganz persönlich weiterentwickeln.

Vielleicht ist es auch das, was den Sport beim SV Schlafhorst so erfolgreich macht und sich gegen viele andere terminliche Herausforderungen, denen sich heutzutage schon Kinder gegenübersehen, durchsetzen lässt. „Trotzdem will ich jetzt hier nicht einfach nur unseren Verein als perfekt darstellen, das ist nämlich niemand“, sagt Gudduschat. „Wir haben einfach nur Glück, dass alles so gut passt“, fügt er hinzu und freut sich über einen gelungenen Kugelstoß eines Nachwuchssportlers.

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