Sport und Senioren: Kooperationsvertrag trägt Früchte

Von: Markus Bienwald
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Mit wachen, hellen Augen folgen die Senioren des Altenheims St. Josef Übach den Bewegungen von Schwungtuch und den darauf hin- und herflitzenden Bällen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Bereits vor einiger Zeit wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem 1. FC Rheinland und dem Altenheim St. Josef in Übach-Palenberg unterzeichnet. Die Zusammenarbeit der beiden Vertragspartner ist mittlerweile besonders erfolgreich.

Ein kleiner Blick in den großen Saal des Altenheims St. Josef in Übach genügt eigentlich schon. Denn beim Spiel mit dem großen Schwungtuch und den beiden Bällen leuchten nicht nur die Augen der Senioren. Ihre Blicke wirken hellwach, wie entzündet durch die fließenden, rhythmischen Bewegungen, die das bunte Tuch vollführt und damit die Bälle hin und her rollen lassen.

Hinter diesem wahrlich bunten und bewegten Nachmittag steht aber nicht irgendeine extern eingekaufte Trainingseinheit, die den Senioren den Schwung ins Leben bringt. Es sind Martina Kubetschek und Ines Joppe vom ortsansässigen Sportverein 1. FC Rheinland, die mit den Senioren arbeiten, unter die sich dieses Mal auch Altenheim-Geschäftsführer Hans-Werner Quasten gemischt hat.

Und damit erfüllen die beiden Damen vom Sportverein den seit einiger Zeit geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen den Ehrenamtlern des Vereins und dem Altenheim mit Leben. „Wenn der Sportverein zu uns ins Haus kommt, ist das Abwechslung pur“, sagt Hans-Werner Quasten, der selbst auch großen Spaß an dem Spiel mit dem bunten Tuch und den Bällen hat. Dass hinter dem Spaß weit mehr steckt als nur die Idee, wieder Bewegung ins Leben der Senioren zu bringen, weiß der erfahrene Geschäftsführer natürlich auch.

„Die Vernetzung ist enorm wichtig, denn sie vermittelt den Senioren das Gefühl, ein Teil der Gemeinschaft zu sein“, so Quasten weiter. Denn mit den Menschen, die ins Heim kommen, um den Senioren die Lust und den Spaß an der Bewegung ganz dem Alter angemessen zu vermitteln, kommen neue Gesichter ins Haus und öffnen so den Blick nach außen.

Für die Übungsleiterinnen war dieses im Rahmen des vom Landessportbund initiierten Projekts „Bewegt älter werden in NRW“ platzierten Angebotes aber auch nicht einfach so zu stemmen. Natürlich sind Ines Joppe und Martina Kubetschek keine Neulinge im Bereich des Leitens von Übungen. Dennoch haben sie von sich aus Schulungen absolviert, damit fachliche Voraussetzungen erfüllt werden konnten, um den speziellen Anforderungen im Seniorensport Genüge zu tun.

„Auch wenn wir nur erreichen, dass die Menschen den Ball bei einer Übung nur mit den Augen verfolgen, haben wir emotional schon viel erreicht“, berichtet Martina Kubetschek. Gefühle und Bewegung zu Spaß zu verbinden, macht ihr wie auch der Kollegin große Freude, die natürlich auch bei Steffi Rothkranz und Georg Kubetschek vom Vorstand der „Rheinländer“ ankommt. „Der Spaßfaktor muss im Vordergrund stehen, damit das Gemeinschaftsgefühl entstehen kann“, sagt Georg Kubetschek.

Das Spiel mit dem Tuch und den Bällen ist übrigens nur ein kleiner Schritt in eine vielleicht noch größer werdende Zusammenarbeit von Altenheim und Sportverein. Denn der Kreissportbund wünscht sich, dass Senioren durch Bewegungsförderung in Gruppen ein Stück Lebensqualität hinzugewinnen.

„Mit dem Programm des Landessportbundes sollen spezielle Bewegungsangebote für die ältere Generation entwickelt werden, die zu einem aktiven Leben bis ins hohe Alter beitragen können“, wünscht sich Mathias Vonderbank als Ansprechpartner des Kreissportbundes Heinsberg. Und auch dessen Botschafter Franz Müntefering, ehemaliger Bundesminister und Vizekanzler, sagt: „Wir werden weniger, wir leben länger, die Gesellschaft wird vielfältiger und bunter. Das muss keine Angst auslösen, man kann Gutes daraus machen.“

Diese positive Einstellung lebte Müntefering schon bei einer von unserer Zeitung in Kooperation mit dem Kreissportbund gestarteten Aktion im April in Geilenkirchen vor. Und wer in die Augen der Menschen im Altenheim von St. Josef schaut, der weiß, was der ehemalige Spitzenpolitiker Franz Müntefering damit meinte. „Wir wollen anregen und motivieren“, so Ines Joppe und Martina Kubetschek. Bei den Teilnehmern an der Schwungtuchrunde ist dieser Wunsch sicherlich nicht spurlos vorbeigegangen.

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