Gangelt - Sorge um ausreichende Schülerzahlen für die Oberstufe

Sorge um ausreichende Schülerzahlen für die Oberstufe

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Konrektor Markus Fabricius, Be
Konrektor Markus Fabricius, Beratungslehrer Siegfried Funk-Stevens, Vorsitzende des Lehrerrates Helga Nijs und Schulleiter Thomas Hoppe-Leifgen (v.r.) hatten alles vorbereitet, um neue Schüler für die Realschule zu gewinnen, als das überraschende Aus kam. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Frostig war die Stimmung, als die Mitglieder der Räte aus Gangelt und Selfkant einstimmig die Auflösung der Realschule in Gangelt und die Erweiterung des Bündnisses zum Real- und Gesamtschulzweckverband beschlossen hatten.

Damit ist besiegelt, dass in gut fünf Jahren der letzte Realschüler dort sein Zeugnis erhalten wird.

Während der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Herbert Corsten, Bürgermeister des Selfkants, erinnerte, dass man sich seit gut anderthalb Jahren mit dem Schulentwicklungsplan des Kreises und den entsprechenden Veränderungen der Schullandschaft beschäftigt, wiederholte auch der Vorsteher, Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen, wie schwer es falle, die Realschule zu schließen, wie hoch die Arbeit des Kollegiums geschätzt wird und dass alle diesen Schritt mit „Bauchschmerzen” gehen.

Beide Bürgermeister waren sich aber einig, das ein Blick auf die Gesamtsituation keine andere Alternative aufgetan hat. „Wir haben uns für Gangelt und Selfkant für die starke Lösung Gesamtschule entschieden”, ließen beide noch einmal die Entscheidungen ihrer Räte Revue passieren. Mit dem Geilenkirchener Beschluss, schon für das kommende Schuljahr keine Kinder mehr nach Gangelt an die Hauptschule zu schicken, sei spontanes Handeln gefordert gewesen. Hinzu sei gekommen, dass man einen Konsens mit dem Selfkant gebraucht habe.

„Wären die aus dem Realschulzweckverband ausgeschieden, wie es im Raum stand,” so Bernhard Tholen, hätten auch die Zahlen für die Realschule plötzlich ganz anders ausgesehen.

Das Einbinden der Verantwortlichen in Gestaltungsprozesse hatte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann vor kurzem zum Thema gemacht. Darauf bezieht sich ein Brief, der vom Lehrerrat unterzeichnet wurde und in der Verbandsversammlung die Runde machte. Aus der Zeitung habe man von der Schließung der Realschule erfahren müssen. Das war in den Herbstferien, und allen habe noch im Ohr geklungen, wie Bürgermeister Bernhard Tholen wenige Wochen zuvor vom mittelfristigen Erhalt der Schule gesprochen habe. „Wie gründlich die Einbindung aller Betroffenen missachtet wurde”, war zu lesen, zeige auch die Elternbefragung, bei der vermittelt worden sei, die Gesamtschule sei schon beschlossene Sache. Zur Wahl habe in der Befragung nur die Gesamtschule gestanden. „Von der ebenfalls möglichen Sekundarstufe oder andern Alternativen war gar nicht die Rede.”

Das griff Realschulleiter Thomas Hoppe-Leifgen auf: „Wie wäre die Befragung ausgegangen, hätte es Alternativen gegeben?” Diese Aktion sei nicht fair gewesen: „Man wollte einfach nur ein Ziel erreichen!”

Der Gangelter CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler bekannte, „da ist vieles unglücklich gelaufen”, man sei aber von einigen Tatbeständen einfach überrannt worden. Sein Kollege aus dem Selfkant, Heinz Stassen, erinnerte daran, dass Politiker die Weichen für die Zukunft zu stellen haben. „Die Möglichkeit in Gangelt Abitur zu machen dürfen wir unseren Kindern nicht entgehen lassen.” Hans Schürgers (Selfkant/FDP), Lehrer an der Gangelter Hauptschule, erinnerte daran, wie wichtig eine Gesamtschule für die Hauptschüler sei: „Das ist ein Schulform für alle, die es nun zu gestalten gilt.”

Thomas Hoppe-Leifgen erläuterte schließlich, dass er sich große Sorge mache, ob mit den vorliegenden Schülerzahlen für eine Gesamtschule eine Oberstufe hinzukriegen sei: „Ich fürchte, sie haben sich die Zahlen schöngerechnet”, war die letzte Wortmeldung vor der Abstimmung.

Während in einer Stellungnahme der GHS die Einrichtung einer Gesamtschule ob der guten Bildungschancen für Hauptschüler „begrüßt” wurde, nahm man das seitens der Realschule „zur Kenntnis”.
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