Spiel im Schützenkorps kann „cool” sein

Von: g.s.
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Mit klingendem Spiel zog das T
Mit klingendem Spiel zog das Trommler- und Pfeiferkorps, begleitet von zahlreichen Ehrengästen, darunter der stellvertretende Bürgermeister Leonhard Kuhn (l.) und Schirmherr Christoph Kleuters, (vorne Mitte) durch den Heimatort Waurichen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Waurichen. Mit einem bunten Veranstaltungsreigen feierte die Wauricher Bevölkerung am Wochenende das 90-jährige Bestehen des örtlichen Schützenkorps. Aus diesem Anlass würdigten einige Redner beim musikalischen Festabend am Freitag im mäßig besetzten Bürgerhaus das Wirken der Schützen im Allgemeinen und im Rückblick auf 90 Jahre Vereinsgeschichte im Besonderen.

Neun Jahrzehnte seien ein stolzes Alter, das lange nicht jedes Trommlerkorps erreiche, sagte Vorsitzender Dieter Reuters bei seiner Begrüßung. Besonders hieß er den Schirmherrn des Jubiläums, Christoph Kleuters, mit dessen Ehefrau Anne sowie Ortsvorsteher Friedhelm Thelen willkommen.

Verpflichtung bewusst

Das 90-jährige Jubiläum sei keine Selbstverständlichkeit. „In der Vergangenheit ist unser Schützenkorps durch Höhen und Tiefen gegangen”, sagte Dieter Reuters. Gerade in der heutigen Zeit wehe den musizierenden Vereinen ein harter Wind ins Gesicht. Jedoch seien sich die Mitglieder des Schützenkorps der Verpflichtung bewusst, dass man nicht leichtfertig aufgebe, was vor 90 Jahren begann.

Es sei leider ein Zeichen der Zeit, dass die Vereine immer mehr Nachwuchssorgen bekämen, denn Kindern und Jugendlichen werde eine Vielzahl anderer Freizeitmöglichkeiten geboten. „Vielleicht ist es auch nicht cool, sich in einem Schützenkorps zu engagieren?”, stellte der Vorsitzende eine wesentliche Frage. Darum sei die Entwicklung auch nicht spurlos am Schützenkorps Waurichen vorbei gegangen.

Aber: „Damals wie heute ist unser Schützenkorps ein wichtiger Bestandteil des Ortes”, betonte Dieter Reuters. Er wünschte sich, dass es auch in Zukunft Menschen geben werde, die Spaß am Musizieren im Schützenkorps haben, damit für die Allgemeinheit und für das Dorf dieses Stück Kultur nicht verloren gehe. Für Arnold Peters (88) den ehemaligen Ausbilder des Korps hielt Dieter Reuters eine Überraschung bereit. Arnold Peters durfte am Festabend das Schützenkorps noch einmal dirigieren, und dieser Umstand bereitete ihm sichtlich Freude.

„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten”, zitierte Schirmherr Christoph Kleuters den griechischen Philosophen Aristoteles. Dieser Aussage könnten alle ohne Einschränkung zustimmen. Die Spielleute des Schützenkorps Waurichen würden bereits seit 90 Jahren Freude mit ihrem Spiel bereiten. Die Väter, Großväter und Urgroßväter seien es gewesen, die 1922 das Schützenkorps ins Leben gerufen hätten, und die Kinder, Enkel und Urenkel seien es, die am Festabend zum 90-Jährigen aufspielen würden, so der Schirmherr. Heinrich Finken, der älteste Zeitzeuge an diesem Abend, sei immerhin 98 Jahre alt und dem Korps vor 80 Jahren als aktives Mitglied beigetreten.

Der Festabend stand ganz im Zeichen eines gemeinsamen Konzertes des Instrumentalvereins Stahe-Niederbusch und des Schützenkorps Waurichen, das mit dem „Marsch der Medici” begann. Aufgelockert wurde das Programm durch einen Auftritt der Showtanzgruppe „Plattföss”.

Der Vorsitzende ehrte im Lauf des Abends Mitglieder für langjährige Treue zum Schützenkorps. Dies waren Philipp Görtz (10 Jahre), Carolin Storms und Christian Storms (15 Jahre), Thomas Dieckmann (40 Jahre) sowie Hans Metzger und Wilfried Reuters (45 Jahre).

Der zweite Tag der Feierlichkeiten begann um 16 Uhr mit dem Empfang der Gastvereine und anschließenden Festzug durch Waurichen. Neben den Trommler- und Pfeiferkorps aus Bauchem, Immendorf, Lövenich, Körrenzig und Prummern nahm auch das Tambour und Pfeiferkorps Gangelt sowie die beiden Schützenbruderschaften aus Waurichen und Puffendorf mit ihren Königspaaren teil. Weitere Höhepunkte waren am Abend das Gastspiel der Dudelsackgruppe Hochland-Heistern und die Darbietung der Showtanzgruppe Phoenix.

Nach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal, einem Frühschoppen und einem Konzertnachmittag mit Gastspiel der befreundeten Vereine am Sonntag klangen die Feierlichkeiten aus Anlass des 90-Jährigen Bestehen des Korps am Sonntag aus.
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