Spendenlauf: Schüler laufen für den guten Zweck

Von: Annika Wunsch
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Die älteren Schüler starten voller Energie beim traditionellen Spendenlauf, doch die nächste Stunde wird immer anstrengender werden. Fast alle haben auf ihren Sportsachen Aufkleber gegen das Atomkraftwerk Tihange. Foto: Annika Wunsch
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„Abschalten!“ rufen die Schüler des Gymnasiums und nutzen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zum Protest gegen das Atomkraftwerk Tihange. Foto: Annika Wunsch

Übach-Palenberg. Eigentlich ist der Spendenlauf des Carolus-Magnus-Gymnasiums voller Traditionen. Alle zwei Jahre läuft die ganze Schule – der Fünftklässler genauso wie der zukünftige Abiturient– Runde um Runde in der Übacher Innenstadt und sammelt für jede geschaffte Runde einen Stempel und damit Geld auf dem Rathausplatz. Und wie jedes Jahr wird das Geld für einen guten Zweck gespendet.

Doch dieses Mal gibt es eine Neuigkeit: Kurz vor dem Start rufen die Schüler zusammen die Parole „Abschalten!“ aus. Damit meinen sie das Atomkraftwerk Tihange in Belgien, das wegen Rissen in der Hülle stark umstritten ist. Fast alle Schüler haben auf ihre Sportsachen Aufkleber mit „Tihange abschalten!“ geklebt oder halten Plakate hoch.

Höhepunkt der integrierten Protestaktion war die eigene Menschenkette der Schule vor dem Start des Laufs: Um den ganzen Rathausplatz herum standen alle 600 Schüler, die Lehrer der Schule und zusätzlich etwa 50 anwesende Eltern, nahmen sich an die Hand und setzten ein Zeichen gegen das Atomkraftwerk in Belgien. Schon vor einigen Monaten beteiligten sich die Schüler durch eine Fotoaktion am überregionalen Protest und eine große Gruppe Oberstufenschüler nahm an der internationalen Menschenkette gegen Tihange am 25. Juni teil.

Diesem Beispiel hatte die Schülervetretung (SV) beschlossen nachzueifern und organisierte eine eigene, kleinere Version in Übach-Palenberg. „Die Menschenkette war echt gut“, freute sich SV-Lehrer Patrick Hamm ganz überschwänglich. Alle Schüler hätten sofort mitgemacht und sich für das Thema interessiert.

Wie viel Arbeit hinter so einem Tag steckt, wissen die Vertreter der SV. Sie waren zusammen mit den SV-Lehrern für die ganze Organisation verantwortlich. Schon um sieben Uhr morgens waren Lucia Pomareda, Luisa Quix, Anna Kessler und Laurin Zilgens vor Ort und bauten ein Zelt und Technik auf. Um acht Uhr stand Laurin Zilgens als Schülersprecherin auf dem Schulhof vor der versammelten Schule und stimmte alle beim „Warm-Up“ auf den Lauf ein. Als erstes starteten die Jüngeren bis zur achten Klasse. Mit den Laufzetteln in der Hand liefen sie die einen Kilometer lange Strecke in der Innenstadt entlang und konnten sich nach jeder geschafften Runde einen Stempel im Ziel abholen. Nach einer Stunde waren dann die älteren Schüler an der Reihe und stürmten wie die Kleineren beim Startschuss voller Tatendrang los, auch wenn mit jeder Runde die Motivation ab- und die Anstrengung zunahm.

Im Voraus hatte jeder Schüler eigene Sponsoren gesammelt, bei Nachbarn, Geschäften, Firmen oder der Oma. Diese konnten entweder zustimmen, den Läufer mit einem beliebigen Geldbetrag pro Runde zu unterstützen oder einen einmaligen Spendenbetrag beizusteuern. 11.850 Euro sind so vor zwei Jahren zusammengekommen. Auch dieses Jahr soll wieder die 10.000 Euro-Marke geknackt werden.

Gemeinsam für eine Sache

Aber natürlich geht es bei der ganzen Aktion auch um viel mehr als das bloße Spendensammeln, meinte die SV-Spitze. „Es bildet sich eine Gemeinschaft“, betonte Anna Kessler, stellvertretende Schülersprecherin, denn die Schüler aller Jahrgangsstufen sowie die Lehrer setzten sich gemeinsam für eine Sache ein. Auch ihre Kollegin Lucia Pomareda fand: „Man merkt, dass die Schule zusammen hält.“ Vor allem die jüngeren Schüler seien besonders stolz angesichts des großen Interesses der Öffentlichkeit, fügte Luisa Quix hinzu.

Die gesammelten Spenden werden nach dem festgelegten Spendenschlüssel der Schülervertretung an drei Projekte verteilt. Zehn Prozent kommen dem stadteigenen Projekt „Unsere Kinder“ zugute. Für den eigenen Förderkreis der Schule sind 40 Prozent bestimmt.

Die Hälfte des erlaufenden Geldes geht aber an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen e.V.“ Die Kooperation der internationalen Organisation mit der Schule besteht schon seit vielen Jahren. Immer wieder besucht ein Arzt die Schule und bringt den Schülern Bilder von seinem ehrenamtlichen Einsatz in Krisengebieten mit, um zu zeigen, wohin das gesammelte Geld geht.

Auch Philo Beckers, Schülerin der sechsten Klasse des Gymnasiums und zum ersten Mal Teilnehmerin beim großen Spendenlauf, weiß schon viel über „Ärzte ohne Grenzen“. Im Unterricht hat sie mit ihren Mitschülern einen Film über die Arbeit der Organisation gesehen und sich mit mehreren Krankheiten beschäftigt, die die „Ärzte ohne Grenzen“ bei ihren Einsätzen zu heilen versuchen. Neun bis zehn Runden hatte sich Philo deshalb als Tagesziel vorgenommen, um diese Arbeit zu unterstützen.

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