SPD sieht sich durch Schulz nun im Aufwind

Von: Sonja Essers
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Das politische Engagement nimmt zu – zumindest in der SPD. Auch in Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg verzeichnen die Ortsvereine mehr Mitglieder. Foto: dpa
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Er schließt einen weiteren Mitgliederzulauf nicht aus: Geilenkirchens SPD-Parteichef Marko Banzet. Foto: Stüßer
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Der Übach-Palenberger SPD-Parteivorsitzende sieht seinen Ortsverein deutlich im Aufwind. Foto: Bienwald
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Gangelts SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rainer Mansel hofft, dass sich der Trend fortsetzt. Foto: Bienwald

Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt. Über 1000 neue Mitglieder in nur einem Monat: Die SPD in Nordrhein-Westfalen verzeichnet derzeit eine regelrechte Eintrittswelle. Der Grund: Martin Schulz. Seitdem feststehe, dass Schulz als Kanzlerkandidat für die Partei ins Rennen ziehe, sei ein regelrechter Hype ausgebrochen, sagen führende Politiker. Aber hat der sogenannte „Schulz-Effekt“ auch Geilenkirchen, Übach-Palenberg und Gangelt erreicht?

Oder bleibt der Mitglieder-Boom im Kreis Heinsberg aus? Die Neuanmeldungen halten sich derzeit zahlenmäßig zwar in Grenzen, die Mitglieder sprechen dennoch von einer positiven Entwicklung. Marko Banzet, Vorsitzender des Ortsvereins Geilenkirchen, kann diesen Trend bestätigen. Ein neues Mitglied und zwei Anfragen sind die bisherige Bilanz. „Unser neues Mitglied hat als Grund für seinen Eintritt ausdrücklich Martin Schulz angegeben“, sagt Banzet. Eine Entwicklung, die Banzet freut. 84 Mitglieder hat der Ortsverein Geilenkirchen derzeit.

Im vergangenen Jahr gab es drei Eintritte und zwei Austritte. In diesem Jahr konnte der Ortsverein dieses Ergebnis bereits nach einem Monat erzielen. Gerechnet hätte Banzet damit allerdings nicht. „Ich war schon überrascht, dass es einen solchen Hype gegeben hat, aber die Stimmung ist momentan sehr positiv“, sagt er. Dass in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr Bürger den Weg in die Partei finden, schließt er nicht aus.

Das würde auch Rainer Mansel begrüßen. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Gangelt sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich noch etwas tut. Damals bei Willy Brandt gab es eine solche Welle schon einmal. Wenn Martin Schulz das auch schaffen würde, wäre das natürlich fantastisch“, erklärt Mansel. Der Gangelter Ortsverein besteht momentan aus 35 Mitgliedern. Am ersten Februar ist die erste Neuanmeldung des Jahres bei Mansel angekommen.

„Selbst eine Person macht schon viel aus. Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzen wird“, sagt der Vorsitzende. Kein Wunder, schließlich ging der Trend in den vergangenen Jahren in die andere Richtung. „Wir haben bestimmt schon seit drei oder vier Jahren keine neuen Mitglieder mehr, sondern nur Austritte. Jetzt wird diese Tendenz gestoppt“, sagt Mansel. Ob er und die anderen Mitglieder des Ortsvereins die Neuanmeldung Martin Schulz zu verdanken haben, weiß Mansel nicht. Das will er in den kommenden Tagen herausfinden. Dann steht nämlich das erste Gespräch mit dem neuen Mitglied an.

„Deutlicher Zuspruch“

Der Ortsverein Übach-Palenberg ist besonders gewachsen. Acht Neuanmeldungen gab es im letzten halben Jahr, drei davon kamen allein in der vergangenen Woche bei Alf-Ingo Pickartz an. Der Vorsitzende des Übach-Palenberger Stadtverbands freut sich über diesen „deutlichen Zuspruch“.

Knapp 200 Mitglieder hat der Ortsverein derzeit. Neuanmeldungen gehörten in der Vergangenheit allerdings eher zu den Ausnahmen. „In den vergangenen fünf Jahren sind die Mitglieder stetig weggeblieben. Aufgrund der hohen Altersstruktur hatten wir hohe Einbußen, die wir nicht mehr mit neuen Mitgliedern kompensieren konnten“, sagt er. Das habe sich im vergangenen Jahr allerdings geändert.

Pickartz ist der Meinung, dass das Mitgliederwachstum auch an der Arbeit des Ortsvereins liege. „Der Martin-Schulz-Effekt greift zwar stark, aber wir in unserem Ortsverein haben uns in Übach-Palenberg auch in einigen Themen freigeschwommen und sind deutlich im Aufwind“, sagt er.

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