Sommerferien: Schüler entspannt, Hausmeister im Stress

Von: Stefan Schaum
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Stühle hoch: Hausmeister Andr
Stühle hoch: Hausmeister Andreas Grefen stellt sie auf den Tisch. Nach der Grundreinigung in den Schulen muss er viel Mobiliar wieder an Ort und Stelle schleppen. Foto: Stefan Schaum

Geilenkirchen. Tische, Stühle, Schränke - all das, was vor der Grundreinigung aus den Klassenzimmern raus musste, muss jetzt wieder rein. In der kommenden Woche beginnt das neue Schuljahr, dann soll alles an Ort und Stelle sein. Zeit für Ruhe bleibt da nicht.

Für Schüler und Lehrer mögen die Sommerferien erholsam sein - für einen Hausmeister wie Andreas Grefen sind sie es nicht. Dann hat der 31-Jährige sogar besonders viel zu tun. „Ist ne richtig harte Zeit”, sagt er.

Er kennt das schon, schließlich macht der gelernte Gas- und Wasserinstallateur den Job seit neun Jahren. „Es ist gut, wenn man hier einen handwerklichen Hintergrund hat”, sagt er, „das macht vieles einfacher.” Für einen wie ihn gibt es an einer Schule immer viel zu tun: Lampen wechseln, den Schulhof reinigen, Leitungen prüfen. „Und Mobiliar tragen, ganz viel tragen.”

Sein Bereich sind die Gemeinschaftsgrundschule und die Katholische Grundschule in Geilenkirchen-Mitte. Eigentlich. Denn wenn wie jetzt ein Kollege erkrankt ist, schaut er auch in dessen Gebäuden nach dem Rechten. Zu dritt teilen sie sich die Pflege der sechs Grundschulen in der Stadt und der angrenzenden Kindergärten und Sportstätten.

Die Arbeit macht ihm Spaß. „Immer Abwechslung und viel Kontakt zu Kindern, das mag ich.” Und die Kleinen mögen ihn. „Viele kennen mich sogar mit Namen, andere sagen: Da kommt unser Hausmeister.” Des öfteren fischt er Spielzeuge aus einem Lichtschacht, wenn sie Kindern dort hineingefallen sind oder holt einen zu hoch geschossenen Fußball vom Dach. Hausmeister - dieses Wort hört er richtig gern. Neudeutsche Begriffe wie „Facility Manager” mag er hingegen nicht so. „Ich hab als Kind auch Hausmeister gesagt, das klingt doch richtig gut.”

Während der Ferien weist er den Bautrupps den Weg, die in den Schulen zu Werke gehen. „In der schulfreien Zeit tobt in den Gebäuden richtig der Bär”, sagt dazu Gort Houben, Leiter des Schulverwaltungsamtes. „Dann werden die größeren Baustellen aufgemacht, die nicht in den laufenden Schulbetrieb passen.” Hier wird eine Fassade repariert, wie derzeit an der Gemeinschaftsgrundschule Sittarder Straße, dort die Elektroleitungen, wie in der Grundschule Immendorf. „Dann muss einer vor Ort sein, der weiß, wie man am schnellsten zum Sicherungskasten und zu anderen wichtigen Dingen kommt”, sagt Andreas Grefe.

Auch nach Feierabend steht er gern parat, wenn an einer Sporthalle ein Schloss klemmt oder sonst etwas hakt. „Man identifiziert sich einfach mit dem Job, mit den Gebäuden”, sagt er, „es liegt mir am Herzen, dass da alles läuft.”

Während der Schulzeit klingelt sein Wecker schon um 5.30 Uhr in der Frühe. Um 6.30 Uhr dreht er dann seine erste Runde durch die Katholische Grundschule, in der er eine Wohnung bezogen hat. Im Sommer fegt er mitunter Glasscherben weg, damit kein Kind sich verletzen kann. Im Winter streut er die Wege ab, damit niemand auf Schnee und Eis ins Rutschen kommt. Dann prüft er, ob die Heizung auch angesprungen und es schön warm im Gebäude ist. Bevor der erste Schüler oder Lehrer anrückt, hat er in der Regel auch in der zweiten Schule diesen Kontrollgang beendet.

Dann warten all die kleineren Reparaturen, die täglich anfallen. Nicht selten flitzt er während der Pausen in Klassenräume, um flott eine Neonröhre zu wechseln. Das hält ihn fit, doch gönnt er sich in der Freizeit zusätzlichen Sport. Gern läuft er durch die Wälder oder steht auf dem Fußballplatz.

Jetzt muss er aber weiter. Es warten noch viele Stühle auf ihn. „Bald beginnen die Einschulungsfeiern, da ist noch viel vorzubereiten.” Er sagt es mit einem Lächeln. Hauptsache, der Laden läuft rund.

An einigen Schul- und Kita-Gebäuden waren während der Sommerferien Handwerker im Einsatz. So wurden die Rasenflächen an der Immendorfer Grundschule und dem angrenzenden Kindergarten erneuert. Auch Wasserrinnen wurden instand gesetzt, ebenso die Stufen am Haupteingang des Schulgebäudes.

Komplett saniert worden ist die Abwasserhebeanlage an der Realschule.

Im städtischen Familienzentrum in Teveren wurde der Brandschutz ertüchtigt. Dazu gehören neue Durchbrüche in den Gruppenräumen und Rauchmelder.

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