Geilenkirchen - Spannender Einblick in die berufliche Zukunft

Spannender Einblick in die berufliche Zukunft

Von: Udo Stüßer
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Alexander und Stefanie Peters (2. und 3. von links) waren „Gäste des Jahres“ im Berufskolleg. Foto: Georg Schmitz
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Weshalb haben Sie die Geschäftsführenden Gesellschafter der NEA-Group als Gäste des Jahres eingeladen? Coenen: Dafür gibt es ganz viele gute Gründe. Ein Grund ist, dass es uns freut und stolz macht, als Kaufmännisches Berurfskolleg im Kreis Heinsberg. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Unsere Veranstaltung ist eine Botschaft an Sie, an Ihre Zukunft, denn jeder von Ihnen stellt sich zurzeit die Fragen: Wie geht es weiter? Wo stehe ich? Wie sehen meine Chancen für meinen Wunschberuf aus?“, erklärte Ariadna Wix, Sozialarbeiterin am Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen, vor rund 300 Schülern des Wirtschaftsgymnasiums und der Höheren Handelsschule.

Gemeinsam begrüßte sie mit ihrer Kollegin Dorothee Frantzen-Beckers und Schulleiterin Gabriele Kaspers im Forum des Kollegs Stefanie und Alexander Peters, Geschäftsführende Gesellschafter der Neuman & Esser Group Übach-Palenberg, als „Gäste des Jahres“. „Wir wollen Ihnen Vorbilder vermitteln“, sagte Gabriele Kaspers. Unter der Moderation von Studiendirektor a. D. Heiner Coenen, bis 2012 Leiter des Wirtschaftsgymnasiums, erhielten die Schüler dann einen spannenden Einblick in das private und berufliche Leben der Geschwister Peters, die ein für die Regionen Aachen und Heinsberg eminent wichtiges Unternehmen führen.

Die Geschicke des Unternehmens, das sich heute mit dem Bau von Hochleistungsmaschinen wie Kolbenkompressoren, Mühlen und den damit verbundenen Anlagen beschäftigt, lenkt die Familie Peters seit 1891, die Geschwister Peters nunmehr in der vierten Generation.

Welche Bedeutung das Familienunternehmen hat, zeigen die Fakten: Auf dem 60.000 Quadratmeter großen Gelände in Übach-Palenberg werden Kolbenverdichter gefertigt. Zur Unternehmensgruppe mit einer Stammbelegschaft von rund 900 Mitarbeitern, davon 500 alleine in Übach-Palenberg, gehören Holdings in Deutschland, USA und China, drei Produktionsstandorte in Deutschland und 16 Firmen für Vertrieb, Anlagentechnik und Service an strategischen Punkten der Welt, unter anderem in Indien, Ägypten, Dubai, Brasilien, Russland und Italien.

50 bis 60 junge Menschen werden am Standort Übach-Palenberg ausgebildet. „Dieses Unternehmen bietet genug Möglichkeiten, dass wir uns beide austoben können“, scherzte Stefanie Peters. Denn eigentlich wollte die heute 41-Jährige nach einem internationalen Managementstudium in den Niederlanden und einem Auslandsjahr in England gar nicht in das Unternehmen einsteigen. „Aber es macht viel Spaß“, gestand sie am Freitag. Anders war es bei Alexander Peters: Der 42-Jährige bezeichnete es als „Glück“, in das Familienunternehmen hinein geboren zu sein. Nach dem Abitur mit der Durchschnittsnote 3 („Die 3 ist die 1 des kleinen Mannes“) studierte Alexander Peters Wirtschaftsingenieurwesen. „Und wer ist der Boss?“, fragte einer der Schüler.

Auf die Antwort von Stefanie Peters gab es keinen Widerspruch: „Wir sind gleichberechtigt auf Augenhöhe.“ Viele weitere Informationen erhielten die Zuhörer in den einzelnen Interviewrunden, die Heiner Coenen und die Schüler Timo Jankowski, Henning Kirchner, Lea Korall, Luc M‘Fitu und Arbnor Rugova vorbereitet hatten.

Der harte Wettbewerb auf dem Weltmarkt war eines der Themen. „Wenn der Bedarf runter geht, wird der Wettbewerb größer. Der Druck auf Preise und Kosten wird größer“, erklärte Alexander Peters, und seine Schwester ergänzte: „Solche Tendenzen kann man erkennen. Mit unseren qualifizierten Mitarbeitern besprechen wir, was der Markt in den nächsten ein bis zwei Jahren bringt. Chancen sehen und Risiken eingehen gehört zum Unternehmertum.“

Als Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie forderte Alexander Peters „eine marktgerechte Lohnfindung ohne von der Politik beeinflusst zu werden“. Derweil stellte sich Stefanie Peters nicht nur als begeisterte Reiterin vor: „Als Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer habe ich die Chance, mitgestalten zu können.“

Die Bedeutung der Schule im Qualifizierungsprozess eines jungen Menschen war ebenfalls Thema. „In der Schulzeit muss man die Weichen stellen, neugierig sein, sich einsetzen. Man muss mit offenen Augen durchs Leben laufen und hier die Eigenschaften entwickeln, die man später braucht“, erklärte Stefanie Peters. Dass Schüler des Berufskollegs außerhalb des Unterrichts Initiative zeigen, haben sie am gestrigen Tag eindrucksvoll belegt.

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